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Die Homologumena

Die Briefe des Apostels Paulus sind durchweg in dem Sinne Gelegenheitsschreiben, daß sie nicht christliche Wahrheiten allgemein ausdrücken, sondern aus ganz bestimmten Anlässen zu ganz bestimmten Vorgängen oder Fragestellungen in den jeweiligen Gemeinden Stellung nehmen. Zum Verständnis dieser Briefe ist es also wichtig, diese Anlässe zu kennen, und diese Kenntnis können wir im wesentlichen nur den Briefen selbst entnehmen. Das setzt voraus, daß wir ein Bild von den verschiedenen Phasen der Wirksamkeit des Apostels haben müssen, seinen Reisen mit den Stationen, auf denen durch ihn Gemeinden gegründet worden sind usw. . Die Apostelgeschichte gibt darüber bereitwillig Auskunft. Allerdings ist ihre Zuverlässigkeit recht fraglich. Paulus selbst hat, um zu belegen, daß er nicht von den anderen Aposteln abhängig, sondern vom auferweckten Herrn selbst berufen worden ist, einen Abschnitt seines Lebens in Gal 1-2 dargestellt. Da paßt vieles nicht zu dem, was Lukas in der Apostelgeschichte berichtet. Man hat sich also in erster Linie an das zu halten, was Paulus im Galaterbrief und vereinzelt an anderen Stellen schreibt und kann erst dann zusehen, was von den Angaben der Apostelgeschichte damit vereinbar ist, um die Paulinischen Selbstaussagen ggf. zu ergänzen. Eine Ausführung dessen wäre ein eigenes Thema. Kommen wir also zu den einzelnen Briefen.