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Die Schriften

Die Endredaktion des Tanak hatte beim Pentateuch frühestens um 400 v. Chr. begonnen und dürfte mit den Schriften um spätestens 150
v. Chr. abgeschlossen worden sein. Diese Bearbeitung umfasste zwölf Bücher sehr verschiedenen Inhalts und Ursprungs, nämlich Rut die Psalmen, Hiob, die Sprüche Salomos, Prediger Salomo, Hohes Lied Salomos, Klagelieder Jeremias, Daniel, Esther, Esra, Nehemia, die Chronik. Die Chronik ist in zwei Bücher eingeteilt. Wenn man sie so zählt, ergeben sich dreizehn Bücher. Da aber die beiden Chronikbücher eigentlich ein Buch bilden, das nur wegen seines Umfangs geteilt worden ist, handelt es sich wieder um zwölf Bücher. In dieser Reihenfolge sind die Bücher der Schriften im babylonischen Talmud (Baba Batra 14b) aufgezählt. Im Jerusalemer Talmud werden dieselben Bücher genannt, aber in einer anderen Reihenfolge. Wieder anders ist die Aufzählung im Tanak. Immer sind es aber die gleichen Bücher. In unseren Bibeln hingegen stehen Daniel und die Klagelieder bei den Propheten, während, Rut, Esra, Nehemia, die Chronik und Esther zu den Geschichtsbüchern gehören. In der jüdischen Tradition bilden fünf der Schriften eine zusammenhängende Gruppe, nämlich Hoheslied, Ruth, Klagelieder, Prediger und Esther. Es sind die fünf Megilloth, zu deutsch Buchrollen. Sie werden an bestimmten Festtagen vorgelesen, und zwar – in der angegebenen Reihenfolge am 8. Tage der Woche der süßen Brote (nach Pesach), am 2. Tage des Wochenfestes, am 9. Ab, an dem man der Zerstörungen Jerusalems gedenkt, am dritten Tag des Laubhüttenfestes und am Purimfest.