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Elfte Unerredung

1. Kapitel

(1)Am vierten Tag in Tripolis stand Petros auf und fand uns wachend nachdem er (uns) begrüßt hatte, ging er hinaus zum Wasserbecken, wo er sich wusch und betete, und wir taten es anschließend auch. (2) Nachdem wir zusammen gebetet und uns hingesetzt hatten hielt er eine Rede darüber, dass man rein sein muss. Und da der Tag zu Ende gegangen war, ließ er die Massen hineingehen. Nachdem aber die große Masse hineingegangen war, begrüßte er sie gewohnheitsmäßig und begann zu sagen:

2. Kapitel

(1)Da die Vernunft durch die durch euch entstandene Sorglosigkeit die vielen und schweren Gedanken über die Frömmigkeit gegen euch hervorgebracht hat und ihr wie die durch die Hilflosigkeit des Bauern unfruchtbare Erde geworden seid. Ihr braucht viel Zeit zur Reinigung, damit die Vernunft das euch mitgeteilte wahre Wort wie einen guten Samen aufnimmt für Taten, welche retten können. und nicht, durch schlechte Gedanken erstickt, Unfruchtbares hervorbringt[01], (2) Deshalb ist es nötig, dass diejenigen, die sich um die eigene Rettung Gedanken machen, anhaltender hören, so dass es[02] die seit langer Zeit angesammelten Unsinnigkeiten in der kurzen verbleibenden Zeit mit Eifer in die Enge treibt und zur Reinheit in einem angemessenen Verhältnis stehen kann. (3)Da also jeder das Ende seiner eigenen Zeit hat, beeilt euch, die Dornen aus euren Herzen auszureißen, nicht nach und nach; ihr könnt nämlich nicht gereinigt werden, wenn ihr vieles wüst lasst.

3. Kapitel

(1)Nicht anders aber haltet ihr die Stärke des Eifers aus, um eure Reinigung anzunehmen, als dass ihr zornig auf sie einschlagt, derentwegen sie euch wie unnütze Knechte[03] sie euch zusammen mit euren schlechten Begierden aufgelauert haben, damit ihr mit der Vernunft euren gerechten Zorn, wie ein Feuer das Ackerland verwüstet, zum Verschwinden bringen könnt. Wenn ihr folglich kein gerechtes Feuer habt (ich meine den Zorn gegen die schlechten Begierden), dann lernt, von welchen Guten euch aufgelauert wurde und zu welcher Strafe ihr wieder in Ordnung gebracht wurdet und von wem ihr betrogen wurdet, und so wird eure Vernunft nüchtern und wie das Feuer[04] der Lehre dessen, der uns gesandt hat, in Zorn verwandelt, die Dornen[05] der Begierde zu vernichten vermag. Glaubt mir, dass die Willigen, alles zum Erfolg bringen.

4. Kapitel

(1)Ihr seid ein Bild des unsichtbaren Gottes. Deshalb sollen diejenigen, welche fromm sein wollen, nicht sagen sollen, dass die Götzenbilder Gottes Bilder seien und daher verehrt werden müssten. Wer vor Gott fromm sein will tue einem Menschen Gutes, denn der Leib eines Menschen trägt ein Bild Gottes, aber nicht alle gleichermaßen, sondern die Vernunft einer reinen Seele. (2) Wie wir übrigens wissen, dass der Mensch nach dem Bilde und der Ähnlichkeit Gottes geworden ist, deshalb sagen, dass wir fromm seien, damit vor Gott, dessen Bild er wahrlich ist, die Gnade angerechnet wird. (3) Verehrung muss man also dem Bilde Gottes (das doch der Mensch ist, so erweisen: dem Hungernden Speise, dem Durstigen Trank, dem Nackten Kleidung, dem Kranken Fürsorge, dem Fremden ein Dach, dem Gefangenen zu Hilfe kommen, so weit es möglich ist[06]. Und damit ich nicht nur bildlich rede, alles, was einer für sich Gutes will, dass biete er ebenso einem andern Bedürftigen, und dann kann ihm, der seine Pflicht gegen das Bild Gottes erfüllt, ein guter Lohn angerechte werden. (5) Durch das Word, wenn er dies zu tun nicht aufnimmt, wird er bestraft als einer, der das Bild vernachlässigt.

5. Kapitel

(1)Was ist also einmal zu sagen, dass diejenigen, dass diejenigen, die wegen der Frömmigkeit gegenüber einen Gott jede Gestalt verehren, den Menschen, der das wahre Bild Gottes ist, misshandeln, morden, die Ehe brachen, stehlen und in jeder Hinsicht verächtlich behandeln? (2) Es war aber nötig, nichts Böses zu tun, durch das ein Mensch betrübt wird. Jetzt aber tut ihr alles, durch das ein Mensch traurig wird; Unrecht nämlich und Mutlosigkeit geschieht durch das Ermordetwerden und das Beraubtwerden und alles das, was ihr nicht erleiden wollt. (3) Ihr aber, von einem boshaften Kriechtier zur Bosheit betrogen durch Umdeutung der polytheistischen Erkenntnis[07], seid gottlos gegenüber dem wahren Bild ( was der Mensch ist), so dass ihr meint, dem Unempfindlichen gegenüber fromm zu sein.

6. Kapitel

(1)Einige aber sagen: ` Wenn er nicht wollte, dass sie seien, dann wären sie nicht, sondern er hätte (sie) beseitigt´. Undich sage: `Dies wird auch durchaus sein, wenn ihm alle ihren Vorsatz zeigen und so der Wechsel der gegenwärtigen Welt geschehen wird. (2) Es sei denn auch ihr habt gewollt, dass er so geschaffen wird, damit nichts von dem, was angebetet wird, einen Anfang genommen hat und ihr uns sagt, was ihr von dem Seienden nicht verehrt habt. (3) Haben nicht die einen die Sonne, andere den Mond, andere das Wasser, wieder andere die Erde, andere die Berge, andere die Pflanzen, wieder andere die Samen, andere auch einen Menschen (wie in Ägypten) angebetet? (4) Es war also nötig, dass Gott aber auch uns nichts zuließ, damit nichts Anzubetendes und nichts Anbetendes da war. .Wahrhaftig wollte die in euch verborgene furchtbare Schlange, das dies geschehe, die euch nicht verschont. (5) Aber es wird nicht so sein. Das Angebetete sündigt nämlich nicht; Es leidet nämlich Gewalt von dem, der es anbeten will. (6) Wenn nämlich von allen Menschen ein ungerechtes Gericht ergeht, aber nicht von Gott. Es ist nämlich nicht gerecht, dass der Leidende und der Verfügende dieselbe Strafe hinnehmen, außer, wenn er freiwillig die Ehre des allein zu Verehrenden empfangen hat.´

7. Kapitel

(1)`Aber´ , sagt er ` es ist nötig, dass die Anbetenden vom wahrhaftigen Gott beseitigt werden, damit dies nicht ein anderer tut. Aber du bist nicht weiser als Gott, so dass du ihm als Klügerer einen Ratschlag erteilst[08]. (2) Er weiß, was er tut. (2) Er ist nämlichlangmütig zu allen, die in der Gottlosigkeit sind, wie ein barmherziger und menschenfreundlicher Vater, der weiß, dass aus Gottlosen Fromme werden. Und viele von denen, welche das Schändlich und Empfindungslose verehrten, sind nüchtern geworden, es nicht zu verehren und haben aufgehört zu sündigen und haben mit Gebeten bei wahren Gott Zuflucht gesucht…[09]und Griechen wurden gerettet.

8. Kapitel

(1)Es ist aber nötig, dass ihr den Anfang macht, ohne überhaupt an dergleichen zu denken. Indem ihr dieses redet, wisst ihr nicht, was das Eigenmächtige ist und wie es möglich ist, für den Seienden gut zu sein. (2) Denn wer durch eigenen Vorsatz gut ist, der ist wahrhaftig gut, wer aber durch Zwang eines andern gut geworden ist, ist es in Wahrheit nicht, denn das, was es ist, ist es nicht durch eigenen Vorsatz. (3) Da also die Freiheit eines jeden das wahrhaft Gute vollbringt und das wahrhaft Böse zeigt, bewirkt Gott in jedem, dass das Feindliche oder Freundliche durch Eingebungen entsteht. (4) Er sagt es nicht, aber alles, was wir im Inneren verborgen haben, das schafft er, dass wir es denken.´ Hört auf!´ Was lästert ihr, die ihr das sagt, weiter? (5) Wenn wir nämlich bei allem, was wir erreichen, von ihm bewegt werden, dann nennt ihr ihn die Ursache von Hurereien, Ausschweifungen, Habgier und jeder Lästerung. Hört auf, ihr Schmähreden Führenden, die freundliche Reden und ihm alle Ehre zu erweisen schuldig seid. (6) Und sagt nicht: Gott erhebt keinen Anspruch auf Ehre. Wenn er selbst nämlich auch nichts beansprucht, müssen wir doch auf das Gerechte blicken, das uns in allem gutes tut, mit dankbarer Stimme antworten.

9. Kapitel

(1)Aber (sagt er) wir tun besser, zugleich ihm und allen zu danken. Aber wenn ihr dies sagt, richtet ihr keinen Anschlag gegen euch auf. (2) Wie nämlich, wenn einer erschöpft ist und viele Ärzte zu heilen versprechen und es nicht können, einer aber, der wirklich heilen kann, sein Heilmittel nicht verabreicht, meinend, dass, wenn er heilen würde, es sich andere zuschreiben, So vollzieht auch Gott keine Wohltat und wird zu denen gerechnet, die nichts können. (3) Was also? (sagt er) Wird Gott dazu genötigt, wenn er heilt und ein anderer es sich zuschreibt? Ich sage, wenn er auch nicht genötigt wird, sondern wenigstens kein Helfer des Betrugs werden will. (4) Wenn er nämlich Gutes getan hat und von dem nichts tuenden Götzenbild glaubt man, dass es mächtig ist. (5) Aber ich sage auch, dass, wenn einer, der einen körperlichen Schaden genommen hat, sich nicht vor den Gefühllosen[10] ängstigt, auch dieses ebenso überlebt hat; Denkt deshalb nüchtern über das Vernünftige der Rettung. (6) Gott ist nämlich bedürfnislos, weder bedarf er etwas, noch wird er behindert. Unsere Sache ist es nämlich, verpflichtet zu sein und behindert zu werden. Auf diese Weise wird weder ein gelästerter Caesar behindert, noch ein gelobter verpflichtet, aber wie dem Lobenden Sicherheit zuteil wird, dem Lästerer Verderben, so verpflichten die von Gott Gutes reden, ihn zu nichts, retten aber sich selbst , ebenso schaden ihm diejenigen, die ihn lästern, nicht, werden aber zugrunde gerichtet.

10. Kapitel

(1)Aber (sagt er) es ist nicht dasselbe für einen Menschen und für Gott. Ich stimme ihm zu, dass es nicht dasselbe ist. Für einen, der mehr sündigt ist die Strafe nämlich größer, geringer aber für den, der weniger sündigt. (2) Wie nämlich Gott größer als alles ist, eine um so größere Strafe wird der ertragen, der gegen ihn gesündigt hat, weil er gegen einen Größeren gesündigt hat, nicht indem er sich eigenhändig verteidigt, sondern deswegen gegen die ganze Schöpfung erzürnt und körperlich angreift. (3) Dem Lästerer wird nämlich die Sonne kein Licht, die Erde keine Früchte, eine Quelle kein Wasser, der in der Unterwelt residierende Gebieter der Seele keine Ruhe geben, wann immer und jetzt sich die ganze Schöpfung zum festgesetzten Termin gegen die Welt erzürnt. (4) Deshalb reicht weder der Himmel den Regen nicht vollkommen, noch die Erde die Früchte, weshalb die meisten zugrunde gehen. Aber auch der Mann selbst wird durch Leidenschaft von unten her allmählich angebrannt und zu einer pestartig ansteckenden Mischung verwandelt. (5) Andernfalls genießen wir so viele Güter, er zwingt die Schöpfung durch sein Erbarmen zur Menschenfreundlichkeit uns gegenüber. So zürnt die ganze Schöpfung uns, die wir den Schöpfer des Alls verachten.

11. Kapitel

(1)Und wenn ihr der Strafe durch Auflösung des Leibes der Strafe entflieht, wie bringt ihr es fertig, dass die unsterbliche Seele der Strafe entflieht? (2) Denn auch die Seele der Gottlosen ist unsterblich, für die es besser wäre, keine unsterbliche zu haben. Sie wird nämlich mit einer unendlichen Strafe durch das unauslöschliche Feuer bestraft, und da sie nicht stirbt, nimmt es wegen ihrer Bosheit kein Ende. Aber ebenso sagt einer von uns: Du, Petros, versetzt uns in Schrecken. (3) Du hast uns also gelehrt, wie wir als Schweigende das, was ist, als etwas Vorhandenes aussprechen. (4) Anders können wir uns dies nämlich nicht kenntlich machen. Und wenn wir schweigen werdet ihr uns wegen der Unwissenheit durch die Bösen eine Fallestellen – und wenn wir reden, wie mit verlogener Absicht, fürchten wir, dass wir beargwöhnt werden. Wie können wir also auf die in eurem Herzen verborgene Schlange hören, welche listig Gott feindliche Meinungen in euch ausgestreut hat? (5) Durch den Vorwand der Freundschaft mit Gott übertrefft ihr euch selbst. Im Interesse eurer Rettung vollzieht sich mit Wohltun ihm gegenüber eine Ausflucht. In euch ist eine feindselige, unvernünftige Begierde gegen Gott[11]. Sie regiert nämlich durch die Meinung der Gesinnung die Unwissenheit.

12. Kapitel

(1)Andere aber sagen: Euer Gott hat nicht Sorge getragen. Und dies ist eine Lüge. Wenn er nämlich wirklich nicht Sorge trug, dann würde er seine Sonne nicht über Gute und Böse aufgehen lassen[12], noch seinen Regen über Gerechte und Ungerechte bringen. (2) Andere aber sagen: Da wir frömmer sind, verehren wir sowohl ihn wie auch die Standbilder. Ich meine nicht, wenn einer dies sagt, spricht er zum König: Ich lasse dir die gleich Ehre zukommen wie auch den Toten und dem verdorbenen Mist; Ich meine nicht, dass es gut ausgeht. (3) Sondern jemand wird sagen: Mist nennst du das, was wir verehren? Ja, sage ich. Was ihr Nutzloses für euch gemacht habt, was ihr für verehrungswürdig haltet, deren Wesen ist irgendeinem andern gleich oder zum Gebrauch als Dünger zurechtgemacht. (4) Jetzt aber ist es auch dazu nicht brauchbar, wenn ihres verwandelt anbetet. Wie nennt ihr euch aber frömmer als alle Gottlosen, wenn ihr durch die eine und unvergleichliche Sünde in Wahrheit das Verderben der Seele verschuldet? (5) Wie nämlich ein Sohn, der viele Wohltaten vom Vater empfangen hat, einem andern, der nicht (sein) Vater ist, die dem Vater schuldige Ehre erweist, gänzlich enterbt wird; Wenn er aber auf Grund der Einsicht des Vaters durch Wohltaten die Lebensmittel verdankt, dann ist er vernünftigerweise Erbe.

13. Kapitel

(1)Andere aber sagen: Wir würden gottlos sein, wenn wir die uns von den Vätern überkommenden Gegenstände der Verehrung aufgeben würden; Ebenso ist es nämlich mit dem Bewahren des Überlieferten. Ist also in dieser Sache, auch wenn es die des Vaters eines Verbrechers oder eines im Schmutz Lebenden wäre, der Sohn nicht verpflichtet das Bessere zu wählen, damit er nicht gottlos sei und das selbe wie die Eltern tuend sündige? (2) Wie unwissend sind die, welche sagen: Dies beten wir an, damit wir ihn nicht bekümmern. Als ob Gott bekümmert ist über diejenigen, von denen Gutes gesagt wird, nicht aber bekümmert über diejenigen, von denen er als Undankbarer gelästert wird. (3) Weshalb also richtet, wenn der Regen ausbleibt, alles die Gebete zum Himmel und ihr lasst Flehen zukommen, und wenn ihr es erreicht, vergesst ihr es schnell? (4) Nachdem ihr nämlich aufgelesen oder geerntet habt, lasst ihr den Götzenbildern, welche nichts sind, die Erstlinge zukommen und vergesst schnell den wohltuenden Gott. Und so sättigt ihr euch an den in Hainen und Tempeln dargebrachten Opfern. (5) Deswegen sagen manche von euch: Wegen der Tröstung und der Sättigung ist dies gut ausgedacht.

14. Kapitel

(1)O, ihr Unwissenden, ihr seid die gerechten Richter des Gesagten. Wenn es nämlich auch nötig ist, sich hier der Heiterkeit des Leibes hinzugeben, welche Sättigung ist besser, die in Strömen und Wäldern und Fesseln, dort in Opferschmäusen und Gelagen und schattigen Plätzen, oder [13]wo der Wahnsinn von Dämonen und Einschnitte der Hände und das Abschneiden der Schamglieder und Leidenschaft und Raserei und Barthaare und Gerassel und Verzückung und Geschrei und all jenes, was mit Verstellung[14] zum Erschrecken der Unwissenden führt, so dass ihr schuldige Gebete und Lobpreisungen den Toteren der Toten darbringt?

15. Kapitel

(1)Und weswegen tut ihr das mit Freude? Weil die versteckte Schlange euch nicht sagen will, wer die unfruchtbare Gier in euch gestreut hat, indem sie sagt: Ich werde mich erinnern. (2) Es verhält sich aber so: Von der Frömmigkeit gegenüber Gott wird verkündet: Nüchternheit, Besonnenheit, Beherrschen des Zornes, Fremde nicht im Stich zu lassen, gerecht zu leben, tüchtig, beständig, sanftmütig, sich selbst bei Bedürfnissen mehr in Schranken halten als sich an dem andern, der ausgebeutet ist, und nichts hat, zu sättigen. (3) Bei den so genannten Göttern aber geschieht das Gegenteil. Und einiges wird zur Bestürzung der Gerechtigkeit verkündet, welche Botschaften ihr auch alle vollzieht, eine Unwissenheit in Bezug auf Gott ist hinreichend zur Strafe für euch. (4) Wenn ihr außerdem zusammengekommen seid an den ihnen von euch gegebenen Plätzen, habt ihr euch sogleich betrunken und die Altäre bekränzt, deren umherschwirrende Leckerei und die blinden und stummen Geister nach der Nase an den Platz ihrer Macht führen. (5) Und so werden die einen durch ungewöhnliche Speisen gesättigt, die anderen aber dem Schwelgen zugeführt, wieder andere Diebstählen und Morden. (6)Das dortige Verdampfen des Blutes nämlich und die Weinspende benebeln selbst die unreinen Geister, welche verborgen mit Vergnügen das haben, was sie dort tun und uns durch Träume mit verlogenen Phantasien einhüllen und mit Zehntausenden von Leiden[15] bestrafen. (7) Ihr werdet nämlich von den Absichten der sogenannten Gott geweihten lästigen Dämonen erfüllt, die euch Ahnungslose mit Verstand umbringen, damit ihr den Anschlag gegen euch nicht bemerkt. (8) Die Absicht war nämlich jemandes Frevelmut oder Zwang oder Erotik oder Zorn oder Trauer oder Erdrosseln oder im Wasser Ertränken oder vom Abhang hinunterwerfen[16] oder eigenhändiger Mord oder Lähmung oder durch irgendein anderes Leiden das Leben zu beenden.

16. Kapitel

(1)Keiner von uns aber kann dergleichen erleiden, sondern sie werden von uns gestraft, sobald sie zu einem hineingehen, werden sie uns bitten, hinauszugehen. (2) Aber ebenso wird einer sagen: Derartige Leiden kommen auch über einige der Gottesfürchtigen. Ich sage, dass dies unmöglich ist.. Gottesfürchtig ist nämlich der, von dem ich rede, der wahrhaft Gottesfürchtige, nicht der es nur sagt, der es aber wahrhaft ist, wird die Vorschriften des ihm gegebenen Gesetzes vollziehen. (3) Wenn er aber gottlos ist, dann ist er nicht fromm. Auf diese Weise ist der Fremdstämmige, der das Gesetz tut, ein Judäer der es nicht tut aber ein Grieche[17];(4) der Judäer nämlich, der an Gott glaubt, tut das Gesetz, durch den Glauben[18] und das Andere, was den Bestimmungen gleicht und verwandelt die beschwerlichen Leiden[19]. Wer aber das offenbare Gesetz nicht tut, denn er verlässt aus Unglauben an Gott Reih und Glied, und so ist er als Nicht- Judäer ein Sünder und ist durch die Sünde bezwungen worden und von den für die Sünder festgelegten Leiden zu bestrafen, durch den von Anfang an bestimmten gerechten Willen Gottes. (5) (So auch)[20] folgt für diejenigen, welche ihn verehren, wegen Übertretungen die Strafe, was geschieht, damit er, wie eine durch Prüfung zurückgeforderte Schuld, die Sünde den umgekehrten Reinen im allgemeinen Gericht vorführe. (6) Wie nämlich den Bösen der hiesige Hochmut zum Verlust ewiger Güter gereicht, so werden die Strafen der gefallenen Judäer als Eintreibung gesandt, damit sie die hier absondernde Übertretung von der dortigen ewigen Strafe abwenden.

17.Kaapitel

(1)Ihr aber könnt dies nicht sagen; ihr glaubt nämlich nicht das dortige Sein, sage ich fürwahr, wo allen die Vergeltung widerfährt. (2) Wo ihr Unwissende wegen vorübergehender Freuden dem Nützlichen nachstellt, um das Ewige nicht zu erlangen. Deshalb wollen wir versuchen, euch den Nachweis für das Nützliche zu erbringen, damit ihr, erfüllt von den Zusagen der Frömmigkeit, durch die guten Taten, mit uns das sorgenfreie Weltalter erben könnt. (3) Bis ihr also uns als wahrhaftig erkennt, erzürnt uns nicht, als ob wir Lügner seien, während wir für euch Gutes wollen. Das für uns gemeinte Wahre und Gute, bringen wir nämlich, und wir sind nichtmissgünstig gewesen, sondern im Gegenteil haben wir uns bemüht, euch zu Miterben der Güter zu machen, die wir anerkannt haben.. (4) So ist es nämlich nötig zu den Ungläubigen zu sprechen. Denn wir sagen wahrhaftig die Wahrheit bei dem, was wir sagen, und ihr könnt nicht anders erkennen, wenn ihr nicht vorher wahrheitsliebend zugehört habt.

18. Kapitel

(1)Deshalb will die in euch verborgene Schlange euch Anwesenden, auch wenn ihr Zehntausende seid, nachstellen, indem sie üble Gedanken und Unruhe unterschiebt, aber folglich seid auch ihr verpflichtet, im Wettstreit mit ihr, uns ununterbrochen zuzuhören. (2) Es ist nämlich notwendig, dass ihr, wenn ihr als sehr Betrogene zusammen seid, zu erkennen, wie man sie[21] anlockt. Anders aber ist es unmöglich. Mit „anlocken” aber meine ich, mit Überlegung ihren bösen Anschlägen zu widerstehen, bedenkend, dass sie von Anfang an mit dem Versprechen der Erkenntnis für die Welt den Tod bewirkt hat[22].

19. Kapitel

(1)Von daher hat auch der wahre Gottessprecher, der den die Welt in die Irre Führenden und mit Bosheit Umgehenden genau kannte, den Frieden mit ihm nicht geliebt[23] als mit einem, der mit Verirrung umgeht, denn er bringt [24](den Zorn) zum Ziel für alle, die der Bosheit zustimmen. (2) (Aber Erkenntnis[25])[26]hat er gegen Verführung gestellt für die Nüchternen, wie Feuer[27] das er als Zorn gegen den listigen Fallensteller wirft., einem Schwert vergleichbar hält er die Vernunft vor und beseitigt die Unwissenheit durch die Erkenntnis, auseinander schneidend und trennend Lebendige von den Toten. (3) Der Kampf also, der von der rechtmäßigen Erkenntnis besiegten Bosheit hat das All zusammengehalten. Wegen der Rettung nämlich hat sich der Sohn, die Ungehorsamen ertragend, vom Vater getrennt oder der Vater vom Sohn oder die Geboren hat von der Tochter oder die Tochter von der Mutter, ausnahmslos Verwandte von Verwandten und Freunde von Vertrauten.[28]

20. Kapitel

(1)Und keiner soll sagen: Wieso ist dies gerecht, die Eltern von den Kindern zu trennen und die Kinder von den Eltern? Es ist auch sehr gerecht. Wenn nämlich Angehörige mit dem, der ihnen nichts hilft, auch mit vernichtet werden, wie ist nicht ein Gerechter, der gerettet werden will, zu trennen von dem, der (es) nicht will, als ob er mit vernichtet werden will? Außerdem wollen diejenigen, die das Bessere kennen gelernt haben, nicht getrennt werden, sondern zusammen sein und denen helfen durch Anleitung zum Besseren, weshalb die Ungehorsamen nicht auf sie hören wollen und sie bekämpfen, trennen, verfolgen, hassen,(3) die aber dies erleiden, bedauern diejenigen, denen aus Unwissenheit nachgestellt wird, bitten durch die Lehre der Einsicht für diejenigen, die ihnen die sie übel zugerichtet haben und haben gelernt, dass die Unwissenheit Ursache der Sünde ist. (4) Der Lehrer selbst bat nämlich, als er gekreuzigt wurde, den Vater, denen, die ihn hinrichteten, die Sünde zu vergeben, mit den Worten[29] :` Vater, vergib ihnen ihre Sünden, sie wissen nämlich nicht, was sie tun.´ (5) Also wurden sie Nachahmer[30] des Lehrers, und diejenigen unter ihnen, die gelitten hatten, beteten für die, welche sie zugerichtet hatten, wie sie belehrt worden waren[31]. So trennten[32] sich hassende Eltern nicht, wie auch für diejenigen, die nicht Eltern waren…[33], für die aber, welche Feinde waren, verrichteten sie die Gebete und versuchten zu lieben, wie ihnen befohlen worden war[34].

21. Kapitel

(1)Sagt ihr mir aber, wieso ihr die Eltern liebt; wenn wir zwar immer wie auf den Gerechten blicken, beten wir gemeinsam; nicht mehr aber, wenn einer wie zufällig da war; Ihr könnt nämlich auch durch einen geringen Anlass deren Feinde werden. (2) Wenn ihr aber als Erkennende liebt, dann sagt uns, was das ist „ Eltern”. Ihr sagt: Urheber der Entstehung. Weshalb habt ihr also nicht die ganze Gattung[35] geliebt, wenn ihr mit gerechten Gedanken dies zu tun vorhabt? (3) Aber jetzt werdet ihr noch sagen: ` Wir haben ihn nicht gesehen.´ [36]Weshalb sucht ihr denn die Wahrnehmungslosen zu umschmeicheln? Was aber? (4) Wenn es auch für euch schwierig was, zu erkennen, was ein Gott ist, dann ist es fürwahr nicht unmöglich, zu erkennen, was kein Gott ist, so dass ihr überlegt, dass Gott weder Holz noch Stein, noch Erz noch etwas anderes aus vergänglicher Materie Gewordenes ist.

22. Kapitel

(1)Oder wurden sie nicht aus Eisen gestaltet – und das gestaltete Eisen wurde durch Feuer weich gemacht – und das Feuer selbst wurde durch Wasser gelöscht? Das Wasser aber hat seine Bewegung von der Luft – und die Luft hat den Ursprung der Ausbreitung von Gott, der alles geschaffen hat? (2) So hat nämlich der Gottessprecher Moses gesprochen: ` Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde war unsichtbar und unzubereitet und Finsternis über dem Abgrund, und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser.´ [37](3) Was auch der Geist von Gott sagt, dass seine Hand das All schafft, Licht von der Finsternis trennt und nach dem unsichtbaren Himmel den sichtbaren gestaltet hat, damit das Obere von den Engeln des Lichtes bewohnt wird.

23. Kapitel

(1)Deinet- , des Menschen wegen hat nämlich Gott befohlen, dass das Wasser auf der Erde zurückweiche, damit die Erde dir Früchte bringen kann – und er machte …[38], damit er dir Quellen biete und das Fließen der Ströme erscheine und Tiere hervorgebracht werden – ich rede zusammenfassend, damit dir alles dargeboten werden kann. (2) Wehen nämlich nicht deinetwegen die Winde zum Wachsen der Früchte, und Regen werden gebracht und Jahreszeiten entstehen? Sogleich vollziehen deinetwegen Sonne und Mond zusammen mit den anderen Sternen[39]die Aufgänge und Untergänge, und Flüsse und Seen sind zugleich mit den Meeren zum Dienst bereit. (3) Wie deshalb durch dich den Empfindungslosen[40] größere Ehre erwiesen wird, so wird dem Undankbaren die größere Strafe durch Feuer bereitet, denn du wolltest den nicht erkennen, den man vor allem erkennen muss.

24. Kapitel

(1)Und wenn du jetzt aus dem Geringeren die Ursache des Ganzen erkennen sollst, wissend, dass das All das Wasser schafft, das Wasser aber von der Bewegung des Geistes[41] das Werden empfängt, der Geist aber hat den Ursprung von dem Gott des Ganzen. (2) Und so muss gedacht werden, dass du vermittels des Wortes zu Gott gelangen kannst, so dass du deine Herkunft erkennst und dich als ein durch das Wasser wiedergeborener Erbe der zur Unvergänglichkeit wiedergeborenen Eltern zum Erstgeborenen stellst.

25. Kapitel

(1)Geh deshalb bereitwillig wie ein Sohn zum Vater, damit Gott die Unwissenheit als Ursache der Sünden festlege. Wenn du auch nach der Berufung nicht willst oder zögerst, dann wird er durch Gottes gerechtes Gericht zugrunde gehen, das derjenige, der nicht gewollt hat, nicht will. (2) Und du meinst fürwahr, dass, wenn du frömmer als alle einmal geborenen Frommen, aber ungetauft bist, kann dir einmal Hoffnung begegnen. Dadurch wirst du nämlich mehr Strafe auf dich nehmen, denn du hast gute Taten nicht gut verrichtet. (3) Gut ist nämlich eine gute Tat, wenn sie geschieht, wie Gott befohlen hat. Wenn du aber nicht getauft werden willst, wie es ihm gefiel, dann bist du deinem Willen dienstbar und gegen seinen Willen.

26. Kapitel

(1)Aber ebenso wird einer sagen: Was trägt es zu Frömmigkeit bei, getauft zu werden? Erstens, dass du das Ehren Gottes vollziehst. Zweitens, dass du für Gott aus Wasser wiedergeboren wirst, dann vertauschst du aus Furcht die dir aus der Begierde gewordene erste Geburt, und so kannst du Rettung erlangen. Anders aber ist es unmöglich. (2) So hat nämlich der Gottessprecher geschworen, als er sprach:[42] ` Amen, ich sage euch: Wenn ihr nicht wiedergeboren werdet aus lebendigem Wasser auf den Namen des Vaters, der Sohnes, des heiligen Geistes, werdet ihr nicht in die Herrschaft der Himmel eingehen. Kommt deshalb herbei! (3) Dort gibt es nämlich etwas von Anfang an Barmherziges, welches mit dem Wasser gebracht wird, und er erkennt die Getauften bei der dreimaligen Anrufung und befreit von der künftigen Strafe, da es die guten Taten der Getauften wie Gaben von der Taufe zu Gott bringt. (4) Nehmt deshalb zur Taufe Zuflucht! Dies kann nämlich allein den Ansturm des Feuers löschen. Wer so noch nicht herzu treten will, trägt noch nicht den Geist der Erregung, weswegen er nicht zu seiner Rettung zum lebendigen Wasser herantreten will.

27. Kapitel

(1)Tritt also herzu, ob du gerecht oder ungerecht bist! Als einem Gerechten fehlt dir nämlich nur, zur Rettung getauft zu werden, als ein Ungerechter aber um getauft zu werden zur Vergebung des in Unwissenheit Getanen, und die guten Tatenwerden in Entsprechung zur Gottlosigkeit auf Grund der Taufe hinterlassen. (2) Deswegen eile, ob du ein Gerechter oder ein Ungerechter bist, zu Gott, der dich aus Wasser als Vater zeugt ( denn die Verzögerung bringt die Gefahr mit sich, denn unbekannt ist der Termin des Todes), wobei du durch gute Taten die Gleichheit[43] beweist und als Wahrheitsfreund den wahren Gott als Vater ehrst. (3) Ehre für ihn besteht aber darin, dass du gerecht leben willst wie er. Der Wille eines Gerechten aber ist, kein Unrecht zu begehen. Unrecht aber ist Töten, Ehe brechen, hassen, habgierig sein und dergleichen; Davon gibt es viele Gestalten.

28. Kapitel

(1)Außer diesen ist es nötig, etwas beizutragen, was die Gemeinschaft mit den Menschen nicht betrifft, aber das Besondere der Verehrung Gottes angeht. Ich meine nämlich die Reinheit, sich bei der Reinigung nicht mit der eigenen Ehefrau zu vereinigen, denn dies befiehlt das Gesetz Gottes[44]. (2) Was aber? Wenn nicht bei der Gottesverehrung die Reinigung unbeachtet bleibt, werdet ihr euch dann wie Mistkäfer sogleich herumwälzen? Reinigt deshalb euer Herz vom Bösen durch himmlisches Denken als Menschen (die vernünftig sind)[45] die mehr sind als unvernünftige Tiere, wascht aber den Leib in einem Bade! (3) Die Reinigung ist nämlich wahrhaftig gut, nicht als ob die Heiligkeit des Leibes der Reinheit des Herzens vorangehe, sondern dass die Reinigung dem Guten nachfolge. (4) Unser Lehrer hat nämlich auch einige von den Pharisäern und Schriftgelehrten unter uns, die abgesondert sind und als Schriftgelehrte mehr als andere wissen ebenso als Heuchler überführt, weil sie nur das Sichtbare an den Menschen rein (hielten), während sie das Reine des Herzens nicht kannten und das für Gott Sichtbare übergingen.

29. Kapitel

(1)Deshalb verkündete er mit ausdrücklichen Worten ihren Heuchlern, nicht allen, die Wahrheit. Einigen sagte er nämlich, dass sie zuhören sollten, denn der Stuhl des Moyses ist ihnen anvertraut[46]. (2) Außerdem sagte er zu den Heuchlern:[47] ` Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, denn ihr reinigt das Äußere des Bechers und der Schüssel, inwendig aber ist es voll Schmutz. Blinder Pharisäer, reinige zuerst das Innere des Bechers und der Schüssel, damit auch ihr Inneres rein wird. (3) Der Lernende mit einem durch die Erkenntnis[48] erleuchteten Verstand ein Guter sein, dem das Reinwerden folgt. Aus der inneren Einsicht wird nämlich die gute äußere Klugheit des Leibes, wie aus der Unempfindlichkeit des Leibes nicht die Klugheit der Einsicht werden kann. (4) So kann der Reine das Innere und das Äußere reinigen, wer aber das Äußere reinigt, tut dies, weil er Lob bei den Menschen davonträgt, und durch das Lob der Zuschauer hat er keins bei Gott.

30. Kapitel

(1)Wer meint nicht, dass es besser ist, nicht während der monatlichen Reinigung mit einer Frau zusammen zu kommen, sondern mit der Gereinigten und Gebadeten[49]? Man muss aber nach der Vereinigung gebadet werden. (2) Wenn ihr aber das zu tun versäumt, dann bedenkt, wie ihr die Teile der Heiligung nachholt, denn ihr habt die empfindungslosen Götzenbilder verehrt. Ihr seid beschämt, denn hier war es nicht nötig, mehr zu sagen, sondern ihr Zögerer sollt allein und das Ganze der Heiligung annehmen. (3) Erkennt also den, der euch dort gemacht hat und seht ein, wer es ist, der euch zum Zaudern vor der Heiligung veranlasst.

31. Kapitel

(1)Aber einer von euch sagt: ` Ist es also nötig, dass wir das Tun, was wir bei den Götzen getan haben? ´ Ich sage dir: Nicht alles, sondern was gut ist, das tut und noch mehr. Was nämlich gut im Irrtum geschehen ist, wird von der Wahrheit aufgehoben, wie auch, wenn etwas Böses in der Wahrheit geschieht, dann ist es vom Irrtum. (2) Nehmt also von überall her euer Eigenes, nicht das Fremde, und sagt nicht: Wenn die Verführten etwas Gutes tun, dann sind wir nicht verpflichtet, (es) zu tun. Nach dieser Rede nämlich müssen wir morden, wenn einer, der Götzen verehrt, nicht mordet

32. Kapitel

(1)Nein, sondern vielmehr, [50]dass, wenn einer, der im Irrtum ist, nicht mordet, wir nicht einmal zürnen sollen – wenn der im Irrtum nicht die Ehe bricht, sollen wir den Anfang machen, indem wir begehren – wenn der im Irrtum den liebt, der (ihn) liebt, (sollen wir lieben), die (uns) hassen – Wenn der im Irrtum denen, die (etwas) haben, sollen wir auch denen, die nichts haben, leihen. (2) Ausnahmslos sind wir, die die ewige Weltzeit zu erben hoffen, verpflichtet, mehr Gutes zu tun als die von denen geschehen, die nur das Gegenwärtige kennen, wissend, dass (3) wenn ihre Taten mit unseren Taten am Tage des Gerichts untersucht werden und an guten Taten gleich gefunden werden, dann werden wir beschämt, sie aber wegen, den sie gegen sich selbst begangen haben, werden vernichtet. (4) Wenn es aber eine Beschämung gibt, weil wir ebenso viele gute Taten aufweisen wie sie und nicht mehr, um wie viel mehr, wenn wir weniger gute Taten aufweisen als sie?

33. Kapitel

(1)Dass am Tage des Gerichts die Taten derer, welche die Wahrheit kennen gelernt haben, wahrhaftig mit den guten Taten der Irrenden verglichen werden, hat uns der wahrhaftige (Gottessprecher)[51] selbst gelehrt, als er den Unbekümmerten sagte, zu kommen und zuzuhören[52]: Die Königin des Südens wird gegen dieses Geschlecht aufstehen und wird es verurteilen, denn sie ist vom Ende der Erde gekommen, um Solomons Weisheit zu hören; und sieh, hier ist mehr als Solomon, und ihr glaubt nicht.´. (2) Aber zu denen im Volk, die auf seine Verkündigung hin nicht umdenken wollten, sprach er:[53]` Ninivitische Männer werden gegen dieses Geschlecht aufstehen und es verurteilen, denn sie haben auf die Verkündigung Jonas gehört und sind umgekehrt; und sieh, hier ist mehr (als Jona)[54], und keiner glaubt´ (3) Und so hat er ihre Gottlosigkeit mit dem verglichen, was von den Völkern getan worden ist zur Verurteilung derer, die in der Gottesverehrung sind und nicht das Gleiche Gute wie Verirrten getan haben und legte denen, welche die Vernunft haben, ans Herz, nicht nur, dass sie bei den Völkern dasselbe Gute tun, sondern noch mehr. (4) Diese Rede wurde von mir ausgeführt, wobei ich einen Anlass ergriff davon, dass man die Reinigung gewahren und nach der Vereinigung gebadet werden muss und diese Heiligung nicht unterlässt, auch wenn die Verirrten sie vollziehen, denn die im Irrtum gut handeln sind zur Verurteilung derer, die in der Gottesverehrung sind, ohne selbst gerettet zu werden; (5) denn die Ehre ihrer Heiligung besteht wegen des Irrtums, nicht wegen der Verehrung des wahren Vaters und Gottes aller.”

34. Kapitel

(1)Nachdem er dies gesagt hatte, entließ er die Massen und nahm vertraulich Salz[55] mit den am meisten Befreundeten und begab sich zur Ruhe. So handelte er also und sprach sich jederzeit mit dem aus, der hinzukam und trug dem Gesetz Gottes das Zuverlässige zu, wobei er die überführte, die es mit der sogenannten Erkenntnis[56] hielten und dass nichts von selbst da ist, sondern die Welt wird durch die Vorsehung bewohnt.

35. Kapitel

(1)Nachdem drei Monate vergangen waren und er mir befohlen hatte, Tage zu fasten, führte er mich zu den Quellen nahe am Meer hinauf, wo er (mich) in ein immer fließendes Wasser tauchte.(2) Nachdem unsere Brüder also durch meine von Gott geschenkte Wiedergeburt gesättigt waren, hielt er Einkehr bei den Ältesten über alle Gemeinden und gebot folgendes: (3) Unser Herr und Gottessprecher, der uns gesandt hat und voran gegangen ist,[57] als sich der Böse vierzig Tage mit ihm unterredet hatte und nichts gegen ihn vermocht hatte, verkündete er, Gesandte von denen, die auf ihn gehört hatten, zum Betrug zu senden. (4) Deshalb denkt vor allem daran, keinen als Gesandten oder Lehrer oder Gottessprecher aufzunehmen, ohne Verkündigung mit Jakobos verglichen zu haben, dem Bruder meines Herrn, dem anvertraut ist, die Gemeinde der Hebräer in Hierusalem zu verwalten und mit den Zeugen zu uns gekommen ist, (5) damit die Bosheit ,die sich vierzig Tage mit meinem Herrn unterredet und nichts vermocht hatte, danach wie ein Blitz zur Erde gefallen[58] und einen Boten gegen uns geschickt, wie er jetzt den Simon heimlich angestiftet hat, der unter dem Vorwand der Wahrheit im Namen unseres Herrn verkündet, aber Irrtum ausgestreut hat. (6) Deshalb hat der, welcher uns gesandt hat, gesagt:[59] ´ Viele werden zu mir in Schafsfellen kommen, aber inwendig sind sie reißende Wölfe; an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen,´

36. Kapitel

(1)Und nachdem er das gesagt hatte, schickte er Begleiter nach Antiocheia in Syrien, wo er gesagt hatte, am folgenden Tag zu bleiben. (2) Als sie daraufhin gegangen waren, nahm Petros von vielen der überzeugten Mange Krankheiten, Leiden, Dämonen und taufte (sie) in den Quellen, die nahe am Meer waren, und nachdem er (das Brot der) Eucharistie gebrochen hatte, setzte er Maroone, der ihn aufgenommen hatte, der schon vollkommen war, zum Bischof ein, und bestimmte zwölf Älteste und bezeichnete Diakone und bestellte das Witwenamt für das gemeine Wohl der Gemeinde und besprach (die Ordnung)[60] und empfahl, dem Bischof Maroone zu gehorchen, und da schon drei Monate in Tripolis in Phönikien vergangen waren, nahm er Abschied und machte sich auf den Weg nach Antiocheia in Syrien.

Übersetzt von Dr. Hans Jochen Genthe 2013

[01] V: Matth 13,7. 22
[02] E: Gemeint ist das Wort
[03] V: Matth 25,30 = Luc 17,10
[04] V: Luc 12,49
[05] V: Matth 13,7.22
[06] V: Matth 25, 35 – 36
[07] Ü: γνωσισ (spr. gnósis)
[08] V: Jes 40,13; Ijob 15,8; Röm 11,34
[09] T: Der Text dieses Satzes ist gestört
[10] E: den Götterbildern
[11] V: Röm 8,7
[12] V: Matth 5,45
[13] E: im Folgenden werden orgiastische Begehungen bestimmter Kulte aufgeführt
[14] Ü: Das hier stehende Wort υποκρισισ (spr. hypókrisis) kann auch Orakelbescheid bedeuten
[15] Ü : Statt „Leiden“ ist auch die Übersetzung mit „Leidenschaften“ möglich
[16] V: Luc 8,31 -33
[17] V: Röm 2,26 – 29; 9,6; OffbJoh 2,9
[18] V: Matth 17,20; 21,21
[19] V: I.Kor3,15
[20] T: Eine Konjektur
[21] E: Hier und im Folgenden ist die Schlange gemeint
[22] V: Gen 3,4; Joh 8,44
[23] V: Matth 10,34
[24] T: Das in Klammern Stehende lesen nicht alle Handschriften
[25] Ü: Erkenntnis, griech. γνωσισ (spr. Gnósis)
[26] T: Das in Klammern Stehende lesen nicht alle Handschriften
[27] V: Luc 12,49
[28] V: Mi 7,6; Matth 10,35 = Luc 12,53
[29] V: Luc 23,34
[30] V: Eph 5,1
[31] V: Apgesch 7,60
[32] T: Konjektur eines unleserlichen Wortes im Codex Parisinus
[33] T: Unleserliches Wort im Codex Parisinus
[34] V: Matth 5,44
[35] E: Dieser Satz ist nur zu verstehen, wenn man berücksichtigt, dass für „Entstehung“ und „Gattung“ im griechischen Text dasselbe Wort γενοσ (spr.génos) gebraucht wird.
[36] V: I.Joh 4,20
[37] V: Gen1,1 -2
[38] Ü: Hier steht das Wort τρηδονασ (spr. tredónas), Akkusativ, das in keinem üblichen Lexikon aufgeführt wird
[39] T: „Sternen“ lesen die Codices Parisinus Und Ottobonianus nicht
[40] E: den Götterbildern
[41] Ü: Hier steht das Wort πνευμα (spr. pneúma), was sowohl „Geist“ wie „Wind“ bedeutet, so dass man auch „Bewegung des Windes“ übersetzen kann
[42] V: Joh 3,5; Matth 28,19
[43] E: Gemeint ist die Gottebenbildlichkeit
[44] V: Lev 15,19 -24
[45] T: Das Eingeklammerte liest der syrische Text nicht
[46] V: Matth 23, 2 – 3
[47] V: Matth 23,25 -26
[48] Ü: Erkenntnis griech. γνω (spr.gnósis)
[49] E: Hier steht das Wort βαπτισθειση (spr. baptistheíse)
[50] V: Matth 5,21 – 28
[51] T: Das eingeklammerte Wort liest nur der syrische Text
[52] V: Matth 12,42 = Luc 11,31
[53] V: Matth 12,41 = Luc 11,32
[54] T: Das Eingeklammerte liest nur der syrische Text
[55] E: Ausdruck für eine Mahlzeit, s. Apgesch 1,4
[56] Ü: Griechisch γνωσισ (spr. gnósis)
[57] V: Matth 4,1 –11 = Luc 4,1 – 13 = Marc1,12 – 13
[58] V: Luc 10,18, vgl. Jes 14,12; Apgesch 9,3
[59] V: Matth 7,15 – 16, vgl. Gen 49,27
[60] T: Das Eingeklammerte liest nur die griechische Rezension der Homilien