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Dreizehnte Unterredung




1. Kapitel

(1)Am Morgen trat Petros ein und sprach: „ Clemens mit seiner Mutter Mattidia und meiner Frau[01] sollen sich zugleich auf das Fahrzeug setzen.” Und so geschah es. Und als wir auf der Straße nach Balanaia fuhren, fragte mich die Mutter, was der Vater mache. Und ich sagte: „Als ich zu der Suche nach dir und den Zwillingsbrüdern Faustinos und Faustinianos wegging, war er nicht aufzufinden. Ich meine aber, dass er womöglich gestorben ist oder mit einem Schiff untergegangen ist oder auf dem Wege zu Schaden gekommen ist oder vor Kummer erloschen ist. (2) Als sie (das) hörte und Tränen überströmt wurde, seufzte sie betrübt, Während sie durch meine Auffindung erfreut gewesen war, machte sie die Trauer wegen der Erinnerung kraftlos. So gelangten wir nach Balanaia. (3) Am nächsten Tag kamen wir nach Paltos und von dort nach Gabala, und am andern gelangten wir nach Laodikeia. Und sieh, vor den Toren begegneten uns Niketes und Akylas, und nachdem wir uns geküsst hatten, führten sie uns zum Gasthaus. (4) Als aber Petros die schöne und große Stadt sah: „Wert ist es” sagte er „hier für Tage zu bleiben. Wie gänzlich mächtiger ist die Menge, die Gesuchten hervorzubringen.” (5) Niketes und Akylas fragten mich daraufhin, wer diese fremde Frau sei. Und ich sagte: „Meine Mutter, die weder zu erkennen mir Gott durch meinen Herrn Petros geschenkt hat.

2. Kapitel

(1)Nachdem Petros das gesagt hatte, erzählte er ihnen alles über die Hauptsachen, wie ich zugleich ich, Clemens, als sie vorangingen, meine Herkunft und die meiner Mutter erklärte und die aus Anlass des vorgetäuschten Traumes vollzogene Abreise mit ihren Zwillingskindern, danach auch, wie Petros selbst, nachdem er dies gehört hatte, mit der Frau zusammengetroffen war und sie betteln gesehen und die Ursache für das Betteln erfragt hatte, erfuhr ihre Herkunft, Lebensweise, den vorgetäuschten Traum, die Namen der Kinder und meinen, der beim Vater zurückgelassen war und dass die Kinder mit ihr zusammen gereist waren und wie sie vermutete, dass sie in dem Abgrund umgekommen seien.

3. Kapitel

(1)Als dies also von Petros zusammenfassend gesagt worden war, erschraken Niketes und Akylas und sagten (2) „Gebieter und Herr aller, ist das wahr oder ist es ein Traum?” Und Petros sprach: „Wenn wir nicht träumen, ist es wahr.” (3) Sie aber warteten ein wenig und überlegten und sagten: „Wir sind Faustinos und Faustinianos, und von Anfang an, als du sprachst, sahen wir einander lange an und rieten für uns selbst, ob das Gesagte nicht uns betrifft, bedenkend dass vieles im Leben ziemlich gleich geschehen ist. Deshalb haben wir geschwiegen, während die Herzen zersprangen. (4) Aber am Ende des Gesagten haben wir (es) staunend betrachtet, denn das Gesagte betrifft uns, da haben wir es uns zugestanden. (5) Und als sie das gesagt hatten, gingen sie weinend zur Mutter, und als sie sie schon schlafend fanden, wollten sie (sie) umarmen. (6) Doch Petros hinderte sie mit den Worten: „ Lasst mich euch der Mutter zuführen, damit sie nicht durch die plötzliche große Freude in Verwirrung gerät, da sie fürwahr als Schlafende auch den vom Schlaf abhaltenden Geist hat.

4. Kapitel

(1) Als sie ausgeschlafen hatte, begann Petros zu der aufgewachten Mutter hinzutretend zu sagen: „ Ich will, dass du, Frau, die Art unserer Gottesverehrung erkennst. (2) Wir verehren einen Gott, der das geschaffen hat, was du siehst und bewahren sei Gesetz, welches enthält, ihn allein zu verehren und seinen Namen zu heiligen und die Eltern zu ehren und besonnen zu sein und gerecht zu leben. (3) Dazu genießen wir nicht lebend vom Tisch der Völker, weil wir auch nicht von ihnen bewirtet werden können, weil sie unrein leben, es sei denn, wir überzeugen sie, die Wahrheit zu denken und zu tun, nachdem wir sie unter Anrufung des dreimal seligen Namens, dann essen wir mit ihnen. (4) Wir können also auch nicht wagen, dass Vater oder Mutter oder Frau oder Kind oder Bruder oder ein anderer aus natürlicher Liebe (Hervorgegangener) bewirtet wird. Aus Gottesverehrung tun wir dies nämlich unterschiedlich. (5) Verfalle alsonicht der Hoffahrt, dass dich dein Sohn einlädt, bis du mit ihm dasselbe denkst und tust.”

5. Kapitel

(1)Als sie (das) hörte, sagte sie: „ Was hindert es denn, dass ich heute getauft werde?[02] Ehe du die sogenannten Götter erkannt hast, habe ich mich durch Denken von ihnen abgewandt, denn fast täglich wurde ihnen in Missgeschicken geopfert, und sie haben mir nicht beigestanden. (2) Und was soll ich wegen des Ehebruchs sagen? (3) Als ich reich war, hat mich der Luxus nicht betrogen, auch konnte danach die Armut mich nicht zwingen dahin zu kommen, weil sich meine Besonnenheit bemühte wie die größte Schönheit, derentwegen ich in ein derartiges Unglück gekommen bin. (3) Doch ich meine auch nicht, dass dir, mein Herr Petros, unbekannt ist, dass die Begierde aus der Freude kommt. Weshalb ich in der Freude besonnen bin, in der Traurigkeit mich nicht den Freuden zuwende. Aber du sollst nicht meinen, dass ich durch mein jetziges Elend von dem Trost abgewendet werde, den meine Seele durch das Wiedersehen mit Clemens erlangt hat Der dafür eingetretene Verlust meiner beiden Kinder verdunkelt auch so die Freude.(4) Ich werde nämlich ihretwegen getröstet, dass sie im Meer umgekommen sind, sondern darüberhinaus außerhalb der Mauern der Gottesverehrung die Leiber umgekommen und die Seelen zugrunde gegangen sind. (5) Aber ihr Vater, mein Lebensgefährte ist (wie ich von Clemens erfahren habe) während der Suche nach mir und den Söhnen weggegangen und in diesen Jahren verschwunden, vermutlich gestorben; Er war nämlich auch der geplagte, mich mit Besonnenheit liebende Kinderfreund. Deshalb wurde der Greis uns allen, die ihn über alles liebten, entrissen und starb durch größten Kummer.”

6. Kapitel

(1)Als die Mutter dies sagte (und sie den Zuspruch des Petros hörten,)[03] konnten es die Kinder nicht mehr aushalten, sondern standen auf, umarmten sie weinend und küssten sie. (2) Sie aber sagte. „ Was soll das werden?”[04] Und Petros antwortete: „Frau, stelle dir, da du einen edlen Verstand hast, vor Augen, dass du dich deiner Kinder erfreuen kannst. Dies sind nämlich deine Söhne Faustos uns Faustinianos, von denen du sagtest, sie seien im Abgrund umgekommen. (3) Wie aber leben sie, während du sie für tot hieltest in jener schlimmen Nacht! Und wie jetzt der von ihnen Niketes genannt wird und Akylas, sie können es dir sagen; wir wollen es nämlich mit dir erfahren.” (4) Als Petros das sagte, freute sich die Mutter heftig und wurde vor Schwäche kurz ohnmächtig. (5) Da hoben wir sie auf, sie wurde hingesetzt, und als sie zu sich gekommen war, sagte sie: „ Ich bitte euch, meine geliebten Kinder, sagt mir, was euch nach jener schlimmen Nacht widerfahren ist!”

7. Kapitel

(1)Und Niketes begann zu sagen: „ In jener Nacht, als wie ihr wisst, das Fahrzeug verloren war, trieben einige räuberische Männer ohne Furcht auf dem Meer und legten uns in den Kahn und bewegten sich mit Rudern vorwärts, bis wir an Land kamen, wo sie auch Nahrung herbeiholen ließen und führten uns nach Kaisareia Stratonos, und dort weinten wir vor Hunger und aus Furcht vor Schlägen, so dass wir nichts bereitwillig sagen konnten von dem, was ihnen nicht klar war, und auch nicht unsere Namen wechselnd, konnten sie (uns) nicht verkaufen. (3) Aber eine Frau bei den Judäern, eine Proselytin, sehr bedeutend, mit Namen Justa, bewahrte uns an einem Ort der Kinder und erzog uns mit Eifer in der ganzen griechischen Bildung. (4) Als wir aber zum verständigen Alter gekommen waren. liebten wir auch die Gottesverehrung und waren in den Bildungsangelegenheiten fleißig, so dass wir bei Gesprächen mit den übrigen Völkern[05]diese hinsichtlich ihres Irrtums überführen konnten. .Aber wir studierten auch die Sachen der Philosophen, besonders das Gottloseste, ich meine aber das der Epikureer und der Pyrrhonier, damit wir es besser widerlegen könnten.

8. Kapitel

(1)Wir wurden aber ungefähr Mitschüler eines gewissen Zauberers Simon und liefen Gefahr auf dem Wege der Freundschaft betrogen zu werden. (2) Es gibt aber ein Wort über einen Menschen, der im Reich der Gottesverehrer erschienen ist und unsterblich und ohne Trauer lebt; Ebenso ist das für dich,, Mutter genauer zur passenden Zeit herausgestellt. (3) Es sei denn, wenn sie im Begriff sind, von Simon in die Irre geführt zu werden, ist ein gewisser Gefährte unseres Herrn Petros mit Namen Zakchäos herbei gekommen ist und hat davor gewarnt, durch den Zauberer in die Irre geführt zu werden, ist aber an den hinzukommenden Petros herangetreten, so dass er uns volle Gewissheit gab und hinsichtlich der Unterschiede in der Gottesverehrung überzeugte. (4) Deshalb bitten wir dich, Mutter auch, dass wir der Güter gewürdigt werden, an denen auch du teilnimmst, so dass wir gemeinsam an Salz und Tisch[06] teilhaben können. Dies also ist die Ursache, Mutter, derentwegen du meintest, dass wir gestorben seien, als wir in jener schlimmen Nacht von im Meer von Seeräubern herausgeholt wurden, während du meintest, wir seien zugrunde gegangen.

9. Kapitel

(1)Als Faustinos das gesagt hatte, umarmte sie Petros und bat und wünschte, dass er auch sie und ihre herbeigeholte Gastgeberin taufe, damit (sagte sie),damit dem Tage nichts fehle, an dem sie von ihren Kindern getrennt wurde, an dem sie nicht mit ihnen zusammen war.(2) Nachdem also auch unsere Mutter uns damit ermahnt hatte, sprach Petros: „Was meint ihr? Bin ich als einziger Herzlos, weil ich nicht will, dass ihr mit der Mutter zusammen seid, wenn ich sie heute taufe? (3) Aber auch wenn sie einen Tag bevor sie getauft wird fasten muss. Und dies, da sie ein Wort[07] für sich selbst sagte, das ich als passenden Ausdruck ihres Glaubens erkannt habe. Da sie viele Tage vom Griechischen fern sein musste.”

10. Kapitel

(1)Und ich sagte: „ Sage mir doch das Wort, das sie ausgesprochen hat, das ihren Glauben ausdrückte!” (2) Und Petros sprach: „Es ist ihr Wunsch, zusammen mit ihrer wohltätigen Gastgeberin getauft zu werden. (3) Sie bat aber, dass das der von ihr Geschätzten nicht gegeben werde, wenn sie nicht vorher unterrichtet wird, wie es sich mit der großen Gabe der Taufe verhält. (4) Deshalb weiß ich von vielen, wenn Getaufte auch sagen zu glauben, sie nichts dem Glauben Entsprechendes tun und sie auch nicht ihre Lieben (ich meine ihre Frauen oder Söhne oder Freunde) dazu ermuntern. Wenn nämlich den zum Glauben Gekommenen, dass Gott ewiges Leben mit guten Werken gibt, sie unverzüglich ihre Lieben ermuntern, getauft zu werden. (5) Aber einer von ihnen sagt `:Ich will sie lieben und fürsie sorgen. Das ist töricht. Sobald sie einen Kranken sehen oder einen, der dem Tode nahe ist oder etwas anderes Schlimmes erleidet empfinden sie Schmerz underbarmen sich? (6) So wenn diejenigen, die geglaubt hatten, dass ewige Feuer für die, welche Gott nicht verehren, bleibt und nicht aufhören zu ermahnen oder auch die Ungehorsamen zu beachten wie über die Ungläubigen zu jammern, wobei sie der Strafe gegen sie gewiss sind. (7) und entsandt werde ich die gegenwärtige Gastgeberin prüfen, ob sie das Gesetz unseretwegen zu lieben erwählt hat, und so werden wir folglich tun, was nötig ist. Da unsere Mutter hinsichtlich der Taufe gläubig gesinnt ist, soll sie einen Tag vor der Taufe fasten,”

11. Kapitel

(1)Nachdem zwei Tage vergangen waren und wir der Frau das mit dem Wiedererkennen erzählt hatten, konnte sie vor Freude keine Nahrung aufnehmen oder gestern nur ein wenig Wasser. (2) Und die Frau bezeugte mit einem Eid des Petros: „ Sie hat wahrhaftig nicht gegessen.” Und Akylas (mehr als künftig Faustinianos)[08]sagte: „Aller es ist kein Taufffasten, das nicht deswegen[09] geschehen ist.” (3) Und Faustinos entgegnete: „Ebenso hat Gott das Fasten einrichten wollen, dass unsre Mutter keinen Tag unseres Erkennens vom Tisch getrennt sei. (4) Wie sie nämlich in Unwissenheit besonnen das der Wahrheit Angemessene getan hat, so hat es Gott auch jetzt ebenso vorher eingerichtet, dass sie einen Tag vorher unwissend für die wahre Taufe gefastet hat, damit sie seit dem ersten Tage unseres Erkennens mit uns Salz[10] zu sich nehmen kann.”

12. Kapitel

(1)Und Petros sprach: „Das Böse soll uns nicht besiegen, da sie die Absicht gefunden hat, die Voraussicht und die Mutterliebe, aber um so mehr sollen wir, ihr und ich heute ausharren, und am Morgen wird sie getauft werden. (2) Die Stunde des heutigen Tages ist nämlich auch nicht zur Taufe geeignet.” Und alle stimmten zu, dass es so geschehe.

13. Kapitel

(1)An demselben Abend genossen wir die Belehrungen des Petros, der und mit einer Rede an Hand der Absicht der Mutter die guten Zwecke der Besonnenheit zeigte, aber die schlimmen des Ehebruchs, der für das ganze Geschlecht Verderben hervorbringt[11], wenn auch nicht schnell, aber wenn auch nur gering. (2) Deshalb aber (sagt er) gefällt das der Besonnenheit Gott, denn auch denen, die im Irrtum sind, lässt er dafür in diesem Leben Gnade zukommen (denn die dortige Gerechtigkeit wir allein denen zuteil, die wegen der Hoffnung auf ihn getauft worden sind und gerecht handeln), wie ihr erkannt habt aus dem, was mit eurer Mutter geschehen ist, ich meine aber das Gute beim Zweck. (3) Wenn entsprechend einer die Ehe gebrochen hat, wird er beseitigt. (3) Deshalb hat sich Gott der Besonnenen erbarmt, einen Mord abgewendet und die verschwundenen Kinder wiedergegeben.

14. Kapitel

(1)Sagt aber einer ebenso: Wie viele sind durch Besonnenheit zugrunde gegangen? Ich sage: Durch Dummheit. Es ist nämlich nötig, dass eine, die etwas Angenehmes wahrnimmt, von selbst die Begegnung flieht wie brennendes Feuer oder einen tollen Hund. Auf solche Weise hat die Mutter an uns gehandelt, die das Gute der Besonnenheit geliebt hat. Da sie aufmerksam war, empfing sie mit uns die Erkenntnis der ewigen Herrschaft. (2) Eine Frau, die besonnen sein will, muss erkennen, dass sie, beneidet von der Bosheit unter dem Vorwand der Liebe, viele Neider hat, aber da sie durch ein Hindernis ehrbar zur Besonnenheit geblieben ist, hat sie gegen alles den Sieg erlangt und ist gerettet worden. (3) Wenn nämlich einer auch alles Gute vollbringt, muss er durch eine Sünde zum Ehebruch bestraft werden, sagt der Gottessprecher[12].

15. Kapitel

(1)Die besonnene Frau, die den Willen Gottes tut, vollzieht eine gute Erinnerung an seine erste Schöpfung, denn da Gott einer ist, schuf er für einen Menschen eine Frau. (2) Sie bleibt aber erst recht besonnen, wenn sie die Schöpfung nicht vergisst und sich die Strafe vor Augen hält und den Verlust ewiger Güter nicht verkennt. (3) Die besonnene Frau ist für diejenigen, die gerettet werden wollen, ein angenehmes Beispiel, fromm für Gottesverehrer; Es ist nämlich ein Gesetz des guten Lebens. (4) Die besonnen sein will beseitigt die Anlässe der Schmähung; wenn sie aber keinen Anlass zur Schmähung. Etwa durch einen Feind, bietet, wird sie von Gott gesegnet und gerächt. (5) Die Besonnene gehorcht Gott, liebt Gott, erfreut Gott, preist Gott; sie bietet den Menschen keinen Anlass zur Schmähung. Die besonnene Frau salbt die Gemeinde durch gute Ehrfurcht und verherrlicht (sie9 durch Ehrbarkeit; Sie ist auch noch das Lob der Lehrer und für sie ein Mitarbeiter bei der Besonnenheit.

16. Kapitel

(1)Die besonnene Frau schmückt sich wie eine Braut für den Sohn Gottes, prächtiges Licht kleidet sie. Es gibt für sie eine Schönheit, Frieden[13] in der Seele, sie duftet von Anmut, von gutem Ruf.[14] Ein schöner Mantel wird angezogen, ich ehre sie, und teure Perlen werden angelegt, die besonnenen Reden. (2) Weiß ist sie, wenn der Geist erleuchtet ist. Sie schaut mit schönem Blick, wenn sie auf Gott blickt. Sie verwendet schönen Schmuck, zur Gottesfurcht ermahnt sie die Seele. (3) Schön ist eine nicht mit Gold verstrickte Frau, sondern die von vergänglichen Begierden losgelöst ist. Die besonnene Frau wird vom großen König begehrt[15], sie gedenkt seiner, sie hält an ihm fest, von ihm wird sie geliebt. (4) Die Besonnene bietet keinen Anlass zur Lust als für ihren Mann. Die von einem andern begehrte Besonnene wird gekränkt. Die Besonnene liebt den Mann von Herzen. Die Besonnene liebt und küsst und umschmeichelt den Mann, gefällt und dient, gehorcht ihm in allem, ohne Gott ungehorsam zu sein. (5) Denn sie gehorcht Gott ohne Bewacher und hält die Seelebesonnen und den Leib rein.

17. Kapitel

(1)Jeder unvernünftige Mann hält also seine Frau von der Gottesfurcht fern, denn die Gott nicht fürchtet wird auch den Mann nicht fürchten. Wenn sie den unsichtbaren Gott nicht fürchtet, wie wird sie dem unsichtbaren Grundsatz besonnen begegnen? Wie aber wird die besonnen sein, die nicht zusammenkommt, um die besonnen Worte zu hören? (2) Wie aber gibt es auch Ermahnung? Wie aber wird sie besonnen sein ohne Bewacher, wenn sie über das kommende Gericht Gottes nicht belehrt wurde und nicht von einer kleinen Freude auf das ewige Erbe erfüllt worden ist? Dass sie deshalb immer als Hörende zu dem besonnen machenden Wort kommt, zwinge, umschmeichele (sie)!

18. Kapitel

/1(Viel besser ist es aber, wenn du sie an der Hand führend kommst, damit auch du besonnen wirst; du willst nämlich besonnen werden, damit du das Ziel einer ehrbaren Ehe erkennst – und nicht zauderst, wenn du (sie) liebst, ich meine aber, Vater zu werden, die eigenen Kinder zu lieben und von den eigenen (Kindern) geliebt zu werden. (2) Wer eine besonnene Frau haben will und selbst besonnen ist, wird (ihr) die schuldige Lagerstatt geben, er steht mit ihr zusammen, er ist mit ihr zusammen, mit ihr geht er zum besonnen machenden Wort, er wird nicht kränken, nicht vergeblich streiten, sich selbst nicht hässlich machen, er bietet Gutes, was er vermag, von dem, was er nicht hat, stellt er das Übrige durch Schmeichelei zufrieden. (3) die besonnene Frau wartet nicht ab, geschmeichelt zu werden, sie sieht den Mann als Herrn an, sie erträgt die Armut einer Mühseligen, mit dem Hungernden hungert sie, mit dem Verreisenden verreist sie, den Trauernden tröstet sie, und wenn sie einen größeren Besitz hat, als ob ihr nichts zustehe. (4) Und wenn der Mann eine arme Frau hat, halte er ihre Besonnenheit für einen großen Besitz. Die besonnene Frau geht mit Genügsamkeit an Speise und Trank um, damit sie nicht, wenn der Leib gesalbt[16] ist, durch den Einfluss[17] die Seele zu gesetzwidrigen Begierden hinabziehe. (5) Aber mit jungen Leuten wird sie nicht allein sein und die Alten beargwöhnen,, sie unterlässt unordentliches Gelächter, da sie sich dem einzigen Gott zugeteilt hat, strauchelt sie nicht, sie freut sich, wenn sie ehrbare Reden hört, aber die nicht mit Besonnenheit gesprochenen meidet sie.

19. Kapitel

(1)Gott ist Zeuge: Mord und Ehebruch sind eins; und das Fürchterliche ist, dass das Furchtbare und Gottlose ihrer Morde nicht gesehen wird. (2) ,denn mit vergossenem Blut liegt der tote Leib, und der Schrecken des Unglücks erschüttert alle, aber die Ehebrüche als Morde der Seele sind furchtbarer, da sie nicht von Menschen gesehen werden[18], von denen, die unverdrossen wagen, dem Drang nachzugeben. (3) Wisse, Mensch, wessen Atem du zum Leben hast, und wolle ihn nicht besudeln; durch einen einzigen Ehebruch wird Gottes Atem besudelt, und deshalb zieht er den Besudler ins Feuer hinab; er ist nämlicheifrig, den Frechen der ewigen Strafe auszuliefern.”

20. Kapitel

(1)Während Petros dies sagte, sah er die gute und besonnene Mattidia vor Freude weinen, und da er meinte, dass sie durch das Dargebotene betrübt worden sei, sagte er: (2)„Sei getrost, Frau; während viele viel Schlimmes wegen eines Ehebruchs erleiden, hast du wegen der Besonnenheit gelitten, und deshalb bist du nicht gestorben. Wenn du stirbst, hast du eine gerettete Seele. (3) Die Heimatstadt Rom hast du wegen der Besonnenheit verlassen; aber durch deren Voraussicht findest du Wahrheit, das Diadem der ewigen Herrschaft. (4) Im Abgrund bist du in Gefahr geraten und nicht gestorben, und wenn du gestorben wärst, wäre dir als Sterbende der Abgrund selbst um der Besonnenheit willen eine Taufe zur Rettung der Seele geworden. (5) Von den Kindern wurdest du zurückgelassen, auf kurze Zeit, was edler Herkunft ist, wird bei den Besseren gefunden. Die Hungernde hat um Nahrung gebettelt. Aber deinen Leib hast du nicht durch Unzucht besudelt. (6) Deinen Leib hast du gepeinigt, aber die Seele gerettet. Den Ehebruch bist du geflohen, damit du dich nicht durch den Beischlaf mit einem Manne besudelst; aber wegen der Besonnenheit hat Gott, der die Flucht bemerkte, den Platz des Mannes eingenommen. (7) Als Trauernde und Alleingelassene wurdest du für kurze Zeit vom Mann und den Kindern verlassen; Aber sie alle hast du zum Termin des Todes zurückgelassen, besser aber, dass du freiwillig verlassen wurdest als dass du unfreiwillig durch die Sündenzugrunde gegangen bist.

21. Kapitel

(1)Viel besser sind also die ersten Drangsale. Und wenn sie nämlich da sind, ist es durch sie Hoffnung, dass es vorübergeht, nicht sehr traurig, aber durch die Erwartung des Besseren wird auch Freude geboten. (2) Vor allem aber will ich, dass du erkennst, dass es Gott gefällt, besonnen zu sein. Die besonnene Frau ist Gottes Auserwählte, Gottes Wohlgefallen, Gottes Herrlichkeit, Gottes Kind. Ein derartiges Gut ist die Besonnenheit, denn wenn kein war, auch keine ungetaufter Gerechter in Gottes Herrschaft einging, konnten vermutlich die Verirrten der Völker schnell durch Besonnenheit gerettet werden. (3) Deswegen bin ich sehr verzweifelt hinsichtlich derer, die im Irrtum besonnen sind, denn ohne gute Hoffnung sind sie besonnen und sind zaudernd zur Taufe. Deshalb werden sie nicht gerettet, denn die Bestimmung Gottes gilt für einen Ungetauften, dass er in seine Herrschaft nicht eingeht.” Nachdem er das und dergleichen mehr, wandten wir uns zum Schlaf.

Übersetzt von Dr. Hans Jochen Genthe 2013

[01] V: I.Kor 9,5; Luc 4,38 = Marc 1,30
[02] V: Apgesch 8,36
[03] T: Das Eingeklammerte lesen die syrische Version und Rufins Recognitionen nicht
[04] V: Apgesch 2,12; 17,20
[05] E: Nichtjuden
[06] E: Mahlzeit
[07] T: So lesen die syrische Version und Rufins Recognitionen anstelle des hier nicht verständlichen απλωσ ( ) „einfach“
[08] T: Das Eingeklammerte lesen Rufins Recognitionen und die Epitomenhandschrift – wohl mit Recht -nicht
[09] E: nämlich wegen der Taufe. Die Frau hatte ja nicht wegen der bevorstehenden Taufe gefastet, sondern vor Freude nichts gegessen
[10] E: Mahlzeit
[11] T: Die Übersetzung folgt hier der Lesart der Handschrift O (Ottobonianus)
[12] V: Lev 20,10
[13] Ü: Hier steht das Wort ευνομια (spr. eunomía), das „Frieden“, aber auch „ Gesetzlichkeit“ bedeutet
[14] V: Spr 31,32
[15] V: Ps 45,12
[16] Ü: Oder „fett“
[17] Ü: Oder „Gewicht“
[18] T: Die Übersetzung folgt hier der syrischen Version