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Prediger

Einleitung

Der hebräische Titel des Buches heißt „Qohelet”. Dieses Wort kann man mit „Prediger” übersetzen, aber es hat eine allgemeinere Bedeutung,, nämlich „Versammelnder”, bezeichnet also einen, der Leute um sich versammelt, die er dann belehrt, ermahnt, ermutigt usw. . Er ist in diesem Falle ein Lehrer der Weisheit. Weisheit ist Lebensklugheit, also die Kunst, das Leben mit seinen Leiden, Freuden und Zufällen zu meistern. Diese Art Weisheit war im Alten Orient verbreitet und beliebt. Sie wurde in Sprichwörtern, Rätseln, Gleichnissen usw. ausgedrückt.[01] Im Alten Testament gilt der König Salomo als ein Meister der Weisheit, zu dem um seiner Weisheit willen die Königin von Saba aus Südarabien gereist sei (I.Kön 10). Das Buch der Sprüche wird ja auch Salomo zugeschrieben ebenso wie unser „Prediger”. Im Buch der Sprüche Salomos sieht man ganz deutlich worum es bei dieser sozusagen klassischen Weisheit geht: Der Mensch soll das Rechte tun – das ist im israelischen bereich natürlich der im Gesetz geoffenbarte Wille Gottes -, dann wird es ihm gut gehen. Man nennt das den Tun-Ergehen-Zusammenhang. Eine außerbiblische Parallele dazu ist die griechische Vorstellung vom Eudämonismus, d.h. vom Wohlbefinden infolge bestimmter Verhaltensweisen.

Dem aufmerksamen Leser wird jedoch nicht entgehen, dass davon im Buche Prediger keine Rede ist, ja, dass der Prediger diesen Zusammenhang geradezu bestreitet. Von Gott ist in diesem Buch auch kaum die Rede. Theologisch bedeutet dies, dass Gott so hoch, so weltüberlegen und für den Menschen unerreichbar ist, dass ihn kein Mensch durch eigenes Wohlverhalten nötigen kann, ihn mit irdischen Wohltaten zu segnen. Martin Luther sah deshalb im Buche des Predigers eine Bestätigung seiner Lehre vom unfreien Willen. Allerdings gibt es ein Glück im Jenseits für den Prediger überhaupt nicht. Die klassische Weisheit mit ihrem Tun-Ergehen-Zusammenhang greift also nicht; vielmehr greifen Zweifel daran um sich. Eine Stimme dieses Zweifels ist eben der Prediger, eine andere das Buch Ijob. Doch es ist zu beachten: dieser Zweifel hat den eben erwähnten theologischen Grund und ist nicht Ausdruck von Nihilismus, Zynismus oder gar Atheismus.

Der aufmerksame Leser wird vergeblich nach einem zusammenhängenden Gedankengang des Buches suchen. In dieser Hinsicht ist mancherlei erwogen worden, aber ohne überzeugendes Ergebnis. Das liegt aber an der Natur der Weisheitsrede überhaupt, die sich ja nicht in langen Diskursen, sondern in Spruchgut zu äußern pflegte. Diese Einsicht allein genügt allerdings nicht.

Man kann nämlich auf Widersprüche in dem Buch stoßen, z.B. zwischen 7,1a und 9,8b oder zwischen 7,3 und 7,9. Die Widersprüche haben die Literarkritik herausgefordert, also die Frage gestellt, ob das Buch eine literarische Einheit darstellt oder nicht vielmehr auf verschiedene Verfasser zurückzuführen ist. Übereinstimmung besteht weitgehend darin, dass die letzten sechs Verse des Buches spätere Nachworte sind, und zwar von zwei verschiedenen Verfassern, den sog. Epilogisten. Vom ersten Epilogisten stammen 12,9-11, vom zweiten 12,12-14. Der erste Epilogist steht dem Verfasser des Buches zeitlich nahe und reiht ihn in die Lehrer der Weisheit ein. Die letzten drei Verse werden auf einen zweiten, späteren Epilogisten zurückgeführt. Dass auch der Hinweis auf Salomo als Verfasser (1,1b) auf einen Epilogisten zurückgeht, ist zu erwägen. Darüber hinaus gibt es gegenwärtig zwei unterschiedliche Erklärungen für den Charakter und das Werden des Buches. Für beide Theorien gibt es mehrere Spielarten, auf die hier aber nicht im Einzelnen einzugehen ist. Dass Salomo nicht der Verfasser sein kann, hat schon der jüdische Exeget Ibn Esra im 12. Jahrhundert vermutet. Für Martin Luther stand fest, dass Salomo als Verfasser nicht in Frage kommen kann. Dass die Schrift aus der Zeit des Hellenismus, also der Zeit nach Alexander d. Gr. stammt, darüber ist man sich seit längerer Zeit einig. Über die Art der Entstehung gibt es, wie bemerkt, zwei Theorien:’

1.Die Zitatentheorie[02]. Sie besagt, dass sich der Prediger mit Gesprächspartnern auseinandersetzt, die er zitiert und denen er dann widerspricht. Am Anfang aber – so die Zitatentheorie – stellt der Prediger seine Lehre vor (1,3-3,22), worauf 4,1-6,9 gesprächsweise das Verständnis von Glück entfaltet und 9,1-12,8 einem gedachten Gesprächspartner gegenüber verteidigt wird. So werden die Widersprüche erklärt. Wir hätten es demnach mit einem fiktiven Dialog zu tun. Eine solche Rede, bei welcher der Sprecher mögliche Einwände von Gegnern anführt, um sie zu widerlegen, nennt man eine Diatribe. Innerhalb der griechischen Philosophie wurde sie entwickelt und gepflegt, nämlich bei Kynikern und Stoikern. Der Apostel Paulus hat in seinen Briefen davon Gebrauch gemacht, und in der christlichen Predigt hat die Diatribe eine lange Tradition. Die Frage ist nur, ob die Zitatentheorie mehr erklären kann als die gelegentlichen Widersprüche, nämlich den Charakter des gesamten Buches.

2. Die Bearbeitungstheorie.[03] Danach haben wir es mit einer Grundschicht und zwei Bearbeitungsschichten zu tun. Die Grundschrift betont gegen den Wahn der Machbarkeit und der menschlichen Autonomie die Flüchtigkeit und Nichtigkeit des menschlichen Lebens, das nur als Gabe Gottes zu begreifen und auch zu genießen ist. Hintergrund sind Schöpfungsgeschichte und Sündenfalls (Gen 2-3). Das ist zugleich eine Kritik an dem kulturgeschichtlichen Optimismus unter Ptolemäus II.( 282-246 v. Chr.). Juda gehörte damals zum ägyptisch-ptolemäischen Reich. Die Warnung vor dem Optimismus sollte bald bestätigt werden durch die nun einsetzenden Kriege zwischen dem ptolemäischen Ägypten und dem syrischen Seleukidenreich. Durch den Sieg des Seleukiden Antiochos III. über Ptolemäus V. in der Schlacht an den Jordanquellen im Jahre 198 v. Chr. kam Palästina an das Reich der Seleukiden. In diese Zeit wäre die erste Bearbeitung der Grundschrift anzusetzen, die sich gegen eine zunehmende Verweltlichung wendet und dazu auffordert, sich angesichts der politischen Unruhen auf Gott zu verlassen und seine Gaben dankbar zu genießen. Der Prediger, den die zweite Bearbeitungsschicht 7,27 ausdrücklich so bezeichnet, wäre dann der Prototyp des schriftgelehrten Weisen, einer der Verständigen (Dan 11,33-35), die dann im Laufe des Makkabäeraufstandes deutlich hervortreten. In diese Zeit. Also ab 168 v. Chr. wäre die zweite Bearbeitung der Grundschrift anzusetzen. Schon vorher hatte Antiochos IV. eine aktive Hellenisierung in Juda betrieben, was natürlich erhebliche Verstöße gegen Tradition und Gesetz der Juden mit sich brachte und die Juden in zwei Richtungen spaltete, die sich gegenseitig bekämpften. In dieser Auseinandersetzung wird die zweite Bearbeitung verortet, und zwar im antihellenistischen Sinne. Nach dieser Theorie bleiben Grundschrift und Bearbeitungen auf der gleichen Linie. Die allerdings von Schicht zu Schicht verschärft wird. So reisvoll es ist, das Buch in ganz bestimmten historischen Situationen zu Wort kommen zu lassen und ihm damit einen weltgeschichtlichen Platz zu geben, muss man doch fragen, ob der Zusammenhang mit den Ereignissen der Geschichte des Hellenismus tatsächlich im Text so greifbar ist.

Der Leser des Predigers ist demnach aufgefordert, beim Lesen beide Theorien vor Augen zu haben und zu prüfen.

Dass das Buch im Zeitalter des Hellenismus entstanden ist, hat die Zustimmung aller Ausleger. Die Zitatentheorie verlegt das ganze Werk in die Zeit Ptolemäus II., während die Bearbeitungstheorie die Grundschrift aus dieser Zeit herleitet. Die Auseinandersetzung mit dem Hellenismus, aber auch dessen Einfluss auf das Buch sind nicht zu übersehen. Nicht zu übersehen sind auch gewisse Vorstellungen, z. B. die Bedeutung der Sonne u.a., die auf Ägypten verweisen. Dennoch ist als Ort der Abfassung nicht Alexandria oder ein anderer ägyptischer Ort anzunehmen. Angesichts des im Hellenismus herrschenden kulturellen Austausches war auch Jerusalem für ägyptische Einflüsse offen, besonders in der Zeit, als Juda unter ptolemäischer Herrschaft stand. Doch auch Einflüsse östlicher und griechischer Weisheit sind zu erkennen und für jene Zeit nicht überraschend.

Das Buch Jesus Sirach setzt die Bekanntschaft mit dem Prediger voraus, gegen dessen Lehre vom Zusammenhang von Tun und Ergehen er sich wendet. Umgekehrt gilt das für die im 1. Jahrhundert n.Chr. verfasste Weisheit Salomos, die sich mit dem Prediger polemisch auseinandersetzt.

Ob diese Schrift zum Kanon gehören solle oder nicht, darüber waren sich die Rabbinen im 1. Jahrhundert n. Chr. zunächst längere Zeit nicht einig. Die für die Kanonisierung entscheidende Synode von Jamnia im Jahre 90 n. Chr. nahm das Buch in den Kanon auf. Aber noch der Talmud weiß nichts über eine synagogale Lesung dieses Buches. Erst im Mittelalter wurde es üblich, den Prediger zu Laubhütten zu lesen.

Übersetzung

Ausgangstext dieser Übersetzung ist die Biblia Hebraica Quinta Band 18, Stuttgart – Deutsche Bibelgesellschaft 2004.

1.Kapitel

(1) Worte des Predigers, des Sohnes Davids[04], Königs in Jeruschalajim.

(2) Nichtiges [05]der Nichtigkeiten, sagt der Prediger, Nichtiges der Nichtigkeiten, alles ist nichtig[06].

(3) Was ist der Gewinn[07] für den Menschen? In all seiner Mühe, mit der er sich abmüht unter der Sonne?

(4) Ein Geschlecht geht, und ein Geschlecht geht, und die Erde steht für immer.[08]

(5) Und die Sonne geht auf, und die Sonne geht unter;

und sie lechzt nach ihrem Platz, dort geht sie auf.

(6) Es geht nach Süden und wendet sich nach Norden;

es dreht, es dreht, der Wind geht,

und auf seinem Umkreis wendet sich der Wind[09].

(7) Alle Flüsse gehen zum Meer, und das Meer wird nicht voll[10];

zu dem Ort, wohin die Flüsse gehen, dorthin gehen sie wieder und wieder.

(8) Alle Reden mühen sich ab, niemand vermag auszureden;

ein Auge wird nicht satt zu sehen, und ein Ohr wird nicht angefüllt vom Hören[11].

(9) Das, was war, wird wieder sein, und was getan wurde, wird wieder getan werden;

und nichts Neues ist unter der Sonne[12].

(10) Gibt es etwas, von dem man sagt: Sieh, dies ist neu;

es hat es längst gegeben in den endlosen Zeiten, die vor uns gewesen sind.

(11) Es gibt kein Gedächtnis für die früheren Zeiten und auch nicht für die kommenden, die sein werden;

es wird für sie kein Gedächtnis geben bei denen, die nach uns sein werden[13].

(12) Ich, der Prediger, bin König über Jisrael in Jeruschalajim.

(13) Ich habe mein Herz gegeben, um zu suchen und zu forschen nach der Weisheit über alles, was wir unter dem Himmel tun; dies ist eine böse Sache, die Gott den Menschensöhnen gegeben hat, um sie damit zu plagen[14].

(14) Ich habe alle Werke gesehen, die sie unter der Sonne verrichten;

und siehe, alles ist nichtig und ein Haschen nach Wind.

(15) Krummes kann nicht zum Geraden werden[15]; und was nicht da ist, ist nicht zu zählen.

(16) Ich habe in meinem Herzen folgendes gesagt: Siehe, erlangt habe ich große und immer größere Weisheit erlangt, mehr als alle, die vor mir über Jeruschalajim waren; und mein Herz hat große Weisheit und Erkenntnis geschaut.

(17) Und ich habe mein Herz gegeben zur Erkenntnis der Weisheit und Erkenntnis der Torheit und Dummheit[16]; und ich erkannte, dass auch dies ein Haschen nach Wind ist[17].

(18) Denn in der Menge der Weisheit ist viel Verdruss; und wenn Erkenntnis zunimmt, nimmt auch Leiden zu.[18]

2. Kapitel

(1) Ich sprach in meinem Herzen: Geh, ich will es doch mit Freude versuchen und auf Gutes schauen; und sieh, auch dies ist nichtig.

(2) Zum Lachen sagte ich: Torheit; und zur Freude: Was macht´s ?

(3)Ich forschte in meinem Herzen, um mein Herz im Wein zu ziehen[19]; und mein Herz führte mit Weisheit – und Torheit zu ergreifen, bis ich sähe, wo Gutes für die Menschensöhne ist, das sie unter dem Himmel tun für die Zahl der Tage ihres Lebens.

(4) Ich machte meine Werke groß;

ich baute mir Häuser und legte mir Weinberge an.

(5) Ich schuf Gärten und Parks;

und ich pflanzte in ihnen Bäume für alle Früchte.

(6) Ich habe mir Wasserteiche gemacht;

damit aus ihnen ein sprossender Wald trinkt.

(7) Ich habe Sklaven und Sklavinnen gekauft, und die Söhne des Hauses waren mein[20];

auch Vieh. Rindvieh und Kleinvieh habe ich viel,

mehr als alle, die vor mir in Jeruschalajim waren.

(8) Ich habe für mich Silber und Gold gesammelt[21] und Eigentum der Könige und Staaten;

ich habe mir Sänger und Sängerinnen besorgt und Genüsse der Menschensöhne, Geliebte und Geliebte.

(9) Ich habe mehr vergrößert und gemehrt als alles, was vor mir in Jeruschalajim gewesen ist;

auch meine Weisheit[22] stand für mich da[23].

(10) Und alles, was meine Augen verlangten, verwehrte ich ihnen nicht;

ich hielt mein Herz nicht zurück von aller Freude,

denn mein Herz freute sich an meiner Arbeit,

und das war mein Anteil an all meiner Arbeit.

(11) Ich wandte mich zu allen meinen Werken, die meine Hände vollbracht hatten

und zu der Mühsal, die ich aufgewandt hatte, um es zu tun;

und siehe, alles war nichtig und ein Treiben des Windes,

und es gibt keinen Gewinn unter der Sonne.

(12) Und ich wandte mich um, um Weisheit zu schauen, und Narretei und Torheit;

denn was ist der Mensch, der nach dem König kommt[24]?

Alles, was man längst getan hat[25].

(13) Und ich sah, welchen Vorteil es für die Weisheit vor der Torheit gibt;

wie der Vorteil des Lichtes vor der Finsternis.

(14) Der Weise hat seine Augen in seinem Kopf, und der Tor wandelt in der Finsternis;

und ich erkannte auch: ein Geschick trifft sie alle.

(15) Und ich habe in meinem Herzen gesagt:

Wie das Geschick des Toren, so trifft es auch mich,

und warum bin ich damals so überaus weise gewesen ?

Und ich habe in meinem Herzen gesagt: auch dies ist nichtig.

(16) Denn es gibt kein Gedächtnis für einen Weisen wie für einen Toren für immer;

von dem in den künftigen Tagen alles vergessen sein wird,

und stirbt nicht der Weise mit dem Toren ?

(17) Und ich hasste das Leben,

denn böse lagen auf mir die Werke, die unter der Sonne verrichtet werden;

denn alle sind nichtig und ein Haschen nach Wind.

(18) Und ich hasste alle Mühsal, mit der ich mich abgemüht hatte unter der Sonne; die ich dem Menschen überlassen werde, der nach mir sein wird.

(19)Und wer erkennt, ob er ein Weiser oder ein Tor sein wird ? Und er wird herrschen dank all meiner Mühe, mit der ich mich abgemüht habe und weise gewesen bin unter der Sonne; auch dies ist nichtig.

(20) Und ich habe mich umgewandt, so dass ich mein Herz verzweifeln ließ; über all die Mühe, mit der ich mich abgemüht habe unter der Sonne.

(21) Denn es gibt einen Menschen, dessen Mühsal in Weisheit und in Erkenntnis und in Gewinn besteht; und einem Menschen, der sich nicht, der sich nicht darum bemüht hat, wird sein Anteil gegeben, auch dies ist nichtig und schlimm.

(22) Denn was wird da sein für den Menschen bei all seiner Mühsal und Bestreben seines Herzens; womit er sich abmüht unter der Sonne ?

(23) Denn alle seine Tage sind Schmerzen und Verdruss seines Geschäftes, auch in der Nacht ruht sein Herz nicht; auch dieses ist nichtig.

(24) Nichts Besseres gibt es für einen Menschen, als dass er isst und trinkt und seine Seele Gutes sehen läßt bei seiner Mühsal[26]; auch dies habe ich gesehen, dass es aus der Hand Gottes kommt.[27]

(25) Denn wer isst und genießt ohne ihn[28] ?

(26) Denn dem Menschen, der gut ist vor ihm[29] gibt er Weisheit und Erkenntnis und Freude; und dem Sünder gibt er Beschäftigung zu sammeln und zusammenzutragen, um demjenigen zu geben, der gut ist vor Gott[30], auch dies ist nichtig und ein Haschen nach Wind.

3.Kapitel

(1) Für alles ist es ein Zeitpunkt da; und ein Zeitpunkt ist für jede Sache unter dem Himmel da.[31] (2)Ein Zeitpunkt

für die Geburt und ein Zeitpunkt

für den Tod; ein Zeitpunkt

für das Pflanzen und ein Zeitpunkt

für das Ausreißen des Gepflanzten. (3) Ein Zeitpunkt

für das Töten und ein Zeitpunkt

zum Heilen ein Zeitpunkt

zum Einreißen und ein Zeitpunkt

zum Bauen. (4) Ein Zeitpunkt

zum Weinen und ein Zeitpunkt

zum Lachen ein Zeitpunkt

zum Klagen und ein Zeitpunkt

zum Tanzen. (5) Ein Zeitpunkt

zum Steinewerfen und ein Zeitpunkt

zum Steinesammeln ein Zeitpunkt

zum Umarmen und ein Zeitpunkt

sich vom Umarmen zu entfernen (6) ein Zeitpunkt

zum Suchen und ein Zeitpunkt

zu, Zugrunderichten ein Zeitpunkt

zum Bewahren und ein Zeitpunkt

zum Wegwerfen (7) ein Zeitpunkt

zum Zerreißen und ein Zeitpunkt

zum Nähen ein Zeitpunkt

zum Schweigen und ein Zeitpunkt

zum Reden (8) ein Zeitpunkt

zum Lieben und ein Zeitpunkt

zum Hassen ein Zeitpunkt

des Krieges und ein Zeitpunkt

des Friedens (9) Was

ist der Gewinn des Tuns, bei dem man sich abmüht ? (10) Ich habe die Arbeit gesehen, die Gott den Menschensöhnen auferlegt hat, um ihn damit zu plagen[32]. (11) Alles hat er schön gemacht zu seiner Zeit[33]; auch die Ewigkeit hat er in ihr Herz gelegt, aber der Mensch findet das Werk, das Gott von Anfang bis zum Ende tut, nicht heraus[34]. (12) Ich habe erkannt, dass es nichts Gutes für sie gibt, als sich zu freuen und Gutes zu tun in seinem Leben[35]. (13) Und auch, dass jeder Mensch isst und trinkt und Gutes sieht bei all seiner Mühsal; das ist eine Gabe Gottes. (14) Ich habe auch erkannt, dass alles, was Gott tut, das ist für immer, ihm ist nichts hinzuzufügen, und von ihm ist nichts wegzunehmen; und Gott hat gemacht, dass sie ihn fürchten.

(15) Was war, war längst da, und was geschehen wird, war längst da; und Gott sucht das Verschwundene[36]. (16) Und ich sah noch unter der Sonne: einen Ort des Gerichts, da war Frevel[37], und einen Ort der Gerechtigkeit, da war Frevel. (17) Ich sprach in meinem Herzen: den Gerechten und den Frevler richtet Gott[38]; denn einen Zeitpunkt gibt es für jedes Tun, und über jedem Werk…[39] (18) Ich sprach in meinem Herzen betreffs der Menschensöhne, dass Gott sie gesichtet hat; und damit sie sehen, dass sie Vieh sind, sie sind es. (19) Denn das Geschick der Menschensöhne und das Geschick des Viehs sind ein und dasselbe, wie dieser stirbt, so stirbt jener, und einen Atem haben sie alle; und es gibt keinen Vorzug des Menschen vor dem Vieh, denn alles ist nichtig. (20) Alles geht an einen Ort;

alles ist aus Staub, und alles kehrt zum Staub zurück. (21) Wer weiß, ob der Geist[40] der Menschensöhne nach oben hinaufsteigt; und der Geist der Tiere nach unten hinabsteigt zur Erde ? (22) Und ich sah, dass es nichts Besseres gibt, als dass sich der Mensch über seine Werke freut, denn das ist sein Anteil; denn wer bringt ihn dahin, zu sehen, was nach ihm sein wird ?

4. Kapitel

(1) Und ich wandte mich um und sah alle Unterdrückungen, die unter der Sonne geschehen;

Und sieh,

Tränen der Unterdrückten, und es gibt für sie keinen Tröster,

und Kraft aus der Hand ihrer Unterdrücker, und es gibt für sie keinen Tröster.

(2) Und ich pries die Verstorbenen, die längst tot sind[41];

vor den Lebenden, die noch leben.

(3) Und besser als die beiden ist es für den, der noch nicht ist[42];

der das böse Tun nicht gesehen hat,

das unter der Sonne geschieht.

(4)Und ich sah alle Mühsal und allen Gewinn des Tuns, denn es ist die Eifersucht eines jeden gegen seinen Nächsten; auch dies ist nichtig und ein Haschen nach Wind.

(5) Der Törichte faltet seine Hände und isst sein eigenes Fleisch[43].

(6) Besser ist eine mit Ruhe gefüllte Hand als zwei hohle Hände voll Mühsal und Haschen nach Wind.

(7) Und ich wandte mich um und sah Nichtiges unter der Sonne.

(8) Da ist einer, und es gibt keinen zweiten, auch einen Sohn und einen Bruder gibt es nicht für ihn,

und es gibt kein Ende für seine ganze Mühsal, auch sättigt sich sein Auge am Reichtum;

und für wen mühe ich mich ab, und meine Seele[44] entbehrt Gutes?

Auch dies ist nichtig und eine böse Sache.

(9) Besser sind zwei als einer;

für die es einen guten Lohn für ihre Mühsal gibt[45].

(10) Denn wenn sie fallen, richtet der eine seinen Gefährten auf;

und wehe[46]dem Einzelnen, der fällt, und es gibt keinen zweiten. Um ihn aufzurichten.

(11) Auch wenn zwei liegen, und es ist warm für sie; und wie wird der Einzelne warm?

(12) Und wenn ihn einer überfällt, dann stehen ihm zwei gegenüber;

und der dreifache Faden wird in der Eile nicht losgerissen.

(13) Besser ist ein armer und weiser Junger; als ein alter und törichter König,

der nicht mehr versteht, sich warnen zu lassen.

(14) Denn aus dem Gefängnis zog er[47] heraus, um zu herrschen;

obwohl er unter seiner[48] Herrschaft er arm geboren war[49].

(15) Und ich sah alle Menschen, die unter der Sonne wandeln;

mit dem Jungen als dem Zweiten, der unter ihm stand[50].

(16) Es war des Volkes kein Ende[51], aller, vor denen er war,

auch die Späteren freuten sich nicht über ihn[52];

denn auch dies ist nichtig und ein Haschen nach Wind.

(17) Bewahre deinen Fuß, wenn du in Gottes Haus gehst[53],

und zu nahen, um zu hören ist besser[54] als wenn die Toren Schlachtopfer bringen;

denn sie sind unwissend, so dass sie Böses tun.

5. Kapitel

(1) Beeile dich nicht mit deinem Munde[55], und die Herz sei nicht eilig,

ein Wort vor Gott herauszubringen;

denn Gott ist im Himmel, und du bist auf der Erde,

deshalb seien deiner Worte wenig.[56]

(2) Denn bei vielen Geschäften kommt der Traum;

und die Stimme des Toren mit vielen Worten[57].

(3) Wenn du Gott ein Gelübde ablegst, sollst du nicht zögern, es zu erfüllen.

Denn es gibt kein Gefallen an den Toren; was du gelobst, das erfülle[58].

(4) Besser du gelobst nicht; als dass du gelobst und es nicht erfüllst.

(5) Erlaube deinem Mund nicht, dass dein Fleisch straffällig wird,

und du sollst vor dem Engel[59] nicht sagen, dass es ein Versehen war;

warum sollte Gott deiner Stimme zürnen und das Werk deiner Hände verderben?

(6) Denn bei vielem[60] gibt es Träume[61] und Nichtigkeiten, und der Worte sind viel;

denn fürchte Gott!

(7) Wenn du Bedrückung des Armen[62] und Raub von Recht und Gerechtigkeit im Staat siehst, dann wundere dich nicht über die Angelegenheit; denn es wacht ein Hoher über einen Hohen und über sie Höhere[63].

(8) Und ein Vorteil des Landes ist bei allem dies: ein König für bebautes Land.[64][65]

(9) Wer Silber liebt, wird nicht satt an Silber,

und wer Besitz liebt,…nicht der Gewinn; auch dies ist nichtig.[66]

(10) Wenn sich das Gut mehrt, mehren sich die davon essen;

und was für einen Gewinn hat sein Besitzer, wenn es seine Augen nicht sehen.

(11) Süß ist der Schlaf eines Arbeitenden, ob er wenig gegessen hat oder ob er viel gegessen hat;

und Sattheit ist für einen Reichen, für ihn gibt es keine Ruhe zum Schlafen.

(12)Es gibt ein schlimmes Leide, sah ich unter der Sonne;

Behüteter Reichtum wird für seinen Besitzer zum Übel[67].

(13) Zugrunde geht der reichtum durch ein schlimmes Ereignis;

und er hat einen Sohn gezeugt, und in dessen Hand ist nichts.

(14) Wie er aus dem Leib seiner Mutter herauskommt, nackt kehrt er zurück, um zu gehen, wie er gekommen ist[68];

und nichts trägt er davon für seine Mühsal, die durch seine Hand gegangen ist.

(15) Und auch dies ist ein schlimmes Leiden:

alles so wie er gekommen ist, so geht er;

und was ist der Gewinn für ihn, dass er sich abmüht? Wind.

(16) Auch alle seine Tage speist er in der Finsternis;

und er empfindet großen Unmut und Schwäche und Zorn.

(17) Sieh, was ich als gut gesehen habe, was schön ist: zu essen und zu trinken und Gutes zu sehen in all seiner Mühsal, mit der einer sich müht unter der Sonne in der Zahl der Tage seines Lebens, welche ihm Gott gegeben hat, denn das ist sein Anteil. (18) Auch jeder Mensch, dem Gott Reichtum und Vermögen gegeben und dem er gestattet hat, davon seinen Anteil zu essen und zu trinken und sich in seiner Mühsal zu freuen: dies ist Gottes Gabe. (19) Denn er gedenkt nicht der vielen Tage seines Lebens; denn Gottes Gegenleistung[69] ist in der Freude seines Herzens[70].

6.Kapitel

(1) Es gibt Böses, das ich gesehen habe unter der Sonne; und schwer[71] ist es auf dem Menschen. (2) Ein Mann, dem Gott[72] Reichtum, Vermögen und Macht[73] gegeben hat, dessen Seele[74]nichts fehlt von allem, was er begehrt, und erlaubt ihm nicht, davon zu zehren, denn ein fremder Mann verzehrt es; dies ist nichtig und eine böse Schwäche. (3) Wenn ein Mann hundert Kinder zeugte und hundert Jahre leben würde und die Tage seiner Jahre viel wären und seine Seele nicht satt würde vom Guten,

und es auch kein Begräbnis für ihn gäbe[75]; ich sage: eine Fehlgeburt wäre besser[76].

(4) Denn im Nichtigen ist sie gekommen, und in der Finsternis wandelt sie,

und von Finsternis wird ihr Name bedeckt.

(5) Auch die Sonne sieht sie nicht und kennt (sie) nicht;

sie hat mehr Ruhe als jener.

(6) Und wenn er zweimal tausend Jahre leben würde und nichts Gutes sähe;

geht nicht jeder an einen Ort?

(7) Jede Mühsal des Menschen ist für seinen Mund, und auch die Seele wird nicht erfüllt[77].

(8) Denn was für einen Vorzug hat ein Weiser vor einem Toren?

Was ein Armer, der zu gehen versteht gegenüber dem Weisen?[78]

(9) Besser ist das Sehen der Augen als das Umhergehen der Seele;

Auch dies ist nichtig und ein Haschen nach Wind.

(10) Was ist, dessen Name war längst genannt, und kund geworden, was ein Mensch sei;

und er kann nicht mit dem rechten, der stärker ist als er[79].

(11) Denn es gibt viele Worte, die das Nichtige vergrößern;

Was ist der Nutzen für einen Menschen?

(12) Denn wer erkennt, was für einen Menschen im Leben gut ist?

Die Zahl der Tage seines Lebens sind seine Nichtigkeit, und er verbringt sie wie im Schatten[80];

Wer erzählt denn einem Menschen, was nach ihm sein wird unter der Sonne?

7.Kapitel

(1) Ein guter Name ist besser als gutes Öl[81]; und der Tag des Todes als der Tag seiner Geburt.

(2) Es ist besser, in ein Haus der Trauer zu gehen als in ein Trinkhaus zu gehen,

weil dies das Ende jedes Menschen ist; und der Lebende es sich zu Herzen nimmt.

(3) Kummer ist besser als Lachen; denn bei einem schlechten Angesicht wird das Herz gut.

(4) Ein Herz der Weisen ist im Hause der Trauer, und ein Herz der Toren ist im Hause der Freuden.

(5) Es ist besser, auf die Schelte eines Weisen zu hören, als dass ein Mann auf das Lied von Toren hört.

(6) Denn wie das Geräusch der Dornen[82] unter dem Kessel, so ist Gelächter der Toren;

auch dies ist nichtig..

(7) Denn das erpresste Gut verblendet einen Weisen; und ein Geschenk[83] richtet ein Herz zugrunde.[84]

(8) Das Ende einer Rede ist besser als ihr Anfang[85]; Langmut ist besser als ein hochfahrender Geist.

(9) Sei nicht eilig, in deinem Geiste Ärger zu empfinden; denn Ärger ruht im Busen der Toren[86].

(10) Sage nicht: Was ist geschehen, dass die früheren Tage besser waren als die jetzigen?

Denn nicht aus Weisheit wirst du danach gefragt haben.

(11) Weisheit ist besser als[87] ein Erbgut; und ein Gewinn für diejenigen, welche die Sonne sehen.

(12) denn im Schatten der Weisheit – im Schatten des Silbers;

und Gewinn der Erkenntnis: Weisheit belebt ihren Besitzer.[88]

(13) Sieh auf Gottes Werk;

denn wer kann gerade machen, was er gekrümmt hat?[89]

(14) An einem guten Tage lass es dir gut sei, und an einem bösen Tage sieh:

den einen wie den andern hat Gott geschaffen,

damit[90] der Mensch nicht herausfindet, was nach ihm ist.

(15) Alles habe ich gesehen in den Tagen meiner Nichtigkeit;

Da ist ein Gerechter, der in seiner Gerechtigkeit zugrunde geht, und da ist ein Übeltäter , der in seiner Bosheit lange bleibt[91].

(16) Sei nicht übermäßig gerecht[92], und sei nicht weise im Überfluss!

warum solltest du dich aufreiben?

(17)Übertreibe deinen Frevel nicht, und sei kein Tor!

Warum willst du sterben zu einem Zeitpunkt, der nicht der deinige ist?

(18)Gut ist, du hältst dich an dies, und auch von jenem ziehst du deine Hand nicht weg!

Denn wer Gott fürchtet kommt aus all dem heraus.

(19) Die Weisheit hilft dem Weisen; mehr als zehn Mächtige, die in einer Stadt sind.

(20) Denn auf Erden gibt es keinen Menschen, der gerecht ist, der Gutes tut und nicht sündigt[93].

(21) Auch alle Worte, die sie reden, nimm dir nicht zu Herzen!

Dass du nicht deinen Sklaven hörst, der dich verflucht.

(22) Denn auch viele Male weiß dein Herz,

dass auch du andere verflucht hast.

(23) Alles dies habe ich mit Weisheit versucht;

Ich habe gesagt: Ich will weise sein, und sie blieb fern von mir.

(24) Fern ist das, was ist; und tief, tief, wer wird es finden?

(25) Umgewendet habe ich mich und mein Herz zur Erkenntnis und um zu erforschen, und Weisheit und Berechnung zu suchen;

zu erkennen den Frevel der Torheit und die Narretei der Dummheit.

(26) Und ich fand: bitterer als der Tod ist die Frau,

deren Fangseile und Netze ihres Herzens sind die Fesseln ihrer Hände;

es ist gut vor Gott, wer ihr entrinnt, und eine Sünder wird von ihr gefangen[94].

(27) Sieh, dies habe ich gefunden, spricht ein Prediger;

eins um eins, um eine Berechnung zu finden.

(28) Noch sucht meine Seele, und ich finde nicht;

unter tausend habe ich einen Menschen gefunden,

und eine Frau habe ich unter diesen allen nicht gefunden.

(29) Sieh, allein dies habe ich gefunden,

dass Gott den Menschen rechtschaffen geschaffen hat[95];

und sie suchen viele Berechnungen.

8.Kapitel

(1) Wer ist hier ein Weiser[96] ? Wer kennt die Deutung des Ausspruchs:

„Die Weisheit eines Menschen lässt sein Angesicht leuchten, und Macht entstellt sein Angesicht.”

(2) Beachte den Mund des Königs und zum Worte eines Gottesschwures eile nicht[97]!

(3) Du sollst nicht vor sein Angesicht gehen, du sollst dich nicht zu einer bösen Sache stellen;

denn alles, was ihm gefällt, das tut er.

(4) Zumal ein Wort eines Königs mächtig ist;

und wer sagt ihm: Was tust du ?

(5) Wer das Gebot bewahrt, kennt keine böse Sache;

Und Zeitpunkt und Gericht weiß das Herz eines Weisen.

(6) Denn für jede Angelegenheit gibt es einen Zeitpunkt[98] und ein Gericht;

denn das Böse des Menschen liegt schwer auf ihm.

(7) Denn wir wissen nicht, was geschehen wird;

denn wie es geschehen wird, wer erzählt es ihm?[99]

(8) Ein Mensch ist nicht Herrscher über den Geist[100], um den Geist zurückzuhalten[101],

und er ist nicht Machthaber über den Tag des Todes, und es gibt keine Entlassung im Kampf[102];

und Unrecht[103] rettet seinen Besitzer nicht.

(9) Dies alles habe ich gesehen und richtete mein Herz

auf alle Werke, die unter der Sonne getan werden;

zu der Zeit, zu welcher der Mensch über den Menschen zu seinem Schaden herrscht.

(10) und so sah ich die Frevler begraben weggehen,

und vom heiligen Ort gingen sie, und vergessen sind in der heiligen Stadt die, welche so gehandelt haben[104];

auch dies ist nichtig.

(11) Weil das Urteil nicht vollstreckt wird in Eile über die böse Tat,

deshalb ist das Herz der Menschensöhne voll, unter ihnen Böses zu tun[105].

(12) Denn ein Sünder tut hundertmal Böses, und für ihn gibt es Langmut;

denn auch ich weiß, dass Gutes sein wird, für die, welche Gott fürchten,

die sich vor seinem Angesicht fürchten.

(13) Und Gutes wird nicht sein für den Frevler, und er verlängert seine Tage nicht wie ein Schatten,

der sich nicht vor Gott fürchtet[106].

(14) Es gibt Nichtiges, das auf Erden getan wird.

Es gibt nämlich Gerechte, die es trifft als ob sie eine Tat der Frevler begangen hätten,

und es gibt Frevler, die es trifft als ob sie eine Tat der Gerechten gegangen hätten[107];

ich sage, dass auch dieses nichtig ist.

(15) Und ich preise die Freude, bei der es nichts Gutes für den Menschen gibt unter der Sonne als zu essen und zu trinken und sich zu freuen; und dies begleitet ihn bei seiner Mühsal in den Tagen seiner Lebens, die ihm Gott gibt unter der Sonne[108]. (16) Wie ich mein Herz darauf gerichtet habe, Weisheit zu erkennen und das Treiben zu sehen, das auf Erden getan wird; auch wenn man bei Tage und in der Nacht des Schlafes mit seinen Augen nichts sieht. (17) Und ich sah das ganze Werk Gottes, dass der Mensch das Werk, welches unter der Sonne getan wird, nicht herauszufinden vermag in dem, womit der Mensch sich abmüht zu suchen und nicht zu finden; und auch wenn der Weise zu erkennen behauptet, er kann es nicht herausfinden.[109]

9.Kapitel

(1) Denn dies alles habe ich in mein Herz gegeben, und mein Herz hat all dies gesehen[110],

weil die Gerechten und die Weisen und ihre Taten in Gottes Hand sind;

Liebe wie Hass kennt der Mensch nicht, alles ist vor ihnen gewesen.

(2) Alles ist eitel[111], wie es für alle ein einziges Geschick gibt,

für den Gerechten und den Frevler, für den Guten und für den Reinen und für den Unreinen

und für den, der opfert und für den, der nicht opfert;

wie der Gute, so der Sünder, der Schwörende wie derjenige, der einen Schwur fürchtet.[112]

(3) Dies ist böse bei allem, was unter der Sonne getan wird, denn es gibt ein einziges Geschick für alle; und auch das Herz der Menschensöhne ist voll Bosheit und Torheit in ihrem Herzen während ihres Lebens, und danach zu den Toten[113].

(4) Denn wer immer den Lebenden zugefügt wird, für den gibt es Zuversicht;

denn ein lebender Hund ist besser als ein toter Löwe.

(5) Denn die Lebenden wissen, dass sie sterben werden; und die Toten wissen gar nichts,

und es gibt für sie keinen Lohn, denn ihr Gedenken wird vergessen.

(6) Auch ihre Liebe, auch ihr Hass, auch ihr Eifer ist längst zugrunde gegangen;

und es gibt für sie in Ewigkeit kein Erbteil mehr

an allem, was getan wird unter der Sonne.

(7) Auf, iss mit Freuden die Brot, und trink mit gutem Herzen deinen Wein[114];

denn Gott hat längst Gefallen gefunden an deinen Werken.

(8) Jederzeit seien deine Kleider weiß;

und Öl soll auf deinem Haupt nicht fehlen.

(9) Kümmere dich um das Leben mit der Frau, die du liebst alle Tage des Lebens deiner Nichtigkeit,

welche er dir unter der Sonne gegeben hat[115];

denn dies ist dein Erbteil am Leben

und an deiner Mühsal, mit welcher du dich abmühst unter der Sonne[116].

(10) Alles, was deine Hand zu tun findet, das tue mit deiner Kraft;

denn es gibt kein Tun und Berechnen und Erkenntnis und Weisheit

in der Unterwelt, zu welcher du gehen wirst.

(11) Ich wandte mich um und sah unter der Sonne:

daß es nicht für die Schnellen im Laufen und nicht für die Starken im Kriege

und auch nicht für die Weisen Brot gibt und auch nicht für die Verständigen Reichtum gibt

und auch nicht für die Erkennenden Gunst gibt;

denn Zeitpunkt und Zufall begegnen ihnen allen[117].

(12) Denn der Mensch kennt auch nicht seinen Zeitpunkt

wie die Fische, die im bösen Netz ergriffen werden

und wie die Vögel, die mit der Schlinge gefangen werden;

so werden die Menschensöhne zur bösen Zeit ergriffen,

wenn es sie plötzlich überfällt.

(13) Auch dies habe ich gesehen als Weisheit unter der Sonne; und schwer kam es mich an.

(14) Eine kleine Stadt, und in ihr wenige Männer; und zu ihr kam ein großer König und belagerte sie, und er baute gegen sie einen großen Wall. (15) Und man fand in ihr einen armen, weisen Mann, und er hätte die Stadt gerettet durch seine Weisheit; und kein Mensch dachte an diesen armen Mann.

(16) Und ich sagte: Weisheit ist besser als Stärke;

und die Weisheit des Armen wird verachtet, und seine Worte hören sie nicht.

(17) Besser die Worte eines Weisen in Ruhe gehört

als das Geschrei eines Mächtigen unter den Toren.

(18) Besser ist Weisheit als Kriegsgerät;

und ein einziger Sünder richtet viel Gutes zugrunde.

10. Kapitel

Tote Fliegen[118] machen stinkend, sie lassen den Ölkelch des Salbenbereiters schäumen;

Wertvoller als Weisheit, als Ehre ist etwas Torheit.

(2) Das Herz des Weisen ist an seiner Rechten, und das Herz des Toren ist an seiner Linken.

(3) Auch wenn ein Tor auf der Straße geht, versagt sein Herz[119];

und für jedermann ist er ein Tor.

(4) Wenn die Gesinnung des Herrschenden gegen dich aufsteigt, dann sollst du deinen Ort nicht verlassen;

denn Gelassenheit läßt große Sünden ruhen.

(5) Es gibt Böses, ich habe es unter der Sonne gesehen;

wie eine Verfehlung, die von dem Machthaber kam.

(6) Die Torheit wurde in hohe Höhen gesetzt;

und Reiche wohnen in der Niedrigkeit.

(7) Ich sah Knechte auf Pferden; und Fürsten gingen wie Knechte zu Fuß[120].

(8) Wer eine Grube gräbt, der fällt hinein[121]; und wer eine Mauer einreißt, den beißt eine Schlange.

(9) Wer Steine herausreißt, tut sich wehe mit ihnen; wer Holz spaltet, bereitet sich dadurch Besorgnis[122].

(10) Wenn das Eisen stumpf geworden ist, und man hat die Oberfläche nicht geschärft,

dann braucht man Kräfte; und es ist ein Vorteil, Weisheit anzuwenden.

(11)Wenn die Schlange[123] beißt ohne vorherige Besprechung;[124]; dann gibt es keinen Vorteil für den Herrn der Zunge.[125]

(12) Worte eines weisen Mundes sind eine Gunst; und die Lippen eines Toren verschlingen ihm selbst.

(13) Anfang der Worte seines Mundes ist Torheit; und das Ende seines Mundes ist üble Narretei.

(14) Und ein Tor macht viele Worte[126];

und ein Mensch weiß nicht, was sein wird,

und was nach ihm sein wird, wer erzählt es ihm?

(15)Die Mühsal des Toren[127] ermüdet ihn, der nicht in die Stadt zu gehen versteht.[128]

(16) Weh dir, Land, dessen König ein Knabe ist[129]; und dessen Fürsten am Morgen tafeln[130].

(17) Wohl dir. Land, dessen König Sohn eines Edlen ist; und deine Fürsten tafeln zur rechten Zeit,

in Männlichkeit und nicht in Trunkenheit.

(18) Durch Faulheit senkt sich das Gebälk; und durch Hängen lassen der Hände wird das Haus undicht.

(19) Zum Spaß bereitet man eine Mahlzeit, und Wein erfreut das Leben[131];

und das Silber antwortet auf alles[132].

(20) Auch in deinen Gedanken sollst du den König nicht verfluchen,

und in deinen Schlafzimmern sollst du einen Reichen nicht verfluchen;

denn ein Vogel des Himmels gibt die Stimme weiter,

und was Flügel besitzt, kann die Sache weitererzählen.

11. Kapitel

(1) Wirf dein Brot auf das Wasser;

doch nach vielen Tagen wirst du es finden.

(2) Gib dein Erbteil an sieben und auch an acht;

doch du weißt nicht, was auf Erden Böses geschehen wird.

(3) Wenn die Wolken voll sind, gießen sie Regen auf die Erde,

und wenn ein Baum im Süden fällt, und wenn es im Norden ist;

an der Stelle, wo der Baum fällt, dort bleibt er.

(4) Wer Wind beachtet sät nicht; und wer in die Wolken blickt, wird nicht ernten.

(5) Wie du nicht weißt, was der Weg des Windes ist[133],

wie viel Knochen im Leib der Schwangeren sind;

so kennst du nicht die Werke Gottes[134],

der alles geschaffen hat,

(6) Am Morgen sollst du deinen Samen säen, und am Abend soll deine Hand nicht ruhen;

denn du weißt nicht, ob dies gelingt oder jenes,

und wenn beiden gemeinsam, dann ist es gut.

(7) Und süß ist das Licht; und gut für die Augen ist es, die Sonne zu sehen.

(8) Auch wenn der Mensch viel Jahre lebt, soll er sich an allem freuen;

und er soll an die finsteren Tage denken, denn es werden viele sein, alles, was kommt, ist nichtig.

(9) Freue dich[135], Junger Mann, in deiner Jugend, und lass es deinem Herzen wohl sein in deiner Jugend,

und wandle auf den Wegen deines Herzens und dem, was deinen Augen gefällt[136];

und erkenne, dass Gott dich über all dieses zur Rechenschaft ziehen wird.

(10) Und halte Verdruss fern von deinem Herzen, und lass Böses an deinem Fleisch vorübergehen;

denn Jugend und Morgenröte[137] sind nichtig.

12. Kapitel

(1) Gedenke deines Schöpfers in den Tagen deiner Jugend!

Ehe die bösen Tage kommen,

und die Jahre nahen, von denen du sagen wirst: sie gefallen mir nicht.

(2) Ehe sich die Sonne verdunkelt und das Licht und der Mond und die Sterne;

und die Wolken wiederkehren nach dem Regen.[138]

(3) Am Tage, an dem die zittern, die das H[139]aus bewachen und die kräftigen Männer sich krümmen[140];

und die Mühlenmägde[141] aufhören, weil es wenige sind und der Blick durch die Fenster dunkel wird[142].

(4) Und verschlossen werden die Türen zur Straße, wenn sich senkt das Geräusch der Mühle[143];

und sie steigt zur Stimme der Vögel, und gedämpft werden alle Töchter des Gesanges[144].

(5) Auch vor Anhöhen fürchtet man sich, und auf dem Weg sind Schrecknisse,

und der Mandelbaum blüht, und die Heuschrecke schleppt sich fort, und die Kaper bricht auf[145];

wenn der Mensch in das Haus seiner Ewigkeit[146] geht, und auf der Straße gehen die Klagenden herum[147].

(6) Ehe der silberne Strick zerreißt und das goldene Becken zerbricht, und der Krug an der Quelle zerschellt, und das Rad zerbrochen in den Brunnen fällt.

(7) Und es kehrt der Staub[148] zurück zur Erde, wie er gewesen ist;

und der Geist[149] kehrt zurück zu Gott, der ihn gegeben hat.

(8) Nichtigkeit der Nichtigkeiten, sagt der Prediger, alles ist nichtig.

(9) Und übrigens: er war ein weiser Prediger;

ständig lehrte er das Volk Erkenntnis,

und er erwog und forschte, und viele Sprüche stellte er auf.

(10) Der Prediger suchte, um Worte zu finden, die gefallen, und er schrieb Rechtschaffenes, zuverlässige Worte.

Worte der Weisen sind wie Stacheln

Und [150]wie Nägel, eingepflanzt als Teile der Sammlungen;

Gegeben von dem einen Hirten.

(12) Und über dies, mein Sohn, sei gewarnt:

viele Bücher zu machen hat kein Ende,

und viel Studieren ermüdet das Fleisch;

(13) Letztes Wort. Wir wollen das Ganze hören:

[151]Fürchte Gott und bewahre seine Gebote,

denn dies ist für jeden Menschen.

(14) Denn Gott bringt jede Tat ins Gericht

über alles Verborgene, ob es gut ist oder böse[152].

[01] Texte der ägyptischen Weisheit bei Walter Beyerlin, Religionsgeschichtliches Textbuch zum Alten Testament, Göttingen 1975, Berlin 1978 Seite 70 –88, Texte aus Mesopotamien das. Seite 157 – 168.
[02] Referat darüber bei L. Schwienhorst-Schönberger in Erich Zenger, Einleitung in das Alte Testament ,4.Aufl.,Stittgart 2001 Seite 339-340.
[03] Referat darüber bei Ernst Haag, Das hellenistische Zeitalter (Biblische Enzyklopädie Band 9), Stuttgart 2003 Seite 116-118
[04] V: I.Kön 5,9-10; 10,1-4 Spr 1,1
[05] E: Das hebräische Wort für „nichtig“ bedeutet auch „vergänglich“, und in diesem Sinne steckt es auch in dem Namen „Abel“ ( Gen 4)
[06] V: 2,23
[07] E: der hebräische Ausdruck stammt wahrscheinlich aus der kaufmännischen Sprache: Gewinn, Überschuss aus einem Geschäft.
[08] V: Ps 90,3; 102,27
[09] V: 11,4 Joh 3,8
[10] V: Gegensatz zu Prov 15,23; 24,26; 25,11
[11] V: Prov 27,20; 30,15-16
[12] V: Anders Nu 16,30 Jes 43,19; 65,17 Jer 31,22
[13] V: Gegensatz zu Prov 10,7; 22,1
[14] V: Gen 3,16-19
[15] V: 7,13
[16] V: 2,12; 7,23-25 Prov 27,22
[17] V: 2,12; 7,25
[18] E: Absage an die „klassische“ Weisheit, wie sie sich Prov 1,5; 11,14 ausspricht
[19] Ü: So wörtlich; gemeint ist wohl „laben“
[20] E: Die im Hause geborenen Kinder der Sklaven und Sklavinnen
[21] V: I.Reg 10.14-29
[22] E: Damit könnte das vom Prediger abgelehnte Buch der Weisheit Salomos gemeint sein
[23] V: I.Reg 5,9-14
[24] E: Salomos Sohn und Nachfolger Rehabeam, unter dem sich das Reich aufgelöst hat?
[25] T: diese letzte Zeile scheint von späterer Hand eingefügt worden zu sein
[26] V: 3,12.22; 5,17; 8,15; 9,7
[27] T: Der hebräische Text sagt zwar das Gegenteil, aber die Mehrzahl der Textkritiker hat sich für die oben übersetzte Lesart entschieden.
[28] T; Das letzte Wort beruht auf einer Vermutung (Konjektur), die mit LXX übereinstimmt, während der hebräische Wortlaut keinen Sinn ergibt.
[29] E: „Gut“ ist hier ebenso wenig wie das gleich folgende „missfallen“ im ethischen Sinne zu verstehen. Denn dann würde ja der Prediger an dieser Stelle eben den Tun-Ergehen – Zusammenhang behaupten, den er sonst durchgehend ablehnt. Vielmehr ist gemeint, dass es Gott in seiner Freiheit von sich aus in einem Falle für gut, im andern für nicht gut= missfällig hält, so zu handeln. Dieser Sinn für „gut vor…“ ist auch anderweitig im Hebräischen belegt.
[30] V: Prv 13,22
[31] V: 8,6 Ps 31,16
[32] V: Gen 3,17-19
[33] V: Gen 1,31
[34] V: 8,17
[35] V: 2,24
[36] Ü: Man kann auch übersetzen „das Vorübergejagde“
[37] Ü: „Frevel“ hat immer die Konnotation „Gottlosigkeit“, „Frevler“: „Gottloser“
[38] V: 12,14
[39] T: Der Text ist wahrscheinlich gestört. Es folgt das Wort „dort“ , und dem ist in diesem Zusammenhang kein Sinn abzugewinnen.
[40] Ü: Es ist gerade hier zu berücksichtigen, dass im Hebräischen „Geist“ , „Wind“ und „Atem“ mit einem und demselben Wort bezeichnet werden.
[41] V: Iob 3,11.13
[42] V: 6,3
[43] V: SPrv24,33.34
[44] E: „Seele“ im Sinne von „Leben“
[45] V: Gen 2,18
[46] T: Das hier im hebräischen Text stehende Wort ergibt hier keinen Sinn. Trennt man es in zwei Wörter auf, dann entspricht es dem, was in LXX steht. Dem folgt die Übersetzung, weil das einen klaren Sinn ergibt.
[47] E: Der arme Junge
[48] E: Des alten Königs
[49] E: Ungeklärt ist die Frage, ob hier ein bestimmter historischer Vorgang gemeint sein könnte. Manche denken an die Josefsgeschichte Gen 41.
[50] E: Auch dies läßt an Josef denken, welcher nach Gen 41,40-45 der Zweite nach Pharao wurde.
[51] E: Die Volksmenge war unübersehbar
[52] E: Weil er dann beim Volk unbeliebt wurde – etwa Josef wegen Gen 41.48-49?
[53] V: Ps 15,1Jes33,14-16
[54] V: I Sam 15,22. Jac 1,19
[55] V: Siehe Anmerkung 40
[56] V: Matth 6,7 Luk 18,9-14
[57] V: 5,2 Prov 10,19
[58] V: Dt 23,22 Ps 50,14
[59] E: Was mit dem Engel – man kann auch „Bote“ übersetzen – gemeint ist möglicherweise der Priester, der das Sühneritual vollzieht, weniger wahrscheinlich ein Bote, der die Einlösung des Vers 3 genannten Gelübdes fordert .
[60] E: Gemeint sind viele Geschäftigkeiten, Beschäftigungen, Arbeiten
[61] V: Jer 23, 27.28
[62] V: Ex 23,6 Ps 82,2-4 Jes 1,17
[63] E: Ein Staatsfunktionär belauert den andern
[64] E: Anarchie, königslose Zeit, wäre noch schlimmer
[65] T: Hier muss etwas ausgefallen sein, etwa „den sättigt“
[66] V: Prov 23,4; 28,22 Luk 12,15
[67] V: Matth 19,22
[68] V: Iob 1,21 Ps 49,18 I.Tim 6,7
[69] Ü: Das ist die wörtliche Bedeutung des Ausdrucks, der hier steht, aber das Wort kann hier auch eine Bedeutung haben, die sonst nirgends belegt ist.
[70] V: Ps 73,26
[71] Ü: genau wörtlich „groß“
[72] V: II.Chr 1,11, gemeint ist also auch hier wieder Salomo
[73] Ü: Das hier stehende hebräische Wort bedeutet meist „Herrlichkeit“ , „Ehre“, hier aber wie in der Vergleichsstelle „Macht“
[74] E: Im Sinne von „Leben“
[75] T: Einige Exegeten halten die letzten acht Wörter für den Schluss von Vers 5
[76] V: 4,3
[77] V: 1,8
[78] Ü: Dies ist ein Versuch, den zweiten Halbvers von Vers 8 zu übersetzen. Die Übersetzung dieses Halbverses ist unter den Exegeten umstritten
[79] V: Iob 9,2-4.32
[80] V: I.Chr 29,15 Ps 144,4
[81] V: Prov 22,1
[82] E: Dornen dienten als Feuerung und gaben ein knisterndes Geräusch
[83] E: Bestechung
[84] T: Dieser Vers scheint als Begründungssatz hier fehl am Platze zu sein. Manche Exegeten stellen ihn deshalb hinter Vers 12
[85] E: Es ist besser, mit einer Rede aufzuhören als anzufangen
[86] V: Jac 1.19
[87] T: Der hebräische Text liest „ mit einem Erbgut“. Die hier gebotene Übersetzung beruht auf einer Konjektur, die aber sinngemäß wohl das ursprünglich Gemeinte wiedergibt
[88] T: Manche Exegeten stellen die Verse 11 und 12 hinter Vers 6, weil das sinngemäßer ist; siehe Anmerkung 56. Dann ergibt sich folgende Reihenfolge der Verse: 5.6. 11. 12. 7.8
[89] V: 1,15
[90] Ü: Statt „damit“ ist es auch möglich „weil“ zu übersetzen. Es kann sich also um einen Final- oder um einen Kausalsatz handeln
[91] V: 8,14 Ps 73,12-14
[92] V: Luk 18,11-12
[93] V: Ps 14,3
[94] V: Prov 2, 16-22
[95] V: Gen 1,27
[96] T: Der hebräische Wortlaut sagt: „er ist wie ein Weiser?“ Obige Übersetzung folgt aber LXX. Dann bezieht sich die Frage auf das Vorangehende.
[97] T: Die letzten beiden Wörter stehen im hebräischen Text am Anfang des nächsten Verses, sie sind aber passender hierher zu ziehen, weil, weil zum einen die zweite Hälfte des Verses 2 ohne Prädikat wären und zum andern die erste Hälfte von Vers 3 mit zwei Prädikaten überladen wäre.
[98] V: 3,1
[99] V: 10,14
[100] Ü: Es ergäbe auch Sinn, hier „Wind“ statt „ Geist“ zu übersetzen.
[101] E: Wenn nämlich der Geist beim Tode entweicht
[102] V: Dt 20,5-9 I.Mcc 3,56und
[103] E: Gemeint ist unrechter Besitz

[104] T: Hier liegt wohl eine Textverderbnis vor. Deshalb ist der hebräische Wortlaut, dessen Übersetzung hier geboten wird, kaum verständlich. Auch die alten Übersetzungen sind keine Hilfe
[105] V: Hiob 35,15-16 Mal 3.14-15
[106] V: Ps 37,18; 73,17-26
[107] V: 7,15
[108] V: 2,24
[109] V: 3,11 Jes 55,8-9
[110] T: Die Übersetzung folgt hier LXX, weil dem hebräischen Text kein rechter Sinn abzugewinnen ist
[111] T: Das letzte Wort ist eine Konjektur
[112] V: 2,14 Iob 9,22
[113] V: 8,11
[114] V: 2,24
[115] T: Im hebräischen Text folgt hier noch „alle Tage deiner Nichtigkeit“. Das ist aber wohl ein Schreibfehler, eine Wiederholung (Dittographie) aus der vorangegangenen Zeile.
[116] V: Prov15,18-19
[117] V: Prov 16,9
[118] Ü: Man kann auch übersetzen „Fliegen des Todes“, also Tod bringende Fliegen
[119] Ü: Unter „Herz“ ist hier wie auch sonst „Verstand“ zu verstehen
[120] Ü: Wörtlich „auf der Erde“
[121] V: Prov 26,27
[122] Ü: Er bringt sich in Gefahr
[123] V: Ps 58,5-6
[124] E: „Besprechung“ im magischen Sinne
[125] E: Der magische Beschwörer
[126] V: 5,2;8,7
[127] T: Im hebräischen Text steht „der Toren“, was aber dem Singular des folgenden Objekts „ihn“ widerspricht. LXX und Vulgata lesen „ermüdet sie“.
[128] T: Manche Exegeten setzen die zweite Hälfte von Vers 15 zwischen die erste und die zweite Hälfte von Vers 16
[129] V: Jes 3,4
[130] V: Jes 5.11
[131] V: Ps 104.15
[132] E: Im Sinne: befriedigt alles
[133] V: Joh 3,8
[134] V: 8,17
[135] V: 2,24
[136] Ü: hier war eine freie Wiedergabe nötig, den die wörtliche Übersetzung „und im Anblick deiner Augen“ hätte dem Sinn, den der Ausdruck im Hebräischen hat, nicht entsprochen.
[137] E: Morgenröte des Lebens, also: Kindheit
[138] E: Die Sehkraft des Greises lässt nach
[139] E: Der menschliche Leib
[140] E: Arme und Beine des Greises werden schwächer
[141] E: Die Zähne
[142] E: Der Blick der Augen wird trübe
[143] E: Schwerhörigkeit
[144] E: Der Greis bekommt eine hohe und leise Stimme
[145] E: Hier ist vom Frühling die Rede
[146] E: Das Grab
[147] E: Die Klageweiber warten auf das Ableben des Greises
[148] V: 3,20 Gen 3,19
[149] Ü: Das Wort heißt auch „Atem“
[150] V: Jes 22.23
[151] V: Dt 6,2
[152] V: Rom 2,16 II.Kor 5,10