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Amos

Einleitung

Die Heimat des Gottessprechers Amos war nach 1,1 Tekoa in Juda, wo er eine Rinderherde und eine Plantage von Maulbeerbäumen besaß. 7,15heißt es, dass er von den Schafen weggenommen worden sei. Das lässt aber wahrscheinlich keinen Schluss auf den Beruf des Schäfers zu. Vielmehr ist es eine Anspielung auf Mose und David, die tatsächlich als Schäfer von ihren Schafen weggerufen worden sind. Am 715 korrespondiert deutlich mit II.Sam 7,8. Er war also ein wohlhabender Mann (7,14) und kein professioneller Tempelprophet. Obwohl im Königreich Juda beheimatet, wirkte er im Südreich Israel, und zwar in der Zeit Jerobeams II. (1,1), zu der es den Leuten in Israel gut ging, zu der sich aber auch der Unterschied zwischen Armen und Reichen mehr und mehr vertiefte. Jerobeam II. hat lange regiert, nämlich von 787 bis 747. Amos dürfte um 760 aufgetreten sein, ist also der älteste Gottessprecher, von dem wir Schriftliches haben, der älteste Schriftprophet.

Die unter seinem Namen laufende Schrift enthält mehr als nur seine Worte. Diese sind vielmehr durch recht umfangreiche Fortschreibungen erweitert, von denen manche noch in die nachexilische Zeit, also nach 536 zu datieren sind. Doch auch bei dem, was man Amos selbst zuschreiben kann, sind redaktionelle Bearbeitungen vorauszusetzen. Überhaupt legt der kunstvolle Aufbau des Buches und seiner Teile die Annahme einer durchdachten literarischen Redaktion nahe.

Im heutigen Bestand kann man vier Teile unterscheiden[01]:

I.: 1,2 – 2,16 Völkersprüche

II.: 3,1 – 6,14 Unheilsankündigung gegen das Königreich Israel

III.: 7,1 – 9,6 Visionen

IV.: 9,7 – 15 Heilsankündigung für Israel als Ganzes

Zu I.: Ein Gedicht von acht Strophen gegen acht Völker einschließlich Israel und Juda

Zu II.: Hier kann man zwei Teile unterscheiden (3,1 – 4,13 und 5,1 – 6,14) Jeder dieser beiden Teile enthält seinerseits drei Teile. Bei 5,1 -17 handelt es sich um eine Ringkomposition. Denn sie beginnt mit einer Totenklage und mündet in eine Totenklage. 5,18 – 6,14 liegt eine Parallelkomposition vor:

5,18 – 20 entspricht 6,1 – 7

5,21 – 24 entspricht 6,8 – 11

5,25 entspricht 6,12

5,26 – 27 entspricht 6,13 – 14

Zu III: Hier haben wir es mit fünf Visionen und einem abschließenden Gotteslob (9,5 – 6) zu tun. Innerhalb der Visionen steht 7,10 – 17 die Auseinandersetzung mit dem Hohenpriester Amazja

Zu IV: In 9,7 – 10 wird das Gericht angekündigt, dem in 9,11 – 15 die Heilszusage folgt.

Darüber, dass in diesem ganzen Stoff erhebliche Fortschreibungen und Interpolationen enthalten sind, ist sich die Forschung einig. Doch was im Einzelnen Amos selbst und was Späteren zuzuweisen ist, auch wie die späteren Stücke zeitlich anzusetzen sind, beurteilen die einzelnen Forscher unterschiedlich. In den Anmerkungen zu der folgenden Übersetzung wird auf die Möglichkeiten der Zuweisung hingewiesen werden. Dazu dient das Sigel L (Literarkritik).

Übersetzung

Ausgangstext der folgenden Übersetzung ist die Biblia Hebraica Quinta, Band 13, Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart 2010.

1. Kapitel

(1) Worte des Amos, der unter den Hirten war, aus Tekoa, der über Jisrael schaute in den Tagen Ussias[02], des Königs von Jehuda und in den Tagen Jarabams[03] ben Joasch, den Königs von Jisrael zwei Jahre vor dem Beben[04]. [05](2) Und er sagte:

„ Jahwe brüllt von Zion[06], und aus Jeruschalajim erhebt er seine Stimme;

und die Weiden der Hirten trauern, und die Gipfel des Karmel verdorren.

[07](3)So spricht Jahwe:

Wegen drei Übeltaten von Dameschek[08] und wegen vier werde ich nicht widerrufen;

Denn es hat Gilead mit eisernen Dreschwagen zermalmt.

(4)Und ich werde Feuer in Chasaels[09] Haus senden; und es wird die Paläste von Ben

Hadad[10] fressen.

(5)Ich werde die Riegel von Dameschek zerbrechen,

ich werde den beseitigen, der im Tal Aven[11] thront und der das Szepter von Beth

Eden[12] hält;

[13]Und das Volk Aram muss fortgehen nach [14]Qir[15].

[16](6)So spricht Jahwe:

Wegen drei Übeltaten von Assa[17] und wegen vier werde ich nicht widerrufen;

Weil sie vollständig weggeführt haben, um an Edom auszuliefern.

(7) Und ich werde Feuer in Assas Mauern senden; und es wird seine Paläste fressen.

(8) Und ich werde den Thronenden aus Aschdod vertreiben, und den, der das Szepter
hält, aus Aschqalon;

und ich wende meine Hand gegen Eqron, und der Rest der Philister[18] geht zugrunde,
spricht der Herr Jahwe.

[19][20](9)So spricht Jahwe:

Wegen drei Übeltaten von Zor[21] und wegen vier werde ich nicht widerrufen;

Weil sie vollständig an Edom ausgeliefert und nicht des Bundes mit den Brüdern
gedacht haben.

(10) Und ich werde Feuer in Zors Mauern senden; und es wird seine Paläste fressen.

[22](11) So spricht Jahwe:

Wegen drei Übeltaten Edoms und wegen vier werde ich nicht widerrufen;

weil es ihn, seine Brüder, mit dem Schwert verfolgt und sein Erbarmen unterdrückt

hat[23],

und er bewahrt seinen Zorn für immer[24], und seien Wut hütet er dauernd.

(12) Und ich werde Feuer nach Teman[25] senden[26]; und es wird die Paläste von Bozra[27]

fressen.

[28](13) So spricht Jahwe:

Wegen drei Übeltaten der Söhne Ammons und wegen vier werde ich nicht

widerrufen;

weil sie die Schwangeren von Gilead aufgeschlitzt haben[29], um ihr Gebiet zu

erweitern.

(14) Und ich werde Feuer an die Mauern von Rabba[30] legen, und es wird ihre

Paläste fressen

im Lärm am Tage des Krieges, im Sturm am Tage des Sturmwindes.

(15) Und ihr König geht in die Gefangenschaft; er und seine Fürsten gemeinsam,

spricht Jahwe.

2. Kapitel

[31](1) So spricht Jahwe:

Wegen drei Übeltaten von Moab und wegen vier werde ich nicht widerrufen;

weil es die Knochen des Königs von Edom zu Kalk gebrannt hat.

(2) und ich werde Feuer nach Moab senden, und es wird die Paläste von Qerijoth[32]

fressen;

und Moab wird im Getöse sterben und m Dröhnen beim Klang des Hornes.

(3)Und den Richter[33] rotte ich aus ihrer Mitte aus;

und alle Fürsten töte ich mit ihm, spricht Jahwe[34].

[35](4) So spricht Jahwe:

wegen drei Übeltaten Jehudas und wegen vier werde ich nicht widerrufen;

weil sie das Gesetz Jahwes verschmähen und seine Satzungen nicht bewahren.

(5) Und ich werde Feuer nach Jehuda senden; und es wird die Paläste von

Jeruschalajim fressen[36].

(6) Wegen drei Übeltaten von Jisrael und wegen vier werde ich nicht widerrufen;

weil sie einen Gerechten für Silber verkaufen und einen Armen wegen Sandalen[37].

(7)Sie treten mit dem Staub der Erde auf den Kopf der Geringen[38], und den Weg

der Elenden versperren sie;

und ein Mann und sein Vater gehen zu dem Mädchen,[39] um meinen heiligen Namen

zu entheiligen.

(8) Und auf den Kleidern von gepfändeten strecken sie sich aus[40], neben jedem Altar[41];

und Wein von Erpressten trinken sie im Haus ihrer Götter[42].

(9)Und ich habe den Emoriter vor ihnen vernichtet,

der hochmütig war wie der Hochmut einer Zeder; und stark war er wie ein

großer Baum;

und ich habe seine Früchte oben vernichtet und seine Wurzel unten.

(10) Und ich habe euch heraufziehen lassen aus dem Lande Mizrajim;

und ich bin mit euch vierzig Jahre in der Wüste gegangen,

um das Land des Emoriters einzunehmen[43].

(11) Aus euren Söhnen habe ich Gottessprecher auf gestellt und aus euren Jünglingen

Nasiräer[44];

Ist es nicht so, Söhne Jisraels? Spruch Jahwes.

(12) Und ihr Ließt die Nasiräer Wein trinken;

und den Gottessprechern befahlt ihr: Ihr sollt nicht verkünden![45]

(13) Sieh, ich lasse es unter euch schwanken[46];

wie der Wagen schwankt, der voller Garben ist.

(14) Und eine Zuflucht wird schnell zunichte, und ein Starker stärkt seine Kraft nicht,

und ein Gewaltiger rettet seine Seele[47] nicht.

(15) Und der den Bogen fasst hält nicht stand, und wer schnell ist mit seinen Füßen

rettet sich nicht;

und wer ein Pferd reitet, rettet seine Seele nicht.

(16)Und wer starken Herzens ist unter den Gewaltigen;

nackt flieht er an diesem Tage, Spruch Jahwes.

3. Kapitel

[48]

(1)Hört dieses Wort, das Jahwe gegen euch gesprochen hat, Söhne Jisraels;

gegen alle Sippen, die ich hinaufziehen ließ aus dem Lande Mizrajim:

(2) [49]Nur euch kenne ich von allen Sippen der Erde;

deshalb suche ich an euch heim alle eure Verfehlungen.

(3) Gehen etwa zwei miteinander, ohne dass sie sich getroffen[50] haben?

(4) Brüllt ein Löwe im Dickicht, ohne dass es einen raub für ihn gäbe?

Erhebt ein Junglöwe seine Stimme vor seiner Höhle, ohne dass er etwas gefangen hat?

(5) Fällt etwa ein Vogel durch eine Schlinge zur Erde, ohne dass für ihn eine Falle[51] da

ist?

Schnellt eine Schlinge vom Boden hoch, und es ist nichts zu fangen?

(6) Stößt einer in der Stadt ins Horn, und das Volk erbebt nicht?

Geschieht etwas Böses in der Stadt, und Jahwe hat es nicht getan[52]?

(7)Denn der Herr Jahwe unternimmt nichts; ohne dass er sein Geheimnis seinen Dienern, den Gottessprechern offenbart[53].

(8) Ein Löwe brüllt, wer wird sich nicht fürchten?

Der Herr Jahwe spricht, wer wird nicht verkünden?

(9)Lasst hören über die Paläste in Aschdod

und über die Paläste im Lande Mizrajim;

und sprecht: Versammelt euch auf den Bergen von Schomron[54],

und seht die große Bestürzung darin und die Bedrückung in ihrer Mitte!

(10) Und sie wissen nicht, das Rechte zu tun, Spruch Jahwes;

und sie häufen Zornesglut und Gewalttat in ihren Palästen auf.

(11) Deshalb, so spricht der Herr Jahwe: ein Feind, und zwar rings im Lande;

und er wird deine Kraft von dir herunter nehmen, und deine Paläste werden geplündert.

(12) So spricht der Herr Jahwe: Wie der Hirte aus dem Maul des Löwen zwei Unterschenkel oder ein Ohrläppchen rettet, so werden die Söhne Jisraels, die in Schomron sitzen, auf dem Kissen[55] einer Liege und im…[56]des Bettes.

(13) Hört und verkündet unter Jaaqobs Söhnen:

Spruch des Herrn Jahwe, des Gottes der Heerscharen.

(14) Denn an dem Tage, an dem ich die Übeltaten Jisraels an ihm heimsuche;

und ich suche die Altäre von Beth- El heim,

und die Hörner des Altars werden abgehauen und zur Erde fallen.

(15) Und ich werde das haus des Sommers samt dem Haus des Winters schlagen;

und die Häuser des Elfenbeins[57] gehen zugrunde und mit den großen Häusern ist es

zu Ende, Spruch Jahwes.

4. Kapitel

(1) Hört diese Rede, Kühe von Baschan auf dem Gebirge von Schomron,

welche Geringe bedrücken, Arme misshandeln;

die zu ihren Herren sagen: Bringt her, und wir wollen trinken!

(2) Der Herr Jahwe hat bei seiner Heiligkeit geschworen, denn sieh, Tage werden

über euch kommen;

und ihr werdet mit Stacheln vertrieben, und die Übrigen mit Angelhaken.

(3)Und durch Breschen kommt ihr hinaus…[58];

und ihr werdet zum Chermon[59] geworfen, Spruch Jahwes.

(4) Kommt nach Beth-El und sündigt, nach Gilgal[60], macht das Sündigen groß;

bringt am Morgen eure Schlachtopfer dar, nach drei Tagen euren Zehnten[61].

(5)Räuchert ein Lobopfer von Gesäuertem[62], ruft freiwillige Opfer aus, lasst hören!

Denn so liebt ihr es, Söhne Jisraels, Spruch Jahwes.

(6)Und auch ich gab euch Reinheit der Zähne in allen euren Städten,

und Mangel an Brot an allen euren Orten;

und ihr seid nicht umgekehrt zu mir, Spruch Jahwes.

(7)Und auch ich hielt den Regen von euch fern[63]

für drei Monate vor der Ernte,

und ich ließ es auf eine Stadt regnen, und auf eine andere Stadt ließ ich es nicht

regnen;

ein Feld wurde beregnet,

und auf einem Feld, das nicht beregnet wurde, bleibt es trocken.

(8) Zwei oder drei Städte wankten zu einer anderen Stadt, um Wasser zu trinken, und sie wurden nicht satt;

Und ihr seid nicht zu mir umgekehrt, Spruch Jahwes.

(9)Ich schlug euch mit Vertrocknen und mit Getreiderost[64],

ich schlug eure Gärten und eure Weinberge, und eure Feigenbäume und eure Ölbäume

fraß die Heuschrecke[65];

und ihr seid nicht zu mir umgekehrt, Spruch Jahwes.

(10) I ch schickte unter euch die Pest[66] auf dem Wege von Mizrajim,

ich schlug eure jungen Männer mit dem Schwert mit der Gefangenschaft eurer

Rosse;[67]

Ich ließ den Gestank eures Lagers in eure Nase aufsteigen,

und ihr seid nicht zu mir umgekehrt, Spruch Jahwes.

(11) Ich richtete unter euch einen Umsturz an, wie Gottes Umsturz von Sedom und

Amora[68],

und ihr wart wie ein dem Brande entrissenes Brandscheit[69];

und ihr seid nicht zu mir umgekehrt, Spruch Jahwes.

(12) Deshalb werde ich so an dir handeln, Jisrael;

weil ich euch dies antun werde, rüste dich, deinem Gott zu begegnen, Jisrael!

[70](13) Denn sieh, er hat Berge gestaltet und Wind geschaffen, und er lässt dem

Menschen melden, was sein Sinnen ist,

er hat Morgenröte und Finsternis gemacht, und er schreitet auf den Höhen der Erde[71];

sein Name ist Jahwe, der Gott der Heerscharen.

5. Kapitel

[72]

Hört diese Rede, die ich gegen euch anhebe als Trauergesang des Hauses Jisrael.

(2) Du bist gefallen und wirst nicht wieder aufstehen, Jungfrau Jisrael;

sie wird auf ihrem Erdboden liegen gelassen, es gibt keinen, der sie aufrichtet.

(3)Denn so spricht der Herr Jahwe:

Tausend verlassen die Stadt, hundert bleiben zurück;

und die mit hundert auszieht, behält zehn zurück.

(4) Denn so spricht Jahwe zum Haus Jisrael: Sucht mich, und ihr werdet leben![73]

(5) [74]Und ihr sollt nicht Beth-El aufsuchen, und nach Gilgal sollt ihr nicht kommen!

Und geht nicht nach Beer Scheba hinüber!

Denn Gilgal geht wahrhaftig in die Verbannung[75], und Beth-El wird zum Unheil.

(6) Sucht Jahwe, und ihr werdet leben;

Damit er nicht wie Feuer in das Haus Josef dringe

Und es frisst und es keinen gibt, der für Beth-El[76] löscht.

(7) [77]Die Recht in Wermut vertauschen[78] und Gerechtigkeit zu Boden werfen.

[79](8) Der die Plejaden[80] und den Orion gemacht[81] hat und in den Morgen die Finsternis verwandelt

Der den Tag zur Nacht verfinstert;

Der das Wasser des Meeres gerufen hat[82] und es auf die Erde geschüttet hat,

Jahwe ist sein Name.

(9)Der Gewalttat gegen den Starken bewirkt; und Gewalttat bringt er über jede Festung.

(10) Sie hassen den, der im Tor richtet[83], und den, der rechtschaffen redet, verabscheuen sie.

(11) Deshalb zertretet ihr den Geringen und nehmt von ihm Geschenke in Getreide,

ihr baut Häuser aus Quadersteinen und bewohnt sie nicht;

ihr pflanzt prächtige Weinberge und trinkt den Wein nicht[84].

(12) Denn ich kenne eure vielen Übeltaten und eure starken Sünden;

die den Gerechten bedrängen und Schweigegeld nehmen, und Arme beugen sie im Tor.

(13) Deshalb schweigt der Verständige zu dieser Zeit, denn es ist böse Zeit.

(14) Sucht das Gute und nicht das Böse, damit ihr lebt!

So wird Jahwe, der Gott der Heerscharen mit euch sein, wie ihr redet.

(15) Hasset Böses und liebt Gutes[85], und stellt das Recht in das Tor!

Vielleicht erbarmt sich Jahwe, der Gott der Heerscharen über Josefs Rest.

(16) Deshalb spricht Jahwe, der Gott der Heerscharen, der Herr, so:

Auf allen Plätzen ist Klage, auf allen Straßen sagen sie: Wehe, wehe;

Bauern[86] rufen zur Trauer und jammern[87] nach einem, der ein Klagelied kennt.

(17)Und in allen Weinbergen ein Jammernder;

denn ich schreite mitten durch dich, spricht Jahwe.

[88](18)Wehe denen, die den Tag Jahwes begehren;

Was liegt euch am Tage Jahwes? Finsternis ist er und nicht Licht.

(19) Wie ein Mann vor einem Löwen flieht und ihn ein Bär überfällt;

und er kommt nach Hause, und er stützt sein hand an die Wand, und die Schlange beißt ihn.

(20) Ist der Tag Jahwes nicht Finsternis und nicht Licht? Für ihn ist Dunkelheit und nicht Glanz.

(21) Ich hasse, ich verschmähe eure Feiern; und eure Festversammlungen kann ich nicht riechen[89].

(22) Denn wenn ihr mir Brandopfer darbringt und eure Speisopfer sie gefallen mir nicht;[90]

und das Abschlussopfer eurer Mastochsen sehe ich nicht an.

(23) Entferne das Getöse deiner Lieder von mir! und den Klang deiner Harfe will ich nicht hören.

(24) Und wälzen wie Wasser soll sich das Recht; und Gerechtigkeit wie ein dauernder Strom.

(25) Habt ihr, Haus Jisrael, mir vierzig Jahre lang in der Wüste Schlechtopfer und Speisopfer gebracht?[91]

(26) Und ihr werdet den Sickut als euren König und den Kijon[92] als euer Bild herumtragen; Sterne sind eure Götter, die ihr euch macht.

(27) Ich werde euch weiter wegführen als nach Damascheq; spricht Jahwe, Gott der Heerscharen ist sein Name.

6. Kapitel

(1) Wehe, Ruhige in Zion[93], und die sich auf das Gebirge von Schomron verlassen;

Vornehme des Ersten der Völker[94], denen das Haus Jisrael folgt[95].

(2) Geht hinüber nach Kalne[96] und seht! Geht von dort ins große Chamat[97]!

Und steigt hinab nach Gath der Pelischtim[98]!

Seid ihr besser als diese Königreiche? Ist nicht ihr Gebiet größer als euer Gebiet?

(3) Haltet ihr den bösen Tag für fern? Bringt das Ende der Gewalttat dar[99]!

(4)Sie liegen auf ihren Betten von Elfenbein und räkeln sich auf ihren Lagern;

Sie essen Widder vom Kleinvieh und Kälber mitten aus der Mast.

[100](5) Sie improvisieren auf der Harfe; wie David denken sie sich Musikinstrumente aus[101].

(6) Sie trinken den Wein in Schalen und salben das Haupt mit Öl;

und am Schaden Josefs sind sie nicht krank geworden.[102]

(7) Darum gehen sie jetzt als Erste in die Gefangenschaft; und es weicht…[103]

(8) Geschworen hat der Herr Jahwe bei seiner Seele, Spruch Jahwes, des Gottes der

Heerscharen,

Ich verabscheue den Stolz Jaaqobs, und seine Paläste hasse ich;

Und ich werde die Stadt und ihre Fülle ausliefern.

(9)Und es wird geschehen, wenn zehn Leute in einem Hause sind, so werden sie sterben.

(10)…[104] um die Gebeine aus dem Hause zu schaffen, und einer sagt zu dem, der im hinteren Teil des Hauses ist: Befindet sich bei dir noch einer? Und der wird sagen: Nichts[105]; Und er wird sagen: Still, denn man soll den Namen Jahwes nicht erwähnen.

[106](11) Denn sieh, Jahwe hat befohlen, und sieh, er schlägt das große Haus in Trümmer;

und das kleine Haus zu Bruch

(12) Laufen Pferde etwa auf Felsen, pflügt einer mit Rindern[107]?

Denn ihr wendet euch mit dem Haupt vom recht weg, und die Frucht der

Gerechtigkeit wird zum Wermut[108].

(13) Die sich freuen sich über [109]Lo Dabar[110];

die sagen: haben wir nicht durch unsere Stärke Qarnaim[111] für uns genommen?

(14) Denn sieh, ein Volk steht gegen dich auf, Spruch Jahwes, des Gottes der

Heerscharen;

Und sie werden euch bedrängen von dort, wo man nach Chamat[112] kommt bis zum

Bach Araba[113].

7. Kapitel

(1) So ließ mich der Herr Jahwe schauen: und sieh, er bildete einen Heuschreckenschwarm, der zu Anfang des Aufgehens der Spätsaat, [114](und sieh, Spätsaat ist nach der Mahd des Königs). (2) Und es geschah, als das Abfressen der Pflanzen des Landes vollendet war, da sagte ich: Verzeih doch, Herr Jahwe, wer wird Jaaqob aufrichten? Da er doch klein ist. (3) Jahwe bereute es; es wird nicht geschehen, sprach Jahwe. (4) So hat mich der Herr Jahwe schauen lassen: und sieh, er rief die Flamme im Feuer, der Herr Jahwe; und sie fraß den großen Abgrund[115], und sie fraß den Acker. (5) Und ich sagte: Herr Jahwe, höre doch auf, wer wird Jaaqob aufrichten? Da er doch klein ist. (6) Jahwe bereute es; auch dies wird nicht geschehen, sprach der Herr Jahwe.

(7)So ließ er mich schauen: und sieh, der Herr stand auf einer Mauer von Stein[116]; und in seiner Hand war ein Brecheisen[117]. (8) Und Jahwe sprach zu mir: Was siehst du, Amos? Und ich sagte: Ein Brecheisen; und der Herr sprach: Sieh, ich setze ein Brecheisen mitten in mein Volk Jisrael, ich lasse es ihm nichts weiter durchgehen[118].

(9)Und veröden werden die Höhen Jizhaqs[119], und vor den Heiligen Jisraels liegen

sie verwüstet;

und mit dem Schwert richte ich mich auf gegen das Haus Jarabams[120].

[121](10) Und Amazja, der Priester von Beth-El schickte zum König Jarabam mit den Worten: Gegen dich hat sich Amos mitten im Hause Jisrael verschworen, das Land kann alle seine Reden nicht ertragen.[122] (11) Denn so hat Amos gesprochen:

Durch das Schwert wird Jarabam sterben;

Und Jisrael wird wahrhaftig aus seinem Lande weggeführt werden.

(12) Und Amazja sagte zu Amos: Geh, Seher[123], flieh in das Land Jehuda; und iss dort Brot und verkünde dort! (13) Und fahre nicht mehr fort, in Beth-El zu verkünden[124]; denn dies ist ein Heiligtum des Königs, und ein Haus des Königreichs ist es. (14) Und Amos antwortete und sprach zu Amazja: Ich bin kein Gottessprecher und nicht der Sohn eines Gottessprechers, denn ich bin ein Rinderzüchter[125] und einer, der Maulbeerbäume ritzt. (15) Und Jahwe hat mich von dem Kleinvieh weg geholt; und Jahwe hat zu mir gesagt: Geh, verkünde meinem Volk Jisrael! (16) Und jetzt höre ein Wort Jahwes: Du hast gesagt: Verkünde nicht gegen Jisrael und sprühe nicht gegen das Haus Jizchaq[126]. (17) Deshalb, so spricht Jahwe:

Deine Frau wird in der Stadt Unzucht treiben; und deine Söhne und Töchter werden

durch das Schwert fallen,

und dein Land wird mit einem Strick verteilt werden;

und du selbst wirst in einem unreinen Lande sterben,

und Jisrael wird wahrhaftig aus seinem Lande weggeführt werden.

8. Kapitel

(1) So hat mich der Herr Jahwe schauen lassen: und siehe, ein Erntekorb. (2) Und er sprach: Was siehst du, Amos, und ich sprach: Einen Erntekorb; und Jahwe sprach zu mir: Es kommt die Ernte zu meinem Volk Jisrael, ich lasse es ihm nichts weiter durchgehen[127]. (3) Heult Lieder[128] des Tempels[129] an diesem Tage, Spruch Jahwes; viele Leichen[130], an alle Orte wirft er, still[131]!

(4) Hört dies, die ihr nach dem Armen[132] schnappt; und die Geringen des Landes zugrunde zu richten!

(5)Ihr sagt: Wann ist die Finsternis[133] vorüber, und wir können Getreide verkaufen,

und der Schabbat[134], und wir können Getreide feilbieten;

wobei wir das Efa klein und den Schekel groß machen, und die Waage mit Trug

durcheinander bringen.

(6) Um für Silber einen Hilflose zu kaufen und einen Armen für ein Paar Sandalen[135];

und den Abfall des Getreides verkaufen,

(7) Jahwe hat beim Stolz Jaaqobs geschworen: ihre Taten vergesse ich nicht für immer.

(8) Erbebte die Erde nicht deswegen[136], und klagten nicht alle Bewohner auf ihr;

und sie steigt auf ganz wie der Nil[137], und sie sank wie der Nil in Mizrajim.

Und an diesem Tage geschieht es, Spruch des Herrn Jahwe,

(9)da lasse ich die Sonne am Mittag untergehen[138]:

und ich verfinstere für die Erde das Licht am Tage.

(10) [139]Ich verwandle eure Feste in Trauer und alle eure Gesänge in ein Klagelied,

und auf alle eure Lenden lasse ich einen Sack legen[140] und auf jedes Haupt eine Glatze;

und ich mache es wie zur Trauer um den Einzigen und das Ende wie einen bitteren Tag.

(11) Sieh, es kommen Tage, Spruch des Herrn Jahwe,

und ich werfe Hunger auf das Land;

nicht einen Hunger nach Brot und nicht einen Durst nach Wasser,

sondern um Jahwes Worte zu hören.

(12) Man wird von Meer zu Meer wanken und von Nord nach Süd;

und man wird umherschweifen, um ein Wort Jahwes zu suchen, und man wird es nicht finden[141].

An jenem Tage verschmachten die schönen Mädchen und die jungen Männer vor Durst.

(14)Sie schworen bei Schomron Verschuldung

und sprachen: So wahr dein Gott, Dan[142], lebt, und: so wahr der Weg[143] nach Beer-

Scheba lebt;

[144]Und sie werden fallen und nicht wieder aufstehen.

9. Kapitel

(1) Ich sah den Herrn über dem Altar stehen, und er sprach: Ich schlage den Knauf[145], und die Schwellen werden erbeben[146]

[147] und an ihrem Ende werde ich sie mit dem Schwert töten;

nicht wird einer von ihnen fliehen, nicht wird einer von ihnen entkommen.

Wenn sie zur Unterwelt durchbrechen, wird sie meine Hand von dort holen;

Und wenn sie zum Himmel aufsteigen, werde ich sie von dort herunterbringen[148].

(3)Und wenn sie sich auf dem Gipfel des Karmel verstecken, werde ich sie suchen und

von dort holen;

und wenn sie sich in dem Grund des Meeres vor meinen Augen verbergen,

so werde ich der Schlange von dort befehlen, und sie wird sie beißen.

(4) Und wenn sie vor ihren Feinden in die Gefangenschaft gehen,

so werde ich dem Schwert von dort befehlen, und es wird sie töten;

und ich richte meine Augen auf sie zum Bösen und nicht zum Guten.

[149](5)Und der Herr Jahwe der Heerscharen,

der auf die Erde schlägt, und sie wankt[150], und es trauern alle, die auf ihr wohnen;

und sie steigt an ganz wie der Jeor[151], und sie senkt sich wie der Jeor Mizrajims[152],

(6) Der im Himmel seinen Söller gebaut hat[153], und sein Gewölbe über der Erde hat er

gegründet;

der das Wasser des Meeres gerufen hat, und er hat es auf der Erde ausgeschüttet[154],

Jahwe ist sein Name.

(7)[155]Seid ihr, Söhne Jisraels für mich nicht wie die Söhne der Kuschiten[156], Spruch Jahwes?

Habe ich nicht Jisrael heraufziehen lassen aus dem Lande Mizrajim

Und die [157]Pelischtim[158] aus Kaftor[159] und Aram aus [160]Qir[161]?

(8)Sieh, die Augen des Herrn Jahwe richten sich auf das Reich der Sünde,

und ich werde es von der Oberfläche der Erde vertilgen;

nur dass ich das Haus Jaaqob nicht vertilge, Spruch Jahwes.

[162](9)Denn sieh, ich befehle,

Und ich werde unter allen Völkern das Haus Jisrael schütteln;

Wie in einem Sieb geschüttelt wird, und kein Steinchen fällt zur Erde.

(10) Durch das Schwert werden sterben alle Sünder meines Volkes;

welche sagen: Du wirst das Übel nicht an uns herantreten oder nahen lassen[163].

(11) An diesem Tage werde ich die gefallene Hütte Davids[164] aufrichten lassen[165];

und ihre Risse mauere ich zu, und das an ihm Zerstörte richte ich auf,

und ich erbaue sie wie vor Zeiten.

(12) So dass sie den Rest Edoms und alle Völker in Besitz nehmen,

über die mein Name ausgerufen wurde;

Spruch Jahwes, der dies tut.

(13) Sieh, es kommen Tage, Spruch Jahwes,

da naht der Pflüger dem, der erntet[166] und der die Trauben tritt dem, der den Samen zieht;

und die Berge lassen Most fließen[167] und alle Hügel werden weich.

(14) Und ich werde die Gefangenschaft meines Volkes Jisrael wenden[168],

und sie werden die verödeten Städte aufbauen[169], und sie werden Weinberge

anpflanzen und den Wein trinken;

und sie werden Gärten anlegen und ihre Früchte essen.

(15) Und ich pflanze sie auf ihrem Lande; und sie werden nicht mehr aus ihrem Land ausgerissen werden, das ich ihnen gegeben habe, sagt dein Gott Jahwe.”

[01] Alle folgenden Gliederungen nach Erich Zenger, Einleitung in das Alte Testament, 4. Auflage, Stuttgart 2001, Seite 484 bis 489
[02] V: II.Kön 15,1; Sach 14,5
[03] V: II.Kön 14,23
[04] E: es handelt sich um ein Erdbeben, dessen Zeit wir nicht kennen
[05] L: Dieser Vers gehört zu dem Rahmen, den das Amosbuch im Exil bekommen hat
[06] V: Jer 25,30; Joel4,16
[07] V: Zu Vers 3 bis 5: Jes 17,1 -3
[08] E: Das aramäische Königreich Damaskus, I.Kön 19,15; II.Kön 8,7 – 12; 10,32 – 33; 13,22. 24
[09] E: König von Damaskus
[10] E: Ben Hadad III. König von Damaskus (804 –772 v. Chr.), II.Kön 13,24 –25, Sohn und Nachfolger von Chasael
[11] E: Wahrscheinlich die Bika , das Tal zwischen Libanon und Antilibanon
[12] E: Nicht identifiziert
[13] V: 9,7; II.Kön 16,9; Jes 22,6
[14]
[15] E: Nicht identifiziert, vermutlich eine Stadt in Medien
[16] V: Zu Vers 6 bis 8: Jer 47,1; II.Chr 21,16 –17; 28,18
[17] E: Gaza
[18] E: Aschdod, Aschqalon und Eqron sind Städte der Philister nahe der Mittelmeerküste
[19] L: Die Vers 9 bis 12 gelten als im Exil entstanden
[20] V: Zu Vers 9 bis 10: Jes 23; Joel 4,4
[21] E: Tyros
[22] V: Zu Vers 11 bis 12: Dt 23,8; Jer 49,7; Ob 10
[23] V: Ob 10 – 11; KL 4,21
[24] Ü: Die Übersetzung folgt hier derjenigen Konjektur, die am brauchbarsten zu sein scheint
[25] E: Teman liegt im Edomiterland, wahrscheinlich das heutige Tawilan
[26] V: Ob 9
[27] E: Hauptstadt der Edomiter; Jes 34,6; Jer 49,13. 22; heutiger Name Busera
[28] V: Zu Vers 13 bis 15: Jer 49,1 – 6
[29] Ü: Möglich ist u.U. auch die Übersetzung: „Weil sie in Gileads Berge eingedrungen sind.
[30] E: Rabbat Ammon, die Hautstadt der Ammoniter, heute Amman
[31] V: Jes 15; Jer 48
[32] Ü: Qerijoth kann der Name einer Stadt sein. Das Wort bedeutet aber auch „Städte“, so LXX: των πολεων αυτησ
[33] T: Der hebräische Text liest „Richter“ in der Einzahl. Der Plural ist Konjektur. LXX lesen τουσ αρχοντασ αυτησ (ihre Fürsten), während die Vulgata dem hebräischen Text entspricht (judicem < judex, also auch Singular)
[34] V: Nu 24,17
[35] L: Die Verse 4 bis 5 gelten als im Exil entstanden
[36] V: Hos 8,14
[37] V: 8,6
[38] V: 8,4
[39] E: Gemeint ist eine und dieselbe Prostituierte
[40] V: Ex 22,25
[41] T: Aus Gründen des Metrums sind die letzten drei Wörter wahrscheinlich eine Interpolation
[42] T: Aus Gründen des Metrums sind die letzten vier Wörter wahrscheinlich eine Interpolation
[43] V: Nu 21,21 -28
[44] V: Nu 6,2 -13
[45] V: 7,13; Jer 11,21
[46] V: 1,1
[47] E: „Seele“ im Sinne von „Leben“
[48] L: Die Kapitel 3 bis 6 sind gegenüber den Kapiteln 1 bis 2 und 7 bis 9 als sekundär anzusehen und wohl erst nach dem Ende des Nordreichs 722 v.Chr der Schrift des Propheten Amos zugefügt worden. Wahrscheinlich stammen sie aus dem gleichen Verfasserkreis wie Hos 4 bis 11
[49] V: Dt 4,34
[50] Ü: Die Bedeutung dieses Verbs dey ist nicht sicher
[51] Ü: Das hier stehende Wort vqim könnte möglicherweise auch als „Köder“ verstanden werden, LXX helfen hier nicht weiter
[52] V: Jes 45,7; KL 3,37
[53] V: Gen 18,17
[54] E: Samaria
[55] T: tap < hap heißt „Seite“, worunter auch „Ecke2 verstanden werden könnte. Es wird auch ein Schreibfehler angenommen und tyup („Kissen) konjiziert
[56] T: Hier steht qvmdb, was hier nicht „in Damaskus“ heißen kann. Die Bedeutung ist unklar. Dann folgt sre, und das heißt sowohl „Bett“ wie „Laube“.
[57] V: I.Kön 22,39; Ps 45,9
[58] T: Der letzte Teil der Zeile ist unverständlich, wörtlich: „eine Frau für sich“
[59] T: Hier steht das lexikographisch unerklärte Wort hnimrhh, das wohl eine Verschreibung von hnimrx „zum Hermon“ ist
[60] V: Hos 12,12
[61] V: Dt 14,28
[62] V: Lev 2,11
[63] V: I.Kön 17,1
[64] V: Hag 1,11
[65] V: Joel 1,4
[66] Ex 9,3
[67] V: Die zweite Hälfte der Zeile ist unverständlich, ist aber kaum zu rekonstruieren
[68] V: Gen 19,24 – 25
[69] V: Sach 3,2
[70] L: Dieser Vers gehört zu dem Rahmen, den das Amosbuch im Exil bekommen hat
[71] V: Mi 1,3
[72] L: In diesem Kapitel ist die ursprüngliche Reihenfolge der einzelnen Stücke offensichtlich gestört. Es erscheint sinngemäß die Reihenfolge der Verse folgendermaßen zu lesen: 1 – 6. 14 – 15. 7. 10 – 12. 16 – 17. 8 – 9. 18 – 27; Vers 13 fällt ganz aus dem Zusammenhang und ist als spätere Glosse anzusehen.
[73] V: Jer 29,13
[74] V: 4,4;Hos 4,15
[75] E: Ein Wortspiel mit dem Namen Gilgal (lglg), „geht wahrhaftig in die Verbannung“, hebräisch: hlgy hlg
[76] T: LXX statt „Beth-El“ ( deutsch: „Haus Gottes“): „Haus Israel“
[77] T: Da diese Aussage recht zusammenhanglos wirkt, kann vermutet werden, dass an Stelle des Artikels h vor de,m Partizip mykph ein yh (wehe) gestanden hat, also: „Wehe denen, die vertauschen“
[78] V: 6,12; Jes 5,20
[79] L: Die Verse 5 bis 6 gehören zu dem Rahmen, den das Amosbuch im Exil bekommen hat
[80] V: Ijob 38,31
[81] T: LXX: „Er hat alles gemacht und gestaltet“, Vulgata und Aquilas griechische Übersetzung: „Er hat Arctur und Orion gemacht“, Symmachus´ griechische Übersetzung: „Er hat die Plejaden und die Sterne gemacht“, Theodotions griechische Übersetzung: „Er hat die Plejaden gemacht.“
[82] V: 9,6
[83] V: Jes 29,21
[84] V: Zef 1,13
[85] V: Ps 34,15; Röm 12,9
[86] T: Hier steht zwar der Singular „Bauer“ (rka), aber das Prädikat „sie rufen“ (warq) steht im Plural
[87] T: Auch hier steht der Singular „jammert“ (Partizip dpom), aber sinngemäß ist der Plural
[88] V: Zu Vers 18 bis 20: Joel 2,11
[89] V: Jes 1,11 – 15
[90] V: Mi 6,6 -7
[91] V: Jer 7,22 – 23; Apgesch 7,42 – 43
[92] E: Es handelt sich um assyrisch-babylonische Astralgottheiten, welche man – wir haben es mit einer Weissagung zu tun – in Samaria verehren wird.
[93] T: Da sich Amos stets nur an das Nordreich Israel wendet, überrascht die Nennung von Zion. Es ist zu erwägen, ob nicht ein Schreibfehler vorliegt und statt niyub (in Zion) nirubb (in der Festung) zu lesen ist
[94] E: Mit dem Ersten der Völker ist Israel gemeint
[95] T: Die Übersetzung des zweiten teils der Zeile folgt einer Konjektur
[96] E: Syrische Stadt, Jes 10,9, 738 von den Assyrern erobert
[97] E: Syrische Stadt 740 von den Assyrern erobert
[98] E: Philister, deren Stadt Gath wurde 711 von den Assyrern erobert
[99] V: Ps 10,5
[100] V: Zu Vers 5 bis 6: Jes 5,12
[101] T: Die zweite Hälfte der Zeile steht so im hebräischen Text. Der hat aber Bedenken erregt und zu verschiedenen Konjekturen Anlass gegeben
[102] T: Das Zeichen für das Ende des Verses (sof Pasuq) fehlt hier im hebräischen Text
[103] T: Für den Rest des Verses ist man auf recht unbestimmte Vermutungen angewiesen. Die wörtliche Übersetzung („es weicht der Sonnenaufgang der Überhängenden“) gibt keinen Sinn
[104] T: Der erste Teil des Verses ist so gestört, dass von einer Übersetzung abgesehen wird
[105] V: 8,3
[106] T: Dieser Vers hat wahrscheinlich ursprünglich zwischen Vers 8 und Vers 9 gestanden.
[107] T: Hier fehlt offensichtlich das Objekt des Satzes. Vorgeschlagen wird „das Meer“
[108] V: 5,7
[109] E: Ein Ort, über dessen Lage es unterschiedliche Meinungen gibt
[110] V: Jos 13,26; II.Sam 9,4 – 5; 17,27
[111] E: Vielleicht handelt es sich um Aschtaroth Qarnaim Gen 14,5
[112] E: In Syrien
[113] E: Der untere Teil des Jordanlaufes bis zur Mündung ins Tote Meer
[114] T: Das Eingeklammerte ist eine spätere erklärende Glosse
[115] V: Gen 7,11
[116] T: Im hebräischen Text steht kna ein nur hier vorkommendes Wort, das man mit „Senkblei wiederzugeben pflegt. Doch diese Bedeutung ist unsicher. Deshalb wird das graphisch ähnliche Wort nba (Stein) konjiziert
[117] T: Da das Wort „Senkblei“ für kna ohnehin unsicher ist, wird die hier passende Bedeutung „Brecheisen“ angenommen
[118] V: 8,2
[119] T: Im hebräischen Text steht qxsy, d.h. „er wird (was keinen Sinn ergibt. Ersetz man das s durch ähnlich klingende u, dann ergibt sich qxuy, also Jizchaq (Isaak), was eine brauchbare Konjektur ist
[120] E: König Jerobeam II. von Israel
[121] L: Die Verse 10 bis 17 unterbrechen die Reihe der fünf Visionen und werden ursprünglich hinter der fünften Vision, also hinter 9,6 gestanden haben. Sie sind im Exil entstanden
[122] V: Jer 38,4
[123] V: I.Sam9,9
[124] V: 2,12
[125] V: 1,1
[126] T: Auch hier ist, wie in Vers 9 qxsy (er wird lachen) durch qxuy ( Jizchaq = Isaak) zu ersetzen
[127] V: 7,8
[128] T: Es wird vermutet, dass das Wort riryv („Lieder“) auch „Sängerinnen“ heißen kann oder durch Umstellung des diakritischen Punktes von v in s „Prinzessinnen“
[129] T: lkyh könnte auch „Palast“ heißen. Doch dafür gebraucht Amos sonst immer das Wort nimra
[130] V: 6,10
[131] T: Denkbar wäre die Konjektur. „ Er wirft sie an alle Orte.“
[132] V: 2,7
[133] E: Gemeint ist der Neumond, ein Feiertag
[134] V: Neh 13,15
[135] V: 2,6
[136] V: 1,1; 9,5
[137] V: Der hebräische Text liest „Licht“ (ra). Das ist wohl ein Schreibfehler für ray (Nil), LXX: ποταμοσ (Fluss)
[138] V: Jes 13,10; Jer 15,9; Hes 32,7 – 8; Joel 2,10; 3,4; 4,16; Matth 24,29= Marc 13,24; Matth 27,45 = Marc 15,33 = Luc 23,44; Apgesch 2,20; OffbJoh 6,12
[139] V: Tob 2,5 – 6
[140] V: Jer 6,26
[141] V: I.Sam 3,1; Mi 3,7
[142] V: Ri 18,20
[143] E: Wallfahrt
[144] T: Die letzte Zeile von Vers 14 schließ sich besser an Vers 13 an
[145] E: Säulenknauf
[146] T: Hier fehlt das Zeichen für das Ende des Verses (sof Pasuq)
[147] T: Dieser erste Teil des Verses ist so stark gestört, dass er nicht zu übersetzen ist
[148] V: Ijob 26,6; Ps 139,8
[149] L: Die Verse 5 bis 6 gehören zu dem Rahmen, den das Amosbuch im Exil bekommen hat
[150] V:1,1; 8,8
[151] E: Nil
[152] V: 8,8
[153] V: Ps 104,3
[154] V: 5,3
[155] V: Dt 7,7
[156] E: Sudanesen
[157] E: Philister
[158] V: Jer 47,4
[159] E: Kreta
[160] E: Eine nicht näher bestimmbare, vermutlich in Medien liegende Stadt
[161] V: 1,5; II.Kön 16,9; Jes 22,6
[162] L: Die Verse 9 bis 15 sind aus der Zeit des Exils oder aus nachexilischer Zeit (nach 536 v. Chr.)
[163] V: 6,3
[164] V: Apgesch 15,16 – 17
[165] V: I.Kön 12,19
[166] V: Lev 26,5
[167] V: Joel 4,18
[168] V: Dt 30,3
[169] V: Jes 65,21