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Die Klagelieder

 

Einleitung

Lateinisch heißen die Klagelieder „Lamentationes” (Lam), im latinisierten Griechisch „Threni” (Thr)

In einer Vorbemerkung vor 1,1 bezeichnen die LXX den Propheten Jeremia als Verfasser dieses kleinen Buches, vielleicht deshalb, weil II.Chr 35,25 erwähnt wird, dass Jeremia ein Klagelied über den Tod des Königs Joschijahu angestimmt habe und dieses Lied unter den Klageliedern stehe. Der Chronist muss aber eine andere Dichtung als die uns jetzt vorliegende gemeint haben. Als der hebräische Kanon zusammengestellt wurde, können unsere Klagelieder noch nicht als ein Werk Jeremias gegolten haben. Denn sie wurden ja nicht unter die prophetischen Bücher, sondern unter die Schriften, den dritten Teil des hebräischen Kanons, eingereiht.

Wir haben ein poetisches Werk vor uns; es ist durchweg in gebundener Rede verfasst. Das hebräische Metrum lässt sich allerdings nicht ohne Künstelei ins Deutsche übertragen. Deshalb wird auch hier darauf verzichtet, aber die Zeilen-Anordnung zeigt, dass es sich um gebundene Rede handelt. Die Sammlung heißt nicht nur Klagelieder, weil sie über Jerusalem klagt, sondern hält sich auch an die übliche Form der Klagelieder. Nicht ganz konsequent, aber doch weit überwiegend wird der Rhythmus der Klagelieder eingehalten: in der ersten Halbzeile drei, in der zweiten zwei Hebungen. Das erste, das zweite und das vierte Lied heben mit dem bei Klageliedern häufigen „Ach” an. Geht es allgemein um die Klage über Jerusalem, so bekommt doch das dritte Lied den Charakter einer individuellen Klage (Klagelied des Einzelnen), wobei am Ende die Gewissheit der Erhörung steht (Vers 55-66 wie Ps 6,9-11; 13, 6; 22, 23-32; 27,13-14; 102,17-29; 142,8b). Jedes der fünf Lieder ist ein Akrostichon, d.h. in den ersten beiden Liedern und beim vierten Lied beginnt jeder Vers mit einem andern hebräischen Buchstaben in der Reihenfolge des hebräischen Alphabets. Im vierten Lied bemerkt man allerdings eine Umstellung der Buchstaben bei Vers 16 und 17. Das könnte ein Hinweis auf einen andern Verfasser sein. Da das hebräische Alphabet zweiundzwanzig Buchstaben, nur Konsonanten, enthält, hat jedes dieser vier Lieder zweiundzwanzig Verse. Beim dritten Lied ist es etwas anders. Hier beginnen jeweils drei Verse mit dem gleichen Buchstaben, ebenfalls in der Reihenfolge des hebräischen Alphabets, so dass sich 66 Verse ergeben. Die Verse sind aber kürzer als in Kapitel 1-2. In diesen Kapiteln besteht jeder Vers aus drei Zeilen, während er in Kapitel 4 aus jeweils zwei Zeilen und in Kapitel 3 aus jeweils nur einer Zeile besteht. Das 5. Kapitel besteht zwar auch aus 22 Versen, ist aber nicht akrostichisch (Vgl. Ps 33; 38; 50; 103). Akrosticha gibt es übrigens auch anderswo, so Ps 9; 10; 26; 34; 37; 111; 112; 119. Im Alten Orient war diese Art der Dichtung üblich. Schon in der akkadischen Literatur lässt sie sich nachweisen.

Die Unterschiede in der Anordnung der Lieder legt die Annahme nahe, dass die Lieder von verschiedenen Verfassern stammen. Sehr wahrscheinlich ist das erste Lied schon nach dem ersten Exil von 597 (II.Kön 24,8-17) gedichtet worden, als zwar ein Teil der Einwohner schon verschleppt, Jerusalem aber noch nicht zerstört wurde. Der Tempelkult konnte in bescheidenerer Form weitergeführt werden. Entstanden sein dürften die übrigen während der Exilszeit, also zwischen der Zerstörung Jerusalems und der Rückkehr der Exulanten nach der Eroberung des babylonischen Reiches durch die Perser.

In der Synagoge wird das Buch alljährlich am Tage der Zerstörung Jerusalems im Jahre 587 gelesen, am 9. des Monats Ab. Dieser Tag fällt nach unserm Kalender in den August, aber in jedem Jahr auf einen andern Tag des August.

Übersetzung

Ausgangstext dieser Übersetzung ist die Biblia Hebraica Quinta Band 18, Stuttgart – Deutsche Bibelgesellschaft 2004

1. Kapitel

[01]

(1) Ach, wie liegt die Stadt des vielen Volkes verlassen,

sie ist wie eine Witwe[02] geworden; sie war groß unter den Völkern,

eine Fürstin unter den Provinzen, sie ist zur Fronarbeiterin geworden.

(2) Mit Weinen weint sie in der Nacht, und ihre Tränen sind auf ihrer Wange,

Es gibt für sie keinen Tröster von allen ihren Liebhabern;

Alle ihre Nächsten haben treulos an ihr gehandelt, sie sind für sie zu Feinden geworden[03].

(3) Jehuda ist weggeführt aus dem Elend und großer Sklaverei,

es wohnt unter den Völkern und findet keinen Ruheplatz;

alle seine Verfolger erreichen es zwischen den Drangsalen.

(4) Traurig sind die Wege Zions, weil man nicht zum Fest kommt,

alle ihre Tore sind verödet, ihre Priester seufzen;

ihre Mädchen werden getrieben, und es ist bitter für sie.

(5) Ihre Bedränger sind zum Haupt geworden, und ihre Feinde haben Ruhe,

denn Jahwe hat sie betrübt wegen ihrer vielen Sünden;

ihre Kinder gehen gefangen hinweg vor dem Feind.

(6) Und aus der Tochter Zion ist die ganze Pracht ausgezogen;

Ihre Fürsten sind wie Damhirsche, sie finden keine Weide,

und kraftlos gehen sie vor dem Bedränger.

(7) Jeruschalajim gedenkt in den Tagen ihrer Armut und ihrer Obdachlosigkeit

aller Kostbarkeiten, welche es in früheren Tagen gegeben hat;

als ihr Volk in des Feindes Hand fiel und es für sie keinen Helfer gab[04],

Feinde sehen sie, sie lachen über ihren Verfall.

(8) Gesündigt, gesündigt hat Jeruschalajim, deshalb ist sie zum Abscheu geworden;

alle ihre Verehrer verachten sie, denn sie sehen ihre Blöße,

sie seufzt auch und wendet sich zurück.

(9) Unreinheit ist in ihrer Schleppe, sie hat deren[05] Ende nicht bedacht[06],

sie ist unwahrscheinlich heruntergekommen, es gibt für sie keinen Tröster;

Jahwe, sieh mein Elend an, denn ein Feind macht es groß!

(10) Ein Feind legt seine Hand auf alle ihre Schätze;

denn sie hat Völker[07] aus ihrem Heiligtum kommen sehen,

denen sie verboten hatte, in ihre Versammlung zu kommen[08].

(11) Ihr ganzes Volk seufzt, sie suchen Brot,

sie geben ihre Schätze für Speise, um ihre Seele[09] zu behalten;

Jahwe, sieh und schau an, dass ich verachtet bin.

(12) …[10]Alle, die ihr vorüber zieht, schaut und seht,

ob es einen Schmerz gibt gleich dem Schmerz, der mir angetan wurde;

mit dem mich Jahwe betrübt hat am Tage der Glut seines Zornes.

(13) Aus der Höhe hat er ein Feuer in meine Gebeine geschickt, und er tritt uns;[11]

Meinen Füßen hat er ein Netz[12] gespannt, er wandte mich zurück ins Frühere,

er hat mich zur Einöde gemacht, alle Tage krank.

(14) Das Joch meiner Freveltaten wurde angebunden[13], durch seine Hand verflochten sie sich,

sie stiegen[14] auf meinen Hals, er brachte meine Kraft zum Straucheln;

der Herr hat mich denen in die Hände gegeben, vor denen ich mich nicht erheben konnte.

(15) Er verachtete alle meine Starken, der Herr in meiner Mitte,

er rief eine Feier gegen mich aus[15], um meine Jünglinge zu zerbrechen;

der Herr trat eine Kelter[16] der Jungfrau, der Tochter Jehuda.

(16) Deshalb weine ich, mein Auge[17], mein Auge geht mit Wasser nieder[18],

denn fern von mir ist ein Tröster, der meine Seele[19] zurückbringt;

meine Söhne schaudert es, denn der Feind ist stark.

(17) Zion breitet ihr Hände aus, es gibt keinen Tröster für sie,

Jahwe hat gegen Jaakob Befehl erteilt, seine Nachbarn sind seine Feinde[20];

Jeruschalajim ist zum Abscheu geworden in ihren Augen.

(18) Gerecht ist er, Jahwe, denn seinem Munde habe ich getrotzt[21];

Hört doch, alle Völker, und seht meinen Schmerz:

Meine Jungfrauen und meine Jünglinge gehen in die Verbannung.

(19) Ich rief die, welche mich geliebt hatten, sie haben mich verraten,

meine Priester und meine Ältesten sind in der Stadt umgekommen;

denn sie haben Nahrung für sich gesucht, und sie täuschten sich selbst[22].

(20) Jahwe, sieh, dass mir Angst ist, meine Eingeweide gären,

in meinem Inneren dreht sich mein Herz, denn ich bin widerspenstig gewesen;

Von außen machte mich ein Schwert kinderlos, im Hause wie der Tod[23] .

(21) Hört, dass ich seufze: für mich gibt es keinen Tröster,

alle meine Feine hören mein Unglück, sie freuen sich, dass du es getan hast;

Bringe, rufe den Tag, und sie werden sein wie ich[24].

(22) All ihre Bosheit komme vor dich und spiele ihm übel mit,

wie du mir übel mitgespielt hast wegen all meiner Freveltaten;

denn meine Seufzer sind viel, und meine Herz ist krank.

2. Kapitel

(1) Ach, wie umwölkt[25] durch deinen Zorn, Herr, ist die Tochter Zijon ,

er hat vom Himmel auf die Erde geworfen[26] die Zierde Jisraels;

er hat nicht an den Schemel seiner Füße[27] gedacht am Tage des Zornes.

(2) Der Herr hat vertilgt, er hatte kein Mitleid mit Jaakobs Auen,

er hat niedergerissen in seinem Zorn die Festungen der Tochter Jehuda[28],

er hat das Land stoßen lassen, entweiht das Königtum und seine Fürsten.

(3) Abgehauen hat er in der Glut des Zornes jedes Horn Jisraels,

abgewendet hat er seine Rechte angesichts des Feindes;

es brannte in Jaakob wie das Feuer einer Flamme, sie frisst ringsum.

(4) Er hat seinen Bogen gespannt wie ein Feind, er stellt seine Rechte wie ein Gegner,[29]

er hat alles erschlagen, was das Auge entzückt[30];

im Zelt[31] der Tochter Zijon hat er seine Glut ausgegossen wie Feuer.

(5) Der Herr war wie ein Feind, vertilgt hat er Jisrael,

vertilgt hat er alle seine Paläste, vernichtet seine Festungen;

groß gemacht hat er in der Tochter Zijon Trauer und Klage.

(6) Und er hat den Ort seiner Wohnung[32] zerstört[33], vernichtet hat er die Stätte seiner Offenbarung;

in Vergessenheit geraten ließ Jahwe in Zijon Feier und Schabbat,

und mit der Verwünschung seines Zornes hat er verachtet König und Priester.

(7) Der Herr hat seinen Altar verstoßen, preisgegeben sein Heiligtum,

ausgeliefert hat er in die Hand des Feindes die Mauern seiner Paläste[34];

sie haben ihre Stimme erhoben wie an einem Feiertag.

(8) Jahwe plante, zu vernichten die Mauer der Tochter Zijon,

er hatte seine Messschnur ausgespannt, er seine hand vom verderben nicht zurück;

trauern ließ er Außenwerk und Mauer, gemeinsam sind sie verkümmert.

(9) Eingesunken in die Erde sind ihre Tore, vernichtet und zerschmettert ihre Riegel;

ihr König und ihre Fürsten sind unter den Völkern, es gibt keine Weisung,

auch ihre Gottessprecher finden kein Gesicht[35] von Jahwe[36].

(10)Es sitzen schweigend auf dem Boden die Ältesten der Tochter Zijon,

sie bringen Staub auf ihre Häupter, sie gürten sich mit Säcken[37];

ihr Haupt senken zu Boden die Mädchen von Jeruschalajim.

(11) Erloschen sind meine Augen vor Tränen, es gären meine Eingeweide,

zur Erde ausgeschüttet wurde meine Leber wegen des Zerbrechens der Tochter meines Volkes;

während Kind und Säugling verschmachteten [38]auf den Plätzen der Stadt.

(12) Ihren Müttern sagten sie: „Wo sind Korn und Wein?”

Während sie wie Verwundete verzagten auf den Plätzen der Stadt,

als ihre Seelen verströmten am Schoß ihrer Mütter.

(13)Womit soll ich dich aufrichten, was soll ich für dich planen, Tochter Jeruschalajim,

Womit soll ich dich vergleichen und dich trösten, Mädchen, Tochter Zijon;

Denn groß wie das Meer ist dein Zusammenbruch, wer wird dich heilen?

(14) Deine Gottessprecher schauten für dich Nichtiges und Tünche;

und sie enthüllten deine Sünden[39] nicht, um deine Gefangenschaft abzuwenden;

und sie schauten für dich Täuschungen[40], Nichtiges und Verführungen[41].

(15) Es schlugen über dich die Hände zusammen alle, die des Weges vorübergingen,

sie pfiffen und schüttelten ihre Köpfe über die Tochter Jeruschalajim;

Dies war die Stadt, von der man sagte: „Sie ist vollkommen schön, eine Freude für das ganze Land.”[42]

(16) es sperrten über dich ihr Maul auf alle deine Feinde,

sie pfiffen und knirschten mit den Zähnen, sie sprachen: „Wir haben sie verschlungen;

Ja, dies ist der Tag, den wir erwartet haben. wir haben gefunden, wir haben gesehen.

(17) Jahwe hat getan, was er geplant hatte, seine Rede ist vollendet,

was er in den früheren Tagen geboten hatte, er hat eingerissen und kein Mitleid empfunden;

und über dich freut sich der Feind, er hat das Horn deines Gegners erhoben.

(18)Schreie zum Herrn, heule, Tochter Zijon[43],

lass Tränen herunter fließen wie einen Bach Tag und Nacht,

gib deiner Erschlaffung nicht nach, die Tochter deiner Augen[44] ruhe nicht.

(19) Auf, jammere bei Nacht, am Beginn der Nachtwachen,

gieß aus dein Herz wie Wasser vor dem Angesicht des Herrn;

erhebe zu ihm deine Hände wegen der Seele deiner Kinder,

die schwach sind vor Hunger an jeder Straßenecke[45].

(20) Sieh, Jahwe, und blick auf den, an dem du so gehandelt hast;

dass Frauen nicht ihre Früchte essen, die gepflegten Kinder,

dass nicht im Heiligtum des Herrn umgebracht werden Priester und Gottessprecher.

(21) Auf dem Boden der Straßen liegen Knabe und Greis,

meine Mädchen und meine Jünglinge sind durchs Schwert gefallen;

du hast erschlagen am Tage deines Zornes, du hast geschlachtet ohne Mitleid-

(22) Du riefst wie zu einem Feiertag [46]das, was mich schreckt ringsum,

und am Tage von Jahwes Zorn gibt es keinen Entronnenen und Entkommenen;

die ich geboren und zahlreich gemacht habe, hat mein Feind vernichtet.

3. Kapitel

(1) Ich bin der Mann, der Leid gesehen hat durch den Stab seines Grimmes.

(2)Mich leitete und führte er, wo Finsternis ist und kein Licht.[47]

(3) Gewiss wendete er seine Hand gegen mich jeden Tag.

(4) Er ließ mein Fleisch und meine Haut schwinden, er zerschmetterte meine Knochen[48].

(5) Er baute gegen mich auf und bildete einen Kreis von Gift und Mühsal.

(6) An finsteren Orten ließ er mich wohnen wie die, welche für immer tot sind[49].

(7) Er hat mich eingemauert, und ich kann nicht hinausgehen, schwer machte er meine eherne Fessel.

(8) Auch wenn ich schrie und um Hilfe rief[50], hörte er mein Gebet nicht[51].

(9) Er vermauerte meine Wege mit einem Quaderstein[52], er verwirrte meine Pfade.

(10) Ein lauernder Bär war er für mich, ein Löwe in den Verstecken[53].

(11) meine Wege verwirrte er und legte mich brach, er machte mich verwirrt.

(12) Er spannte seinen Bogen[54] und zerfleischte mich wie eine Zielscheibe für den Pfeil.

(13)Er trieb in meine Nieren die Söhne seines Köchers[55] .

(14) Ich wurde zum Gelächter für mein ganzes Volk, ihr Spottlied jeden Tag[56].

(15) Er hat mich gesättigt mit Bitterem[57], er hat mich getränkt mit Wermut.

(16) Er ließ meine Zähne mit Kiesel zerreiben[58], er drückte mich in den Staub.

(17) Du hast meine Seele aus dem Frieden vertrieben, Gutes habe ich vergessen.

(18) Meinen Glanz hat er vernichtet und was ich von Jahwe erwartet hatte.

(19) An mein Elend und mein Umherirren zu denken, ist Wermut und Gift.

(20) Stets daran denkt und zerfließt in mir meine Seele.

(21) Darauf habe ich mein Herz gewendet, deshalb warte ich.

(22) Jahwes Gunsterweise sind es, dass wir nicht erledigt sind, denn seine Erbarmungen enden nicht[59].

(23) Neu sind sie jeden Morgen, groß ist deine Treue.

(24) „mein Anteil ist Jahwe,[60]” sagte meine Seele, deshalb warte ich auf ihn.

(25) Gut ist Jahwe zu dem, der auf ihn hofft, zu den Seele, die ihn sucht.

(26) Gut ist es, im Stillesein zu harren auf Jahwes Rettung.

(27) Gut ist es für einen Mann, dass er suf sich nimmt ein Joch in seiner Jugend.

(28) Er soll allein sitzen und schweigen. Denn er hat es ihm auferlegt.

(29) Er soll seinen Mund in den Staub legen, vielleicht gibt es Hoffnung.

(30) Er halte seine Kinnbacken hin dem, der ihn schlägt[61], an Schmähung soll er sich sättigen.

(31) Denn nicht für immer verstößt der Herr.

(32)Sondern er betrübt und erbarmt sich gemäß seiner großen Gunst.

(33)Denn nicht aus seiner Lust bedrückt und betrübt er die Söhne eines Mannes.

(34) Dass man unter seine Füße tritt alle Gefangenen des Landes.

(35) Dass gebeugt wird das Recht eines Mannes vor dem Angesicht des Höchsten.

(36) Dass ein Mensch seinen Vertrag fälscht, sieht der Herr nicht[62][63].

(37) Wer hätte dies sagen können, dass es geschah, wenn es der Herr nicht befohlen hätte[64]?

(38) Kommt nicht aus dem Munde des Höchsten Böses und Gutes?

(39) Was jammert ein lebendiger Mensch, ein Mann über seine Sünde?

(40) Wir wollen unsere Wege erforschen und untersuchen, und wir wollen zu Jahwe zurückkehren.

(41) Wir wollen unsere Herzen, nicht unsere Hände erheben zu Gott im Himmel.

(42) Wir haben gefrevelt und sind widerspenstig gewesen[65], du hast nicht vergeben.

(43) Du hast dich mit Zorn bewaffnet und uns verfolgt, du hast getötet, kein Mitleid hast du gehabt.

(44) Du hast dich mit Gewölk bewaffnet, so dass ein Gebet nicht hinübergelangen konnte.

(45) Zu Kehricht und Abfall hast du uns gemacht inmitten der Völker.

(46) Sie sperren gegen uns ihre Mäuler auf alle unsere Feinde.

(47) Schrecken und Grube gibt es für uns, Verödung und Zusammenbruch.

(48) Rinnen von Wasser kommen herab aus meinem Auge über den Zusammenbruch der Tochter meines Volkes.

(49) Mein Auge ergießt sich und wird nicht ruhig, ohne Aufhören.

(50) Bis hinunterblickt und sieht Jahwe vom Himmel.

(51)[66] Mein Auge tut meiner Seele Böses an vor allem Weinen[67].

(52) Dauernd jagten mich wie einen Vogel meine Feinde ohne Ursache.

(53) Sie brachten mein Leben in der Grube[68] zum Schweigen und warfen einen Stein auf mich.

(54) Wasser fluteten über mein Haupt[69], ich sagte: „Ich bin abgeschnitten.[70]

(55) Ich rief deinen Namen an, Jahwe unten aus der Grube[71].

(56) Du wirst meine Stimme hören[72]; verbirg nicht dein Ohr zu meiner Erleichterung vor meinem Geschrei.

(57) Du wirst an dem Tage nahen, an dem ich dich rufe, du wirst sagen: „Fürchte dich nicht!”

(58) Du wirst, Herr, einen Rechtsstreit[73] meiner Seele führen, du wirst mein Leben erlösen[74].

(59) Du hast gesehen, Jahwe, meine Unterdrückung, du wirst mein Recht aufrichten.

(60) Du hast ihre ganze Rache gesehen, alle ihre Anschläge gegen mich[75].

(61) Du hast ihre Schmähung gehört, Jahwe, alle ihre Anschläge gegen mich.

(62) Zungen meiner Gegner und ihr Gemurmel wider mich alle Tage.

(63) Ihr Sitzen und ihr Aufstehen[76] hast du gesehen, ich war ihr Spottlied.

(64) Du wirst ihnen Vergeltung zuwenden[77], Jahwe, gemäß den Taten ihrer Hände.

(65) Du hast ihnen die Unverschämtheit[78] des Herzens gegeben, ihnen wird dein Fluch gelten.

(66) Du wirst sie im Zorn verfolgen und vertilgen unter dem Himmel, Jahwe.

4. Kapitel

(1) Ach, verfärbt ist das Gold., verändert das gute Metall;

hingeschüttet sind die heiligen Steine[79] an den Ecken aller Straßen.

(2) Zijons kostbare Söhne, die mit gediegenem Gold aufgewogen werden[80],

sie werden wie Tonkrüge geachtet, das Werk der Hände des Töpfers.

(3) Auch Schakale saugen an der Brust, sie säugen ihre Jungen;

eine Tochter meines Volkes ist grausam wie Strauße in der Wüste[81].

(4) Die Zunge des Säuglings haftete vor Durst an seiner Zunge;

Kinder forderten Brot, niemand gab es, der es ihnen brach.

(5) Die von Leckerbissen gegessen hatten verschmachteten auf den Straßen;

die auf Karmesin getragen worden waren streckten sich in Aschengruben aus.

(6) Größer ist die Sünde der Tochter meines Volkes als der Frevel Sodoms[82];

das in kurzer Zeit zerstört wurde, ohne dass sich Hände darin rührten.

(7) Reiner sind ihre Jünglinge[83] als Schnee, weißer sind sie als Milch;

röter als Korallen ist die Haut[84], Lapislazuli ist ihre Gestalt.

(8) Dunkler als Ruß ist ihr Aussehen geworden, auf den Straßen werden sie nicht erkannt;

Ihre Haut schrumpfte auf ihren Knochen[85], sie wurden trocken wie Holz.

(9) Besser waren die vom Schwert Durchbohrten dran als die vom Hunger Umgebrachten[86];

welche durchbohrt vergingen von den Früchten des Feldes[87].

(10) Hände mitleidiger Frauen kochten ihre Kinder;

sie wurden ihnen[88] zu Speise im Zusammenbruch der Tochter meines Volkes.

(11) Vollendet hat Jahwe seine Glut, ausgegossen die Glut seines Zornes;

er hat ein Feuer in Zijon angezündet, und es hat seine Grundmauern gefressen.

(12) Die Könige der Erde hätten es nicht geglaubt noch alle Bewohner des Erdkreises;

dass ein Bedränger und ein Feind eindringt in die Tore von Jeruschalajim[89].

(13) Wegen der Sünden ihrer Gottessprecher, der Untaten ihrer Priester,

welche in ihrem Inneren vergossen haben das Blut von Gerechten[90].

(14) Sie irren als Blinde auf den Straßen[91], sie sind mit Blut besudelt;

ohne dass man vermochte, ihre Kleider zu berühren.

(15) Man ruft ihm zu: „Weg, Unreiner!” Weg, weg, ihr sollt nichts anrühren![92]

Sie brachen auf, auch irrten sie umher unter den Völkern, sie konnten nicht weiter verweilen.

(16) Jahwes Angesicht hat sie zerstreut[93], erfährt nicht fort, sie anzusehen;

das Ansehen der Priester achtet man nicht, und der Ältesten erbarmt man sich nicht.

(17) Noch schmachteten unsere Augen nach Hilfe – vergeblich;

auf unserer Warte spähten wir nach einem Volk,[94] es rettete nicht.

(18) Man engte unsere Schritte ein[95], dass wir auf unseren Plätzen nicht gehen konnten;

nahe ist unser Ende, unsere Tage sind erfüllt, denn unser Ende ist gekommen.

(19) Unsere Verfolger waren schneller als die Adler des Himmels;

auf den Bergen verfolgten sie uns, in der Wüste lauerten sie uns auf.

(20) Jahwes Gesalbter[96], der Atem unserer Nase, wurde in ihrer Grube gefangen[97];

von dem wir gesagt hatten: „ In seinem Schatten leben wir unter den Völkern.”

(21) Freue dich und sei fröhlich, Tochter Edoms[98], die du im Lande Uz[99] wohnst;

auch zu dir kommt der Becher[100] hinüber[101], du wirst betrunken und entblößt dich[102].

(22) Zu Ende sind deine Strafen, Tochter Zijon, deine Verschleppungen gehen nicht weiter;

deine Verfehlungen, Tochter Edoms, wir er heimsuchen[103], er wird deine Sünden enthüllen.

5. Kapitel

(1) Gedenke[104], Jahwe, was uns geschehen ist, sieh und schau unsere Schmach!

(2) Unser Erbe wandte sich Fremden zu, unsere Häuser Fremden.

(3) Waisen wurden wir, ohne Vater, unsere Mütter zu Witwen.

(4) Unser Wasser trinken wir gegen Geld, Holz kommt gegen Bezahlung.

(5) In unserm Lande[105] werden wir verfolgt, wir mühen uns ab, Ruhe wird uns nicht gewährt.

(6) Mizrajim[106] reichen wir die Hand, Aschschur, um uns an Brot zu sättigen[107].

(7) Unsere Väter haben gesündigt, sie gibt es nicht mehr, wir tragen ihre Verfehlungen.

(8) Sklaven herrschen über uns, es gibt keinen, der uns aus ihren Händen reißt.

(9) Um den Preis unserer Seelen[108] bringen wir unser Brot[109], angesichts des Schwertes der Wüste[110].

(10) Unsere Haut wird heiß wie ein Ofen, vor der Heftigkeit des Hungers.

(11) Frauen vergewaltigten sie in Zijon, Mädchen in den Städten Jehudas.

(12) Fürsten wurden durch ihre Hand aufgehängt, das Ansehen der Ältesten wurde nicht geehrt.

(13) Jünglinge trugen eine Handmühle[111], und Knaben strauchelten mit dem Holz.

(14) Greise bleiben vom Tor weg[112], Jünglinge vom Saitenspiel.

(15) Die Freude unseres Herzens hat aufgehört, verwandelt in Trauer ist unser Reigentanz[113].

(16) Gefallen ist der Kranz unseres Hauptes[114], weh uns doch, dass wir gesündigt haben.

(17) Darüber ist unser Herz krank geworden, deswegen sind unsere Augen dunkel geworden.

(18) Auf dem Berg Zijon, der verwüstet worden ist, auf ihm laufen Füchse.

(19) Du, Jahwe, thronst ewig,, dein Thron steht von Geschlecht zu Geschlecht[115].

(20) Warum willst du uns für immer vergessen, willst uns verlassen für die Länge der Tage[116]?

(21) Lass uns umkehren, Jahwe, zu dir, und wir kehren um, erneuere unsere Tage wie vordem[117].

(22) Es sei denn, du hast uns ganz und gar verworfen, zürnst uns zu sehr.

[01] T: LXX bietet vor dem ersten Vers: „Und nachdem Israel weggeführt und Jerusalem verwüstet worden war, da geschah es, dass sich Jeremia weinend hinsetzte und dieses Klagelied über Jerusalem klagte, indem er sprach:“ Vgl. II.Chr 35,25
[02] V: Jes 47,8; 54,4 Jer 51,5
[03] V: Jer 35,11 Hes 19.8
[04] T: Dies ist die einzige vierzeilige Strophe unter lauter Dreizeilern. Die dritte Zeile von Vers 7 ist deshalb als nachträglich hineingekommene anzunehmen.
[05] Ü: Dann wäre das gemeint, wohin die Unreinheit führt. Man kann es aber auch statt auf die Unreinheit auf Jerusalem beziehen. Dann würde es bedeuten, dass Jerusalem nicht an das Ende, den Ausgang gedacht hat.
[06] V: Jes 47,7
[07] E: Völker, die andere Götter verehrten und denen das Betreten des Tempels in Jerusalem nicht gestattet war. Sie holen jetzt Kostbarkeiten aus dem Tempel.
[08] V: Dt 23,3-4 Neh 13,1
[09] E: „Seele“ im Sinne von „Leben“
[10] T: Hier steht im hebräischen Text eine wahrscheinlich aus einer Glosse hinein geratene Abwehrformel gegen ein Unheil, in dem Sinne: „Das widerfahre euch – nämlich den Lesern – nur nicht.“
[11] T: Möglicherweise liegt dem hebräischen Wort ein Schreibfehler zugrunde. Unter Veränderung des letzten Wortes und der Akzente (=Satzzeichen) würde diese Verszeile dann lauten: „ Aus der Höhe hat er ein Feuer geschickt, in meine Gebeine hat er es fahren lassen.“
[12] V: Hos 7,12
[13] T: So liest der hebräische Text, aber er wird deshalb angefochten, weil das mit „anbinden“ wiedergegebene hebräische Verb sonst nie vorkommt. Deshalb wird unter Berufung auf das Targum – eine freie aramäische Übertragung – vorgeschlagen: „schwer lastet auf mir“ .
lass Tränen

[14] T: Möglicherweise ist an dieser Stelle „als Joch“ einzufügen.
[15] V: Jes 13,3 Jer 46,10 Am 5,18 -20 Zeph 1,7-8
[16] V: Treten der Kelter als Bild für die Zerstörung, Vernichtung von Menschen: Jes 63,3 Joel 4,13 Apc J 14,19; 14,20; 19,15
[17] T: Das erste „mein Auge“ im hebräischen Text ist als Schreibfehler zu streichen.
[18] E: So wörtlich, gemeint ist: „Mir kommen die Tränen“.
[19] E: Siehe Anmerkung 15
[20] V: Siehe Anmerkung 2
[21] V: Dt 28,15 Jer 12,1
[22] T: Die letzte Halbzeile ist eine Konjektur (Vermutung), da der hebräische Text keinen Sinn ergibt. LXX: „und fanden nichts.“
[23] T: Dieser Ausdruck ergibt keinen rechten Sinn, aber was dort gestanden haben mag, ist auch vermutungsweise kaum zu ermitteln.
[24] E: wegen ihrer Schadenfreude soll die Feinde das gleiche Unglück treffen wie es Jerusalem getroffen hat.
[25] Ü: Statt „umwölkt“ ist auch die Übersetzung „entehrt“ möglich
[26] V: Jes 14,12 Hes 28,17
[27] V: I.Chr 28,2
[28] V: Jer 34,7
[29] T: Die zweite Hälfte der Zeile ist textlich gestört. Die Übersetzung versucht, ihr einen Sinn abzugewinnen
[30] Ü: Wörtlich: „die Entzückungen des Auges“
[31] V: Ps 15,1
[32] T: Das ist eine Konjektur des hebräischen Textes, der so, wie er da steht, nicht verständlich ist.
[33] V: II.Kön25,8
[34] T: Da im Zusammenhang immer die Rede vom Tempel ist, erscheinen die Paläste hier fehl am Platz. Deshalb wird als Konjektur vorgeschlagen: „Die Köstlichkeit ihrer Schätze“.
[35] E: Sie empfangen keinen Gottesspruch
[36] V: Ps 74,9
[37] V: II.Sam 1,2; 3,31 Hes 27,30 Am8,10 Ijob 2,12
[38] V: II.Kön 25,3 Jer 37,21
[39] V: Mi 3.8
[40] T: Der hebräische Text bietet ein Wort, das „Lasten“ bedeutet; das passt aber nicht in den Sinnzusammenhang. Eine andere Punktion dieses Wortes ergibt den Ausdruck „Täuschungen“, der hier passt
[41] V: Jer 14,13-18; 23,13-32; 26,7-9 Hes 13,1-12
[42] V: Ps 48,3
[43] T: Die Übersetzung dieses Halbverses beruht auf Konjekturen, welche dem kaum verständlichen hebräischen Wortlaut am ehesten einen Sinn zu geben vermögen. Außerdem schieß t die vierte Zeile über. Das Lied hat sonst nur Dreizeiler
[44] Ü: Augapfel
[45] T: Da diese letzte Zeile des Verses die vierte ist, passt sie nicht in das Dreizeilenschema und muss deshalb als sekundär hinzugefügt angesehen werden.
[46] V: Siehe Anmerkung 13
[47] V: Am 5,18 Ijob 12,25
[48] V: Ps 32,2 Ps 34,21; 51,10 Jes 38,13
[49] V: Ps 88,7; 143.3
[50] V: Jer 14,11-12 PS 22,2;77,10 Ijob 30,20
[51] Ü: Wörtlich: „verstopfte er mein Gebet“ im Sinne „verstopfte er die Ohren vor meinem Gebet“
[52] V: Ps 88,9
[53] V: Hos 13,8 Am 5,19 Spr 28,15
[54] V: 2,4-5
[55] E: Ps 38,3 Ijob 16,13
[56] V: 3,63; Jer 20,7 Ijob16,10;30.9-10 Ps 22,8.18; 35,21; 40,16; 69,12
[57] V: Ijob 9,18
[58] V: Matth7,9
[59] V: Ps 86,15; 103,8; 111,4; 145,8
[60] V: Ps 16,5-6; 73,26
[61] V: Jes 50,6 Matth 5,39
[62] Ü: Man kann die zweite Halbzeile auch als Frage verstehen
[63] V: 2,20
[64] V: Gen 1,3 Ps 33,9 Am 3,6 Jes 45,7
[65] V: 2,18-19 Ps 63,3; 106,6
[66] T: Sinnvoller Weise ist dieser Vers hinter Vers 48 zu lesen.
[67] T: Da der hebräische Text kaum verständlich ist, beruht die Übersetzung auf einer Konjektur
[68] V: Ps 40,3
[69] V: Ps 69,2.16; 88,7.18
[70] V: Ps 31,23a
[71] V: Siehe Anmerkung 69
[72] V: Ps 77,2
[73] V: Ps 75,8; 76.9; 96, 10.13; 97,6;98,9
[74] V: Lev 25,25-26 Rut 2,20; 3,9.12-13; 4,1-7 / Ps 69,19; 72,14; 103,4; 119,154
[75] V: 1,7-8.11.17; 2,15-16
[76] V: Dt 6,7; 11,19 Ps 139,2
[77] Ü: Man kann in diesem und in den beiden folgenden Versen auch mit der Vergangenheit übersetzen: „Du hast ihnen Vergeltung zuwendet.“ In diesem Falle berichtet der Beter, dass Jahwe gehandelt hat, im andern Falle – wie oben übersetzt – ist er gewiss, dass Jahwe handeln wird. Ersteres ist weniger wahrscheinlich, wenn es auch hier um die Verwüstung Jerusalems geht, bei der auch den Beter persönliches Unglück getroffen hat. Es sei denn, man setzt dieses Lied viel später an als die anderen, nämlich erst nachexilisch.
[78] Ü: Das hebräische Wort, das hier mit „Unverschämtheit“ wiedergegeben wird, kommt nur an dieser einen Stelle vor (ein sog. hapax legomenon) und kann auch mit „Verblendung“ übersetzt werden
[79] E: Edelsteine
[80] V: Ijob 28,19
[81] V: Ijob 39,13-16
[82] V: Gen 19 Jes 1,7.9-10 Jer 23,14 Hes 16,48 Am 4,11 Matth 11,23 Mark 6,11 Luk 10,12 II.Petr 2,6 Jud 7 Off 11,8
[83] T: Der hebräische Text bietet „Fürsten“, Stattdessen „Jünglinge“ zu lesen erscheint als sinnvolle Konjektur
[84] T: Der hebräische Text bietet „Gebein“, aber „Haut“ ist inhaltlich angemessener und ergibt sich durch eine geringe Änderung der Buchstaben.
[85] V: Ijob 19,20
[86] V: 2,20
[87] T: Um diesen unverständlichen Satz in einen verständlichen zu ändern, gibt es mehrere Vorschläge, die aber nicht überzeugend sind
[88] T: Der hebräische Text bietet „ihm“, was zweifellos ein Schreibfehler ist. LXX haben „ihnen“ gelesen
[89] V: Jer 7,4; 26 Ps 46; 48; 87
[90] V: Matth 23,35 Luk 11,50-51
[91] T: Dieser Text ist nicht völlig gesichert
[92] V: Lev 13,45
[93] Ü: Ebenso möglich ist die Übersetzung:“ Jahwes Angesicht war ihr Anteil.“
[94] V: Jes 30,1-5; 31,1-3;36,6 Jer 2,18.36-37; 37,5-7 Hes 29,6-7 Hos 7,8-11
[95] T: Möglich ist auch die Lesart: „ Man belauerte unsere Schritte.“
[96] E: der König von Juda
[97] V: II.Kön 25,4-7 Jer 39,4-7; 52,7-11
[98] V: Gen 25,30; die Edomiter galten als Nachkommen Esaus
[99] V: Gen 10,23; 22,21; 36,28 Jer 25,20 Ijob 1,1
[100] V: Jer 25,15-16. 27-29; 49,12
[101] E: die Edomiter lebten auch der anderen Seite des Jordans
[102] V: Gen 9,21-22
[103] V: Jes 34,5; 63,1-6 Jer 49,7-22 Hes 25,12 Joel 4,19 Mal 1,2-5
[104] V: 1,9.11; 2,2o Ex 32,13 Ps25,6-7;74,2.18.20.22; 89,51; 132,1
[105] T: Im hebräischen Text steht „auf unseren Hälsen“, was aber keinen Sinn ergibt. Deshalb ist die Konjektur „Land“ statt „Hals“ vorzuziehen
[106] E: Ägypten
[107] V: Siehe Anmerkung 94
[108] E: Unter Lebensgefahr
[109] E: Bringen wir unser Brotgetreide (vom Felde)
[110] E: Bedrohung durch Wüstenbewohner
[111] V: Ri 16,21
[112] V: 1,4
[113] V: Jer 7,34; 16,9; 25,10
[114] V: Jer 13,18
[115] V: Ps 9,8;44,5;47,9;74,12; 93,2; 102,13; 145,13
[116] V: Jer 3,5 Ps 74,1.11; 79,5 / 3,31 Ex 20,6; 34,6-7
[117] V: Ps 80,4.20; 85,2.7