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Das Lied der Lieder

Einleitung

Dies ist eine Sammlung von Liebesliedern, die als einzelne Dichtungen bereits vorlagen, ehe sie ein Redaktor zu einer Sammlung zusammengestellt und mit redaktionellen Ergänzungen versehen hat. Über die Grundsätze, nach denen der Redaktor die Lieder zusammengestellt hat, hat eine ganze Anzahl von Forschern Hypothesen aufgestellt, aber keine ist si schlüssig, dass sie sich in der Fachwelt hätte durchsetzen können. Aus sprachlichen und inhaltlichen Gründen ist anzunehmen, dass die Redaktion in die hellenistische Zeit fällt, also nicht vor dem späten 4. Jahrhundert v. Chr. anzusetzen ist. Die Lieder selbst dürften nicht viel älter sein.

Den Liedern fehlt jeder Bezug auf Gott oder auf Israels Erwählung. So kommt es zu der weiteren Frage, warum dieses ganz weltlich- erotische Buch in den Kanon aufgenommen worden ist. Die am nächsten liegende Antwort dürfte die sein, dass Israels hochberühmter König Salomo als Dichter der Lieder genannt wird, der er freilich nicht gewesen sein kann.

Es bleibt eine ganze Reihe unklarer Stellen, vor allem im 3. Kapitel. Das liegt zum einen daran, dass der Text mehrfach offensichtlich so verderbt ist, dass auch die alten Übersetzungen nicht weiter helfen, zum andern daran, dass man bei der Bedeutung gewisser Wörter auf Vermutungen angewiesen ist, da diese Wörter anderweitig nicht nachweisbar sind.

Um das Buch für die Synagoge und später für die Kirche nutzbar zu machen, griffen die meisten Ausleger bis ins 19. Jahrhundert zur Allegorese, d.h. sie deuteten das Verhältnis des Liebhabers zur Geliebten um in das Verhältnis Gottes zu seinem Volk oder christlich auf das Verhältnis Jesu zur Kirche. Also: Gott liebt seine Gemeinde so, wie ein Liebhaber seine Geliebte liebt. Diese Deutung wurde dann auch verändert in das Verhältnis Jesu zur frommen Seele des Einzelnen. Gerade bei letzterem spielt die Mystik eine Rolle.

In der Synagoge wird das Lied der Lieder am siebten Tag der Pesachwoche gelesen. Im Neuen Testament erscheint weder ein Zitat noch auch nur eine Anspielung auf das Lied der Lieder. Denn dass Joh 7,38 und OffbJoh 3,20 auf 4,15 bzw. 5,2 anspielen, ist höchst unwahrscheinlich.

Die Bezeichnung „Lied der Lieder” ist ein Semitismus, mit dem ein Superlativ ausgedrückt wird, also: das höchste der Lieder.

Übersetzung

Ausgangstext dieser Übersetzung ist die Biblia Hebraica Quinta Band 18, Stuttgart –Deutsche Bibelgesellschaft – 2004

1. Kapitel

(1)Lied der Lieder, das von Schelomo ist.

(2) Er küsst mich mit den Küssen seines Mundes; denn deine Liebkosungen sind besser als Wein.

(3) Sie sind gut wie der Geruch des Öls. Öl der Reinigung ist dein Name;

deshalb lieben dich die Mädchen.

(4) Ziehe mich hinter dir her, wir wollen eilen;

der König bringt mich in seine Gemächer, wir wollen tanzen und uns über dich freuen;

deine Geliebten wollen wir mehr preisen als den Wein. Sie lieben dich von Rechts wegen[01].

(5) Schwarz bin ich und schön, ihr Töchter Jeruschalajims;

wie die Zelte Kedars, wie die Zeltdecken Salmas[02].

(6) Ihr sollt mich nicht ansehen, weil ich schwärzlich bin, die Sonne hat mich verbrannt;

die Söhne meiner Mutter zürnen mir, sie haben mich zur Wächterin der Weinberge eingesetzt,

meinen eigenen Weinberg habe ich nicht bewacht.

(7) Berichte mir, der du die Liebe meines Seele bist, wo du weidest,

wo du um die Mittagszeit lagerst;

dass ich ja nicht bin wie eine Streunerin bei den Herden deiner Genossen.

(8) Wenn du es nicht weißt, Schönste unter den Frauen;

Komm zu mir heraus auf den Spuren des Kleinviehs, weide deine Ziegen

Bei den Lagern der Hirten!

(9)Mit einer Stute an Pharaos Wagen vergleiche ich dich, meine Freundin.

(10) Lieblich sind dein Wangen zwischen den Schmuckketten, dein Hals zwischen den Muschelketten.

(11) Ketten aus Gold machen wir für dich, mit Perlen aus Silber.

(12) Bis zur Tafelrunde[03] des Königs gibt die Narde ihren Duft.

(13) Ein Beutel Myrrhe ist mein Geliebter für mich, es ruht zwischen meinen Brüsten.

(14) Eine Blüte der Zypernblume[04] ist mein Geliebter für mich, in den Weinbergen von En Gedi.

(15) Sieh, schön bist du, meine Gefährtin, schön sind deine Augen (wie)[05] Tauben.

(16) Sieh, du bist schön, meine Geliebte, auch lieblich, auch unser Bett ist saftig grün.

(17) Dachsparren unseres Hauses sind Zedern, unsere Decke Zypressen.

2.Kapitel

(1) Ich bin eine Meerzwiebel von Scharon, eine Lilie der Täler.

(2) Wie eine Lilie zwischen den Dornen, so ist meine Gefährtin zwischen den Töchtern.

(3) Wie ein Apfelbaum zwischen den Bäumen des Waldes, so ist meine Geliebte zwischen den Söhnen;

seinen Schatten begehre ich, und ich will sitzen, und seine Frucht ist süß für meinen Gaumen.

(4)Er brachte mich in das Weinhaus, und sein Schild[06] über mir ist Liebe.

(5) Erfrischt mich mit Rosinenkuchen, erquickt mich mit Äpfeln;

Denn ich bin krank aus Liebe.

(6) Seine Linke ist unter meinem Haupt, und seine Rechte umarmt mich.

(7) Ich beschwöre euch, Töchter von Jeruschalajim bei den Gazellen

oder bei den Rehen des Feldes;

dass ihr die Liebe nicht reizt und erregt, bis es ihr gefällt.

(8) Stimme meines Geliebten, sieh, er kommt;

springend auf die Berge, hüpfend auf die Hügel.

(9) Mein Geliebter gleicht einer Gazelle oder dem Kalb des Rehs;

sieh, er steht hinter unserer Wand, er blickt durch die Fenster.

Er schaut durch das Gitter.

(10) Mein Geliebter antwortet und spricht zu mir:

„Auf, meine Gefährtin, meine Schöne, und geh!

(11) Denn sieh, der Winter ist vorübergegangen;

der Regen ist vorüber gezogen, gegangen.

(12) Die Blüten zeigen sich im Lande, die Zeit des Gesanges ist genaht;

uns der Klang des Reigens[07] wird in unserm Lande gehört.

(13) Am Feigenbaum reift die junge Feige, und die Reben der Knospenhülle geben Duft;

Auf, geh[08], meine Gefährtin, meine Schöne, geh!

(14) Meine Taube ist in den Schlupfwinkeln des Felsens, im Versteck des Felsensteiges,

Lässt du mich deine Erscheinung sehen, lässt du mich deine Stimme hören?

Denn deine Stimme ist süß und dein Anblick ist schön.

(15) Greift die Füchse, die kleinen Füchse, welche die Weinberge verderben;

und zwar unsere Weinberge der Knospenhülle.

(16) Mein Geliebter ist mein, und ich bin sein, er weidet in den Lilien.

(17) Wenn der Tag ausatmet und die Schatten länger werden;

wende ich um, es gleiche dir, mein Geliebter, eine Gazelle oder das Kalb des Rehs

auf den Bergen von Bater[09].

3. Kapitel

(1) Auf meinem Nachtlager suchte ich den, der die Liebe meiner Seele ist;

ich suchte ihn und fand ihn nicht[10]

(2) Ich will doch aufstehen und in der Stadt umhergehen, auf den Straßen und auf den Plätzen,

ich will den suchen, der die Liebe meiner Seele ist;

ich suche ihn und finde ihn nicht.

(3) Die Wächter fanden mich, die in der Stadt umhergehen;

habt ihr den gesehen, der die Liebe meiner Seele ist?

(4) Ein wenig war ich an ihnen vorüber gegangen, bis ich den gefunden hatte, der die Liebe meiner Seele ist;

ich ergreife ihn und gebe ihn nicht preis,( bis ich ihn in das Haus meiner Mutter gebracht habe,

und in das Zimmer meiner Mutter).[11]

(5) Ich beschwöre euch, Töchter von Jeruschalajim, bei den Gazellen

oder bei den Rehen des Feldes,

dass ihr nicht weckt und dass ihr nicht stört die Liebe, bis es ihr gefällt.

(6) Wer ist diejenige, die aus der Steppe heraufsteigt wie Rauchsäulen[12]

aus dem Räucherwerk von Myrrhe und Weihrauch, aus den Spezereien eines Händlers?

(7) (Sieh, die Sänfte Schelomos)[13] Sechzig Männer umgeben sie

von Jisraels Männern.

(8) Sie alle haben ein Schwert ergriffen, die des Krieges Erfahrenen;

jeder hat sein Schwert an seiner Hüfte gegen den Schrecken der Nächte[14].

(9) Eine Sänfte ließ sich der König Schelomo machen aus den Hölzern des Lebanon.

(10) Seine Säulen machte er aus Silber, seine Unterlage aus Gold, seinen Sitz aus Purpur;

sein Inneres ist eingelegte Liebe[15] (von Jeruschalajims Töchtern)[16].

(11) (Jeruschalajims Töchter)[17], kommt heraus und seht euch satt an König Schelomo;

an dem Kranz, mit dem ihn seine Mutter am Tage seiner Hochzeit bekränzt hat

und am Tage der Freude seines Herzens.

4. Kapitel

(1) Sieh, meine Gefährtin ist schön, sieh, du bist schön, deine Augen sind wie Tauben hinter deinem Schleier;

deine Haare sind wie eine Herde von Ziegen, die vom Gebirge Gilboa herabsteigen[18].

(2)Deine Zähne sind wie eine Herde von frisch Geschorenen, die aus der Schwemme heraufsteigen;

von denen jede Zwillinge gebiert, und keine Kinderlose ist unter ihnen.

(3) Wie ein roter Faden sind deine Lippen und lieblicher als deine Worte;

und wie die Scheibe eines Granatapfels ist deine Schläfe hinter dem Schleier.

(4) Dein Hals ist wie ein Turm Davids, aus Steinschichten erbaut;

tausend Schilde sind daran aufgehängt, lauter Schilde streitbarer Männer.

(5) Deine beiden Brüste sind wie zwei Rehkitzen, Zwillinge einer Gazelle;

sie weiden unter Lilien.

(6)[19] Wenn der Tag verweht und die Schatten länger werden;

werde ich zum Berge der Myrrhe und zum Hügel des Wehrauchs gehen.

(7) Ganz schön bist du, meine Gefährtin, und an dir ist kein Makel.

(8) Mit mir, Braut vom Lebanon, mit mir sollst du vom Lebanon kommen;

du sollst schreiten vom Gipfel des Amana, vom Gipfel des Senir und des Chermon,

vom Aufenthalt der Löwen, von den Bergen der Leoparden.

(9) Du bereitest mir Herzklopfen, meine Schwester, Braut;

du bereitest mir Herzklopfen mit einem deiner Augen mit einem Schmuckstück deines Halsschmucks.

(10) Wie schön sind deine Brüste, meine Schwester, Braut;

wie viel besser sind deine Brüste als der Wein und der Duft deines Öls als alle Öle.

(11) Honigseim tropfen deine Lippen, Braut;

Honig und Milch sind unter deiner Zunge, und der Duft deines Gewandes ist wie der Duft des Lebanon.

(12) Ein verriegelter Garten ist meine Schwester, Braut;

ein verriegelter Brunnen einer versiegelten Quelle.

(13) Dein Schoß ist wie ein Garten von Granatäpfelbäumen mit köstlichen Früchten;

wie Früchte mit Narde.

(14) Narde und Safran, Rohr und Zimt, mit allen Bäumen des Lebanon;

Myrrhe und Aloe mit den besten Balsamen.

(15) Die Quelle meines Gartens[20] ist ein Brunnen lebendigen Wassers;

und er fließt vom Lebanon.

(16) Rege dich, Nordwind, und komm, Südwind, lass meinen Garten duften, fließen sollen seine Balsame;

mein Geliebter soll in seinen Garten kommen und seine köstlichen Früchte essen.

5. Kapitel

(1) Ich bin[21] in den Garten meiner Schwester, Braut, gekommen, ich habe meine Myrrhe mit meinem Balsam gepflückt,

ich habe mein Brot[22] mit meinem Honig gegessen, ich habe meinen Wein mit meiner Milch getrunken;

esst, Gefährten, trinkt, berauscht euch an meiner Liebe!

(2) Ich habe geschlafen, und mein Herz hat sich bewegt;

die Stimme meines Geliebten hat angeklopft: „Öffne mir, meine Schwester, meine Gefährtin, meine Taube, meine Vollkommene!

Denn mein Haupt ist nass vom Tau, meine Locken von den Tropfen der Nacht.”

(3) „Mein Untergewand habe ich (schon) ausgezogen, soll ich mich etwa anziehen?

Ich habe meine Füße gewaschen, soll ich sie etwa beschmutzen?”

(4) Mein Geliebter streckte seine Hand aus der Öffnung, und mein Inneres brauste ihm entgegen.

(5) Ich stand auf, um meinem Geliebten zu öffnen;

und meine Hände tropften von Myrrhe und meine Finger von überlaufender Myrrhe,

auf meinen Händen lag der Riegel.

(6) Ich öffnete meinem Geliebten, und mein Geliebter war hinweg;

meine Seele ging hinaus hinter seinem Rücken, gesucht habe ich ihn und ihn nicht gefunden,

gerufen habe ich ihn, und er hat mir nicht geantwortet.

(7) Gefunden haben mich die Wächter, die in der Stadt umhergehen, sie haben mich geschlagen, haben mich verwundet;

sie nahmen meinen Schal weg, der mich umhüllte, die Wächter der Mauern[23].

(8) Ich beschwöre euch, Töchter von Jeruschalajim:

Wenn ihr meinen Geliebten findet, was werdet ihr ihm sagen?

Dass ich krank vor Liebe bin.

(9) „Was ist dein Geliebter mehr als ein (anderer) Geliebter, du Schöne unter den Frauen?

Was ist dein Geliebter mehr als ein (anderer) Geliebter, dass du uns so beschwörst?”

(10) Mein Geliebter ist glänzend und rot, mehr als eine Myriade um das Banner Gescharter.

(11) Sein Haupt ist Gold, gediegenes Gold;

Seine Locken sind Dattelrispen, schwarz wie ein Rabe.

(12) Seine Augen sind wie Tauben an Wasserbächen;

mit Milch gewaschen…[24]sitzend in der Einfassung.

(13) Sein Kinn ist wie ein Beet des Balsamstrauches, das Gewürzkräuter aufwachsen lässt[25];

seine Lippen sind Lilien, überfließend von Myrrhe.

(14) Seine Hände sind goldene Walzen, mit Tarschisch[26] gefasst;

Sein Leib ist ein…[27]von Elfenbein, von Saphiren bedeckt.

(15) Seine Schenkel sind Säulen aus Alabaster, gegründet auf einem goldenen Sockel;

Sein Anblick ist wie der des Lebanon, erlesen wie eine Zeder.

(16) Sein Gaumen[28] sind Süßigkeiten, und er ist ganz Anmut;

Dies ist mein Geliebter, und dies ist mein Gefährte, Töchter von Jeruschalajim.

6. Kapitel

(1) Wohin ist dein Geliebter gegangen, Schöne unter den Frauen?

Wohin hat sich dein Geliebter gewendet, und wir wollen ihn mit dir suchen.

(2) Mein Geliebter ist in seinen Garten hinabgegangen zu den Beeten des Balsamstrauches;

um in den Gärten zu weiden[29] und Lilien zu pflücken.

(3) Ich bin meines Geliebten, und mein Geliebter ist mein, er erfreut[30] sich an den Lilien.

(4) Schön bist du, meine Gefährtin wie Thirza[31], lieblich wie Jeruschalajim;

schrecklich wie…[32]

(5) Wende deine Augen von mir, die mich verwirren;

deine Haare sind wie eine Herde Ziegen, die von Gilead herbsteigen.

(6)Deine Zähne sind wie eine Herde von Mutterschafen, die aus der Schwemme heraufsteigen;

von denen jede Zwillinge gebiert, und keine Kinderlose ist unter ihnen.

(7) Wie die Scheibe eines Granatapfels ist deine Schläfe hinter dem Schleier.[33]

(8) Es sind sechzig Königinnen und achtzig Konkubinen;

und Mädchen gibt es ohne Zahl.[34]

(9) Sie ist einzig, meine Taube, meine Vollkommene, einzig ist sie für ihre Mutter,

rein ist sie für diejenige, welche sie geboren hat[35];

Töchter haben sie gesehen und gepriesen, Königinnen und Konkubinen haben sie gelobt.[36]

(10) Wer ist sie, die herabschaut wie die Morgenröte?

Schön wie der Vollmond, rein wie die Sonne, schrecklich wie…[37]

(11) In den Nussgarten bin ich hinabgegangen, um nach den Knospen des Bachtals zu sehen;

um die Sprossen der Reben zu sehen, die Granatäpfelbäume blühten.

(12) Ich kenne meine Seele nicht, sie setzt mich auf den Wagen des Ami-Nadib.[38]

7. Kapitel

(1) Wende dich um, wende dich um, Schulamith, wende dich um wende dich um, und wir wollen dich anschauen;

Was wollt ihr an Schulamith sehen wie beim doppelten Reigentanz?

(2)Wie schön sind deine Schritte in den Sandalen, du Fürstentochter;

die Wendungen deiner Hüften sind wie Schmuckstücke, das Werk von Künstlerhänden.

(3) Dein Schoß ist ein rundes Becken, es soll ihm nicht an Mischwein fehlen;

dein Leib ist ein Haufen Weizen, von Lilien umgeben.

(4) Deine beiden Brüste sind wie zwei Rehkitzen, Zwillinge einer Gazelle.

(5) Dein Hals ist wie ein Turm aus Elfenbein;

deine Augen die Teiche in Chesbon[39] am Tor von Bat-Rabbim[40]

deine Nase wie der Lebanon-Turm[41], der nach Dammaschek[42] blickt.

(6) Dein Haupt auf dir ist wie der Karmel, und das offene Haar deines Hauptes ist wie Purpur;

[43]

(7) Wie schön und wie lieblich, Geliebte, Tochter der Wonnen.

(8) Dieser dein Wuchs gleicht einer Dattelpalme und deine Brüste einer Traube.

(9) Ich sage: „Ich will zur Palme hinaufsteigen, ich will die Dattelrispe ergreifen;

und es werden doch deine Brüste sein wie Trauben eines Weinstocks und der Duft deiner Nase wie der eines Apfelbaums.

(10) Und dein Mund ist wie ein guter Wein, der mir glatt eingeht;

der die Lippen beträufelt …[44]

(11) Ich bin für meinen Geliebten, und sein Verlangen geht auf mich.

(12) Komm, mein Geliebter, wir gehen auf fad Feld und legen uns in die Zypernblumen.

(13) Wir wollen früh zu den Weinbergen aufbrechen, wir wollen sehen, ob der Weinstock sprosst, die Knospenhülle öffnet, die Granatäpfel blühen;

dort gebe ich dir meine Liebe.

(14) Alraunen geben Duft, und an unserer Tür ist alles Köstliche, Neues und Altes;

dir, mein Geliebter habe ich sie verborgen.

8. Kapitel

(1) Wer macht dich mir zum Bruder, gesäugt an den Brüsten meiner Mutter?

Hätte ich dich draußen gefunden, dann hätte ich dich geküsst, man würde mich auch nicht verachten.

(2) Ich führte dich, ich brächte dich in das Haus meiner Mutter, sie hat mich gelehrt[45];

Ich ließ dich Würzwein trinken vom Most des Granatapfels.

(3) Seine Linke läge unter meinem Haupt, und seine Rechte umarmte mich.

(4) Ich beschwöre euch, Töchter von Jeruschalajim:

Was wollt ihr die Liebe erregen und aufreizen bis es ihr gefällt?

(5) Wer ist die, welche aus der Steppe heraufsteigt, gestützt auf ihren Geliebten?

Unter dem Apfelbaum würde ich dich erregen, wo deine Mutter mit dir schwanger geworden ist,

wo deine Mutter mit dir schwanger geworden ist, sie dich gebar.

(6) Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm,

denn hart wie der Tod ist die Liebe, hart wie die Unterwelt die Leidenschaft;

ihre Flammen sind Feuersgluten, Flammen Jahwes[46].

(7) Viele Wasser vermögen nicht die Liebe auszulöschen, und Ströme schwemmen sie nicht weg;

Würde jemand den ganzen Besitz seines Hauses für die Liebe weggeben, man würde ihn verachten.

(8) Wir haben eine kleine Schwester, und sie hat keine Brüste;

was sollen wir mit unserer Schwester machen an dem Tage, an dem man um sie werben wird?

(9) Wenn sie eine Mauer wäre, dann würden wir auf ihr einen Aufsatz aus Silber bauen;

und wenn sie eine Tür wäre, dann würden wir sie bewachen mit einem Brett aus Zedernholz.

(10) Ich bin eine Mauer, und meine Brüste sind wie Türme;

dann bin ich in euren Augen[47] wie eine, die Frieden gefunden hat[48].

(11) Einen Weinberg[49] hat Schelomo in Baal-Hamon[50], er hat den Weinberg den Bewachern gegeben;

für seine Frucht brachte jeder tausend Silberlinge.

(12) Mein Weinberg ist mein;

die tausend sollen für dich sein, Schelomo, und zweihundert für die, welche seine Früchte bewachen.

(13) Du, die sich in den Gärten aufhält, andere[51] vernehmen deine Stimme, lass mich hören!

(14) Flieh, mein Geliebter, und es gleiche dir eine Gazelle oder ein Damhirsch auf den Bergen der Balsamsträucher!

[01] T: Die Übersetzung der im hebräischen Text kaum verständlichen Verse 3 und 4 beruht auf einer zu vermutenden Rekonstruktion des ursprünglichen Wortlauts.
[02] T: Der hebräische Text wie auch die alten Übersetzungen lesen „Schelomo“. Da aber die Zeltdecken Salomos als Parallele zu den Zelten Kedars – eines Gen 25,13 erwähnten arabischen Stammes – keinen Sinn ergeben, ist statt „Schelomo“ „Salma“ – der Name eines anderen, nur außerbiblisch bezeugten arabischen Stammes – zu lesen.
[03] T: Der Text ist an dieser Stelle unsicher
[04] E: Henna
[05] T: Diese Vergleichspartikel steht weder im hebräischen Text noch in einer der alten Übersetzungen, ist also eine Vermutung
[06] E: das Wirtshausschild
[07] Ü: Das gleiche Wort kann auch „Turteltaube“ heißen
[08] T: Dieses „geh“ ist textlich unsicher
[09] Ü: „Bater“ ist ein Ortsname. Er bedeutet „Felsenkluft“. Man könnte also auch dieses Wort hier einsetzen.
[10] T: LXX: „Ich rief ihn, und er hörte mich nicht.“
[11] T: Das eingeklammerte Stück ist wahrscheinlich ein späterer Zusatz. Denn erstens war es völlig ungewöhnlich, den Bräutigam in die Frauengemächer zu bringen. Zweitens stört dieses Stück den Rhythmus des Verses.
[12] T: Oder „in Rauchsäulen“
[13] T: Das Eingeklammerte gehört nicht an diese Stelle, sondern muss durch das Versehen des Abschreibers hier geraten sein
[14] V: Ps 91,5
[15] T: Das letzte Wort steht zwar im hebräischen Text, ist aber sehr fraglich.
[16] T: Das Eingeklammerte ist an dieser Stelle wohl nicht ursprünglich. Es könnte zum Anfang des nächsten Verses gehören
[17] T: Siehe Anmerkung 15!
[18] V: 6,5
[19] T: Dieser Vers gehört nicht ursprünglich an diese Stelle.
[20] T: Der hebräische Text bietet „der Gärten“, was viel weniger verständlich ist als die oben gebotene Konjektur
[21] Ü: Es ist nicht eindeutig, ob hier Perfekt oder Präsenz zu übersetzen ist
[22] T: Die Übersetzung folgt hier LXX; im Hebräischen steht an dieser Stelle ein Ausdruck für „Honig“, ein anderer als drei Wörter später.
[23] V: Spr 7,11
[24] T: Hier muss etwas ausgefallen sein; vermutlich ist von den Zähnen des Geliebten die Rede.
[25] Ü: Vorgeschlagen wird auch „ein Schrank von Gewürzkräutern“ oder „ein Turm von Gewürzkräutern“
[26] E: Es handelt sich um eine nicht weiter zu bestimmende Sorte von Edelsteinen
[27] Ü: Das hier stehende hebräische Wort ist nirgendwo sonst belegt, also nicht übersetzbar.
[28] T: Dieses Wort steht zwar eindeutig im hebräischen Text, ist aber trotzdem in seiner Bedeutung und Ursprünglichkeit fraglich.
[29] T: Diese Stelle ist aus verschiedenen Gründen unverständlich, muss also verderbt sein.
[30] T: Wörtlich im hebräischen Text: „Er weidet unter den Lilien“, was aber keinen Sinn ergibt. Die Übersetzung folgt einer vorgeschlagenen Konjektur.
[31] E: Das ist der Name einer Stadt, die bisher noch nicht ausfindig gemacht werden konnte, weil an Jos 12,24 I.Kön 14,17;16,23 wohl nicht zu denken ist.
[32] Ü: Wörtlich steht hier „Bannerscharen“, also: um das Banner Gescharte, aber dieser Bedeutung steht einiges entgegen. Es könnte sich um ein astronomisch-astrologisches Zeichen (Jer 10,2) handeln oder auch um den babylonischen Gott Nergal.
[33] V: Zu Vers 6-7: 4,1-3
[34] V: I.Kön 11,3, wo aber eine andere Anzahl der Frauen Salomos steht.
[35] Ü: Übersetzung wie Text dieser Zeile sind strittig
[36] Ü: Diese Zeile könnte auch konjunktivisch übersetzt werden („Töchter würden sie preise, wenn sie sie sähen…“
[37] Ü: Siehe Anmerkung 29!
[38] E: Was dieser Vers besagen soll, ist völlig unklar. Er gilt als der schwierigste Vers des ganzen Buches
[39] V: Nu 21,26-30 ist Chesbon die einstige Hauptstadt der Amoriter, die Israel eingenommen hat.
[40] E: Name einer noch nicht identifizierten Stadt, zu der ein Tor aus Chesbon geführt hatte
[41] E: Wahrscheinlich handelt es sich nicht um einen richtigen Turm, sondern um ein Felsgebilde, dem man diesen Namen gegeben hatte.
[42] E: Damaskus
[43] T: „Ein in Kanälen gefesselter König“, so wörtlich, ergibt keinen Sinn.
[44] T: Es folgt „der Schlafenden“, was kaum Sinn ergibt. Vorgeschlagen wird stattdessen die Konjektur „ die Zähne“, was aber auch nicht recht überzeugt.
[45] T: LXX und Syrer lesen: „Sie hat mich geboren“
[46] E: Blitze
[47] T: Im Hebräischen „in seinen Augen“. Näher liegt die Konjektur „in euren Augen“
[48] T: Da diese Aussage in diesem Zusammenhang kaum unterzubringen ist, wird eine Veränderung der Vokalisation vorgeschlagen, so dass der Text nun lautet: „ Wie eine, die gegen Bezahlung hergegeben wird.“ Siehe Ex,22,15-16 Dt 22,28-29.
[49] V: Jes 5,1 Matth 21,33 Mark 12,1 Luk 20,9
[50] E: Die Ortslage dieses Weinbergs Salomos ist unbekannt.
[51] Ü: Wörtlich „Kameraden“ oder „Genossen“.

Einleitung

Dies ist eine Sammlung von Liebesliedern, die als einzelne Dichtungen bereits vorlagen, ehe sie ein Redaktor zu einer Sammlung zusammengestellt und mit redaktionellen Ergänzungen versehen hat. Über die Grundsätze, nach denen der Redaktor die Lieder zusammengestellt hat, hat eine ganze Anzahl von Forschern Hypothesen aufgestellt, aber keine ist si schlüssig, dass sie sich in der Fachwelt hätte durchsetzen können. Aus sprachlichen und inhaltlichen Gründen ist anzunehmen, dass die Redaktion in die hellenistische Zeit fällt, also nicht vor dem späten 4. Jahrhundert v. Chr. anzusetzen ist. Die Lieder selbst dürften nicht viel älter sein.

Den Liedern fehlt jeder Bezug auf Gott oder auf Israels Erwählung. So kommt es zu der weiteren Frage, warum dieses ganz weltlich- erotische Buch in den Kanon aufgenommen worden ist. Die am nächsten liegende Antwort dürfte die sein, dass Israels hochberühmter König Salomo als Dichter der Lieder genannt wird, der er freilich nicht gewesen sein kann.

Es bleibt eine ganze Reihe unklarer Stellen, vor allem im 3. Kapitel. Das liegt zum einen daran, dass der Text mehrfach offensichtlich so verderbt ist, dass auch die alten Übersetzungen nicht weiter helfen, zum andern daran, dass man bei der Bedeutung gewisser Wörter auf Vermutungen angewiesen ist, da diese Wörter anderweitig nicht nachweisbar sind.

Um das Buch für die Synagoge und später für die Kirche nutzbar zu machen, griffen die meisten Ausleger bis ins 19. Jahrhundert zur Allegorese, d.h. sie deuteten das Verhältnis des Liebhabers zur Geliebten um in das Verhältnis Gottes zu seinem Volk oder christlich auf das Verhältnis Jesu zur Kirche. Also: Gott liebt seine Gemeinde so, wie ein Liebhaber seine Geliebte liebt. Diese Deutung wurde dann auch verändert in das Verhältnis Jesu zur frommen Seele des Einzelnen. Gerade bei letzterem spielt die Mystik eine Rolle.

In der Synagoge wird das Lied der Lieder am siebten Tag der Pesachwoche gelesen. Im Neuen Testament erscheint weder ein Zitat noch auch nur eine Anspielung auf das Lied der Lieder. Denn dass Joh 7,38 und OffbJoh 3,20 auf 4,15 bzw. 5,2 anspielen, ist höchst unwahrscheinlich.

Die Bezeichnung „Lied der Lieder” ist ein Semitismus, mit dem ein Superlativ ausgedrückt wird, also: das höchste der Lieder.

Übersetzung

Ausgangstext dieser Übersetzung ist die Biblia Hebraica Quinta Band 18, Stuttgart –Deutsche Bibelgesellschaft – 2004

1. Kapitel

(1)Lied der Lieder, das von Schelomo ist.

(2) Er küsst mich mit den Küssen seines Mundes; denn deine Liebkosungen sind besser als Wein.

(3) Sie sind gut wie der Geruch des Öls. Öl der Reinigung ist dein Name;

deshalb lieben dich die Mädchen.

(4) Ziehe mich hinter dir her, wir wollen eilen;

der König bringt mich in seine Gemächer, wir wollen tanzen und uns über dich freuen;

deine Geliebten wollen wir mehr preisen als den Wein. Sie lieben dich von Rechts wegen[01].

(5) Schwarz bin ich und schön, ihr Töchter Jeruschalajims;

wie die Zelte Kedars, wie die Zeltdecken Salmas[02].

(6) Ihr sollt mich nicht ansehen, weil ich schwärzlich bin, die Sonne hat mich verbrannt;

die Söhne meiner Mutter zürnen mir, sie haben mich zur Wächterin der Weinberge eingesetzt,

meinen eigenen Weinberg habe ich nicht bewacht.

(7) Berichte mir, der du die Liebe meines Seele bist, wo du weidest,

wo du um die Mittagszeit lagerst;

dass ich ja nicht bin wie eine Streunerin bei den Herden deiner Genossen.

(8) Wenn du es nicht weißt, Schönste unter den Frauen;

Komm zu mir heraus auf den Spuren des Kleinviehs, weide deine Ziegen

Bei den Lagern der Hirten!

(9)Mit einer Stute an Pharaos Wagen vergleiche ich dich, meine Freundin.

(10) Lieblich sind dein Wangen zwischen den Schmuckketten, dein Hals zwischen den Muschelketten.

(11) Ketten aus Gold machen wir für dich, mit Perlen aus Silber.

(12) Bis zur Tafelrunde[03] des Königs gibt die Narde ihren Duft.

(13) Ein Beutel Myrrhe ist mein Geliebter für mich, es ruht zwischen meinen Brüsten.

(14) Eine Blüte der Zypernblume[04] ist mein Geliebter für mich, in den Weinbergen von En Gedi.

(15) Sieh, schön bist du, meine Gefährtin, schön sind deine Augen (wie)[05] Tauben.

(16) Sieh, du bist schön, meine Geliebte, auch lieblich, auch unser Bett ist saftig grün.

(17) Dachsparren unseres Hauses sind Zedern, unsere Decke Zypressen.

2.Kapitel

(1) Ich bin eine Meerzwiebel von Scharon, eine Lilie der Täler.

(2) Wie eine Lilie zwischen den Dornen, so ist meine Gefährtin zwischen den Töchtern.

(3) Wie ein Apfelbaum zwischen den Bäumen des Waldes, so ist meine Geliebte zwischen den Söhnen;

seinen Schatten begehre ich, und ich will sitzen, und seine Frucht ist süß für meinen Gaumen.

(4)Er brachte mich in das Weinhaus, und sein Schild[06] über mir ist Liebe.

(5) Erfrischt mich mit Rosinenkuchen, erquickt mich mit Äpfeln;

Denn ich bin krank aus Liebe.

(6) Seine Linke ist unter meinem Haupt, und seine Rechte umarmt mich.

(7) Ich beschwöre euch, Töchter von Jeruschalajim bei den Gazellen

oder bei den Rehen des Feldes;

dass ihr die Liebe nicht reizt und erregt, bis es ihr gefällt.

(8) Stimme meines Geliebten, sieh, er kommt;

springend auf die Berge, hüpfend auf die Hügel.

(9) Mein Geliebter gleicht einer Gazelle oder dem Kalb des Rehs;

sieh, er steht hinter unserer Wand, er blickt durch die Fenster.

Er schaut durch das Gitter.

(10) Mein Geliebter antwortet und spricht zu mir:

„Auf, meine Gefährtin, meine Schöne, und geh!

(11) Denn sieh, der Winter ist vorübergegangen;

der Regen ist vorüber gezogen, gegangen.

(12) Die Blüten zeigen sich im Lande, die Zeit des Gesanges ist genaht;

uns der Klang des Reigens[07] wird in unserm Lande gehört.

(13) Am Feigenbaum reift die junge Feige, und die Reben der Knospenhülle geben Duft;

Auf, geh[08], meine Gefährtin, meine Schöne, geh!

(14) Meine Taube ist in den Schlupfwinkeln des Felsens, im Versteck des Felsensteiges,

Lässt du mich deine Erscheinung sehen, lässt du mich deine Stimme hören?

Denn deine Stimme ist süß und dein Anblick ist schön.

(15) Greift die Füchse, die kleinen Füchse, welche die Weinberge verderben;

und zwar unsere Weinberge der Knospenhülle.

(16) Mein Geliebter ist mein, und ich bin sein, er weidet in den Lilien.

(17) Wenn der Tag ausatmet und die Schatten länger werden;

wende ich um, es gleiche dir, mein Geliebter, eine Gazelle oder das Kalb des Rehs

auf den Bergen von Bater[09].

3. Kapitel

(1) Auf meinem Nachtlager suchte ich den, der die Liebe meiner Seele ist;

ich suchte ihn und fand ihn nicht[10]

(2) Ich will doch aufstehen und in der Stadt umhergehen, auf den Straßen und auf den Plätzen,

ich will den suchen, der die Liebe meiner Seele ist;

ich suche ihn und finde ihn nicht.

(3) Die Wächter fanden mich, die in der Stadt umhergehen;

habt ihr den gesehen, der die Liebe meiner Seele ist?

(4) Ein wenig war ich an ihnen vorüber gegangen, bis ich den gefunden hatte, der die Liebe meiner Seele ist;

ich ergreife ihn und gebe ihn nicht preis,( bis ich ihn in das Haus meiner Mutter gebracht habe,

und in das Zimmer meiner Mutter).[11]

(5) Ich beschwöre euch, Töchter von Jeruschalajim, bei den Gazellen

oder bei den Rehen des Feldes,

dass ihr nicht weckt und dass ihr nicht stört die Liebe, bis es ihr gefällt.

(6) Wer ist diejenige, die aus der Steppe heraufsteigt wie Rauchsäulen[12]

aus dem Räucherwerk von Myrrhe und Weihrauch, aus den Spezereien eines Händlers?

(7) (Sieh, die Sänfte Schelomos)[13] Sechzig Männer umgeben sie

von Jisraels Männern.

(8) Sie alle haben ein Schwert ergriffen, die des Krieges Erfahrenen;

jeder hat sein Schwert an seiner Hüfte gegen den Schrecken der Nächte[14].

(9) Eine Sänfte ließ sich der König Schelomo machen aus den Hölzern des Lebanon.

(10) Seine Säulen machte er aus Silber, seine Unterlage aus Gold, seinen Sitz aus Purpur;

sein Inneres ist eingelegte Liebe[15] (von Jeruschalajims Töchtern)[16].

(11) (Jeruschalajims Töchter)[17], kommt heraus und seht euch satt an König Schelomo;

an dem Kranz, mit dem ihn seine Mutter am Tage seiner Hochzeit bekränzt hat

und am Tage der Freude seines Herzens.

4. Kapitel

(1) Sieh, meine Gefährtin ist schön, sieh, du bist schön, deine Augen sind wie Tauben hinter deinem Schleier;

deine Haare sind wie eine Herde von Ziegen, die vom Gebirge Gilboa herabsteigen[18].

(2)Deine Zähne sind wie eine Herde von frisch Geschorenen, die aus der Schwemme heraufsteigen;

von denen jede Zwillinge gebiert, und keine Kinderlose ist unter ihnen.

(3) Wie ein roter Faden sind deine Lippen und lieblicher als deine Worte;

und wie die Scheibe eines Granatapfels ist deine Schläfe hinter dem Schleier.

(4) Dein Hals ist wie ein Turm Davids, aus Steinschichten erbaut;

tausend Schilde sind daran aufgehängt, lauter Schilde streitbarer Männer.

(5) Deine beiden Brüste sind wie zwei Rehkitzen, Zwillinge einer Gazelle;

sie weiden unter Lilien.

(6)[19] Wenn der Tag verweht und die Schatten länger werden;

werde ich zum Berge der Myrrhe und zum Hügel des Wehrauchs gehen.

(7) Ganz schön bist du, meine Gefährtin, und an dir ist kein Makel.

(8) Mit mir, Braut vom Lebanon, mit mir sollst du vom Lebanon kommen;

du sollst schreiten vom Gipfel des Amana, vom Gipfel des Senir und des Chermon,

vom Aufenthalt der Löwen, von den Bergen der Leoparden.

(9) Du bereitest mir Herzklopfen, meine Schwester, Braut;

du bereitest mir Herzklopfen mit einem deiner Augen mit einem Schmuckstück deines Halsschmucks.

(10) Wie schön sind deine Brüste, meine Schwester, Braut;

wie viel besser sind deine Brüste als der Wein und der Duft deines Öls als alle Öle.

(11) Honigseim tropfen deine Lippen, Braut;

Honig und Milch sind unter deiner Zunge, und der Duft deines Gewandes ist wie der Duft des Lebanon.

(12) Ein verriegelter Garten ist meine Schwester, Braut;

ein verriegelter Brunnen einer versiegelten Quelle.

(13) Dein Schoß ist wie ein Garten von Granatäpfelbäumen mit köstlichen Früchten;

wie Früchte mit Narde.

(14) Narde und Safran, Rohr und Zimt, mit allen Bäumen des Lebanon;

Myrrhe und Aloe mit den besten Balsamen.

(15) Die Quelle meines Gartens[20] ist ein Brunnen lebendigen Wassers;

und er fließt vom Lebanon.

(16) Rege dich, Nordwind, und komm, Südwind, lass meinen Garten duften, fließen sollen seine Balsame;

mein Geliebter soll in seinen Garten kommen und seine köstlichen Früchte essen.

5. Kapitel

(1) Ich bin[21] in den Garten meiner Schwester, Braut, gekommen, ich habe meine Myrrhe mit meinem Balsam gepflückt,

ich habe mein Brot[22] mit meinem Honig gegessen, ich habe meinen Wein mit meiner Milch getrunken;

esst, Gefährten, trinkt, berauscht euch an meiner Liebe!

(2) Ich habe geschlafen, und mein Herz hat sich bewegt;

die Stimme meines Geliebten hat angeklopft: „Öffne mir, meine Schwester, meine Gefährtin, meine Taube, meine Vollkommene!

Denn mein Haupt ist nass vom Tau, meine Locken von den Tropfen der Nacht.”

(3) „Mein Untergewand habe ich (schon) ausgezogen, soll ich mich etwa anziehen?

Ich habe meine Füße gewaschen, soll ich sie etwa beschmutzen?”

(4) Mein Geliebter streckte seine Hand aus der Öffnung, und mein Inneres brauste ihm entgegen.

(5) Ich stand auf, um meinem Geliebten zu öffnen;

und meine Hände tropften von Myrrhe und meine Finger von überlaufender Myrrhe,

auf meinen Händen lag der Riegel.

(6) Ich öffnete meinem Geliebten, und mein Geliebter war hinweg;

meine Seele ging hinaus hinter seinem Rücken, gesucht habe ich ihn und ihn nicht gefunden,

gerufen habe ich ihn, und er hat mir nicht geantwortet.

(7) Gefunden haben mich die Wächter, die in der Stadt umhergehen, sie haben mich geschlagen, haben mich verwundet;

sie nahmen meinen Schal weg, der mich umhüllte, die Wächter der Mauern[23].

(8) Ich beschwöre euch, Töchter von Jeruschalajim:

Wenn ihr meinen Geliebten findet, was werdet ihr ihm sagen?

Dass ich krank vor Liebe bin.

(9) „Was ist dein Geliebter mehr als ein (anderer) Geliebter, du Schöne unter den Frauen?

Was ist dein Geliebter mehr als ein (anderer) Geliebter, dass du uns so beschwörst?”

(10) Mein Geliebter ist glänzend und rot, mehr als eine Myriade um das Banner Gescharter.

(11) Sein Haupt ist Gold, gediegenes Gold;

Seine Locken sind Dattelrispen, schwarz wie ein Rabe.

(12) Seine Augen sind wie Tauben an Wasserbächen;

mit Milch gewaschen…[24]sitzend in der Einfassung.

(13) Sein Kinn ist wie ein Beet des Balsamstrauches, das Gewürzkräuter aufwachsen lässt[25];

seine Lippen sind Lilien, überfließend von Myrrhe.

(14) Seine Hände sind goldene Walzen, mit Tarschisch[26] gefasst;

Sein Leib ist ein…[27]von Elfenbein, von Saphiren bedeckt.

(15) Seine Schenkel sind Säulen aus Alabaster, gegründet auf einem goldenen Sockel;

Sein Anblick ist wie der des Lebanon, erlesen wie eine Zeder.

(16) Sein Gaumen[28] sind Süßigkeiten, und er ist ganz Anmut;

Dies ist mein Geliebter, und dies ist mein Gefährte, Töchter von Jeruschalajim.

6. Kapitel

(1) Wohin ist dein Geliebter gegangen, Schöne unter den Frauen?

Wohin hat sich dein Geliebter gewendet, und wir wollen ihn mit dir suchen.

(2) Mein Geliebter ist in seinen Garten hinabgegangen zu den Beeten des Balsamstrauches;

um in den Gärten zu weiden[29] und Lilien zu pflücken.

(3) Ich bin meines Geliebten, und mein Geliebter ist mein, er erfreut[30] sich an den Lilien.

(4) Schön bist du, meine Gefährtin wie Thirza[31], lieblich wie Jeruschalajim;

schrecklich wie…[32]

(5) Wende deine Augen von mir, die mich verwirren;

deine Haare sind wie eine Herde Ziegen, die von Gilead herbsteigen.

(6)Deine Zähne sind wie eine Herde von Mutterschafen, die aus der Schwemme heraufsteigen;

von denen jede Zwillinge gebiert, und keine Kinderlose ist unter ihnen.

(7) Wie die Scheibe eines Granatapfels ist deine Schläfe hinter dem Schleier.[33]

(8) Es sind sechzig Königinnen und achtzig Konkubinen;

und Mädchen gibt es ohne Zahl.[34]

(9) Sie ist einzig, meine Taube, meine Vollkommene, einzig ist sie für ihre Mutter,

rein ist sie für diejenige, welche sie geboren hat[35];

Töchter haben sie gesehen und gepriesen, Königinnen und Konkubinen haben sie gelobt.[36]

(10) Wer ist sie, die herabschaut wie die Morgenröte?

Schön wie der Vollmond, rein wie die Sonne, schrecklich wie…[37]

(11) In den Nussgarten bin ich hinabgegangen, um nach den Knospen des Bachtals zu sehen;

um die Sprossen der Reben zu sehen, die Granatäpfelbäume blühten.

(12) Ich kenne meine Seele nicht, sie setzt mich auf den Wagen des Ami-Nadib.[38]

7. Kapitel

(1) Wende dich um, wende dich um, Schulamith, wende dich um wende dich um, und wir wollen dich anschauen;

Was wollt ihr an Schulamith sehen wie beim doppelten Reigentanz?

(2)Wie schön sind deine Schritte in den Sandalen, du Fürstentochter;

die Wendungen deiner Hüften sind wie Schmuckstücke, das Werk von Künstlerhänden.

(3) Dein Schoß ist ein rundes Becken, es soll ihm nicht an Mischwein fehlen;

dein Leib ist ein Haufen Weizen, von Lilien umgeben.

(4) Deine beiden Brüste sind wie zwei Rehkitzen, Zwillinge einer Gazelle.

(5) Dein Hals ist wie ein Turm aus Elfenbein;

deine Augen die Teiche in Chesbon[39] am Tor von Bat-Rabbim[40]

deine Nase wie der Lebanon-Turm[41], der nach Dammaschek[42] blickt.

(6) Dein Haupt auf dir ist wie der Karmel, und das offene Haar deines Hauptes ist wie Purpur;

[43]

(7) Wie schön und wie lieblich, Geliebte, Tochter der Wonnen.

(8) Dieser dein Wuchs gleicht einer Dattelpalme und deine Brüste einer Traube.

(9) Ich sage: „Ich will zur Palme hinaufsteigen, ich will die Dattelrispe ergreifen;

und es werden doch deine Brüste sein wie Trauben eines Weinstocks und der Duft deiner Nase wie der eines Apfelbaums.

(10) Und dein Mund ist wie ein guter Wein, der mir glatt eingeht;

der die Lippen beträufelt …[44]

(11) Ich bin für meinen Geliebten, und sein Verlangen geht auf mich.

(12) Komm, mein Geliebter, wir gehen auf fad Feld und legen uns in die Zypernblumen.

(13) Wir wollen früh zu den Weinbergen aufbrechen, wir wollen sehen, ob der Weinstock sprosst, die Knospenhülle öffnet, die Granatäpfel blühen;

dort gebe ich dir meine Liebe.

(14) Alraunen geben Duft, und an unserer Tür ist alles Köstliche, Neues und Altes;

dir, mein Geliebter habe ich sie verborgen.

8. Kapitel

(1) Wer macht dich mir zum Bruder, gesäugt an den Brüsten meiner Mutter?

Hätte ich dich draußen gefunden, dann hätte ich dich geküsst, man würde mich auch nicht verachten.

(2) Ich führte dich, ich brächte dich in das Haus meiner Mutter, sie hat mich gelehrt[45];

Ich ließ dich Würzwein trinken vom Most des Granatapfels.

(3) Seine Linke läge unter meinem Haupt, und seine Rechte umarmte mich.

(4) Ich beschwöre euch, Töchter von Jeruschalajim:

Was wollt ihr die Liebe erregen und aufreizen bis es ihr gefällt?

(5) Wer ist die, welche aus der Steppe heraufsteigt, gestützt auf ihren Geliebten?

Unter dem Apfelbaum würde ich dich erregen, wo deine Mutter mit dir schwanger geworden ist,

wo deine Mutter mit dir schwanger geworden ist, sie dich gebar.

(6) Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm,

denn hart wie der Tod ist die Liebe, hart wie die Unterwelt die Leidenschaft;

ihre Flammen sind Feuersgluten, Flammen Jahwes[46].

(7) Viele Wasser vermögen nicht die Liebe auszulöschen, und Ströme schwemmen sie nicht weg;

Würde jemand den ganzen Besitz seines Hauses für die Liebe weggeben, man würde ihn verachten.

(8) Wir haben eine kleine Schwester, und sie hat keine Brüste;

was sollen wir mit unserer Schwester machen an dem Tage, an dem man um sie werben wird?

(9) Wenn sie eine Mauer wäre, dann würden wir auf ihr einen Aufsatz aus Silber bauen;

und wenn sie eine Tür wäre, dann würden wir sie bewachen mit einem Brett aus Zedernholz.

(10) Ich bin eine Mauer, und meine Brüste sind wie Türme;

dann bin ich in euren Augen[47] wie eine, die Frieden gefunden hat[48].

(11) Einen Weinberg[49] hat Schelomo in Baal-Hamon[50], er hat den Weinberg den Bewachern gegeben;

für seine Frucht brachte jeder tausend Silberlinge.

(12) Mein Weinberg ist mein;

die tausend sollen für dich sein, Schelomo, und zweihundert für die, welche seine Früchte bewachen.

(13) Du, die sich in den Gärten aufhält, andere[51] vernehmen deine Stimme, lass mich hören!

(14) Flieh, mein Geliebter, und es gleiche dir eine Gazelle oder ein Damhirsch auf den Bergen der Balsamsträucher!

[01] T: Die Übersetzung der im hebräischen Text kaum verständlichen Verse 3 und 4 beruht auf einer zu vermutenden Rekonstruktion des ursprünglichen Wortlauts.
[02] T: Der hebräische Text wie auch die alten Übersetzungen lesen „Schelomo“. Da aber die Zeltdecken Salomos als Parallele zu den Zelten Kedars – eines Gen 25,13 erwähnten arabischen Stammes – keinen Sinn ergeben, ist statt „Schelomo“ „Salma“ – der Name eines anderen, nur außerbiblisch bezeugten arabischen Stammes – zu lesen.
[03] T: Der Text ist an dieser Stelle unsicher
[04] E: Henna
[05] T: Diese Vergleichspartikel steht weder im hebräischen Text noch in einer der alten Übersetzungen, ist also eine Vermutung
[06] E: das Wirtshausschild
[07] Ü: Das gleiche Wort kann auch „Turteltaube“ heißen
[08] T: Dieses „geh“ ist textlich unsicher
[09] Ü: „Bater“ ist ein Ortsname. Er bedeutet „Felsenkluft“. Man könnte also auch dieses Wort hier einsetzen.
[10] T: LXX: „Ich rief ihn, und er hörte mich nicht.“
[11] T: Das eingeklammerte Stück ist wahrscheinlich ein späterer Zusatz. Denn erstens war es völlig ungewöhnlich, den Bräutigam in die Frauengemächer zu bringen. Zweitens stört dieses Stück den Rhythmus des Verses.
[12] T: Oder „in Rauchsäulen“
[13] T: Das Eingeklammerte gehört nicht an diese Stelle, sondern muss durch das Versehen des Abschreibers hier geraten sein
[14] V: Ps 91,5
[15] T: Das letzte Wort steht zwar im hebräischen Text, ist aber sehr fraglich.
[16] T: Das Eingeklammerte ist an dieser Stelle wohl nicht ursprünglich. Es könnte zum Anfang des nächsten Verses gehören
[17] T: Siehe Anmerkung 15!
[18] V: 6,5
[19] T: Dieser Vers gehört nicht ursprünglich an diese Stelle.
[20] T: Der hebräische Text bietet „der Gärten“, was viel weniger verständlich ist als die oben gebotene Konjektur
[21] Ü: Es ist nicht eindeutig, ob hier Perfekt oder Präsenz zu übersetzen ist
[22] T: Die Übersetzung folgt hier LXX; im Hebräischen steht an dieser Stelle ein Ausdruck für „Honig“, ein anderer als drei Wörter später.
[23] V: Spr 7,11
[24] T: Hier muss etwas ausgefallen sein; vermutlich ist von den Zähnen des Geliebten die Rede.
[25] Ü: Vorgeschlagen wird auch „ein Schrank von Gewürzkräutern“ oder „ein Turm von Gewürzkräutern“
[26] E: Es handelt sich um eine nicht weiter zu bestimmende Sorte von Edelsteinen
[27] Ü: Das hier stehende hebräische Wort ist nirgendwo sonst belegt, also nicht übersetzbar.
[28] T: Dieses Wort steht zwar eindeutig im hebräischen Text, ist aber trotzdem in seiner Bedeutung und Ursprünglichkeit fraglich.
[29] T: Diese Stelle ist aus verschiedenen Gründen unverständlich, muss also verderbt sein.
[30] T: Wörtlich im hebräischen Text: „Er weidet unter den Lilien“, was aber keinen Sinn ergibt. Die Übersetzung folgt einer vorgeschlagenen Konjektur.
[31] E: Das ist der Name einer Stadt, die bisher noch nicht ausfindig gemacht werden konnte, weil an Jos 12,24 I.Kön 14,17;16,23 wohl nicht zu denken ist.
[32] Ü: Wörtlich steht hier „Bannerscharen“, also: um das Banner Gescharte, aber dieser Bedeutung steht einiges entgegen. Es könnte sich um ein astronomisch-astrologisches Zeichen (Jer 10,2) handeln oder auch um den babylonischen Gott Nergal.
[33] V: Zu Vers 6-7: 4,1-3
[34] V: I.Kön 11,3, wo aber eine andere Anzahl der Frauen Salomos steht.
[35] Ü: Übersetzung wie Text dieser Zeile sind strittig
[36] Ü: Diese Zeile könnte auch konjunktivisch übersetzt werden („Töchter würden sie preise, wenn sie sie sähen…“
[37] Ü: Siehe Anmerkung 29!
[38] E: Was dieser Vers besagen soll, ist völlig unklar. Er gilt als der schwierigste Vers des ganzen Buches
[39] V: Nu 21,26-30 ist Chesbon die einstige Hauptstadt der Amoriter, die Israel eingenommen hat.
[40] E: Name einer noch nicht identifizierten Stadt, zu der ein Tor aus Chesbon geführt hatte
[41] E: Wahrscheinlich handelt es sich nicht um einen richtigen Turm, sondern um ein Felsgebilde, dem man diesen Namen gegeben hatte.
[42] E: Damaskus
[43] T: „Ein in Kanälen gefesselter König“, so wörtlich, ergibt keinen Sinn.
[44] T: Es folgt „der Schlafenden“, was kaum Sinn ergibt. Vorgeschlagen wird stattdessen die Konjektur „ die Zähne“, was aber auch nicht recht überzeugt.
[45] T: LXX und Syrer lesen: „Sie hat mich geboren“
[46] E: Blitze
[47] T: Im Hebräischen „in seinen Augen“. Näher liegt die Konjektur „in euren Augen“
[48] T: Da diese Aussage in diesem Zusammenhang kaum unterzubringen ist, wird eine Veränderung der Vokalisation vorgeschlagen, so dass der Text nun lautet: „ Wie eine, die gegen Bezahlung hergegeben wird.“ Siehe Ex,22,15-16 Dt 22,28-29.
[49] V: Jes 5,1 Matth 21,33 Mark 12,1 Luk 20,9
[50] E: Die Ortslage dieses Weinbergs Salomos ist unbekannt.
[51] Ü: Wörtlich „Kameraden“ oder „Genossen“.