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Das Buch Esther

Einleitung

Diese romanhafte Erzählung spielt in der Perserzeit, nach der hebräischen Fassung unter Xerxes I.(485-465 v. Chr.), ist aber in der hellenistischen Zeit nach 300 und vor 50 v. Chr. verfasst worden. Darüber sind sich die Kenner ebenso einig wie darüber, dass die Erzählung nicht historisch sei kann, obwohl viele Einzelheiten hinsichtlich des persischen Hofes zutreffen.

Die griechische Übersetzung (LXX) ist umfangreicher als die hebräische Fassung. Sie enthält Erweiterungen, die zu den Apokryphen oder deuterokanonischen Schriften als „Zusätze zu Ester” geführt werden. Außerdem gibt es eine griechische Kurzfassung des Buches, die 8,17 endet. Die LXX-Fassung hatte den hebräischen Text als Ausgangstext und dürfte im 1. Jahrhundert v. Chr. geschaffen worden sein, während die griechische Kurzfassung, [01]die von der Langfassung abhängig ist, viel später angesetzt wird, nämlich im 4. Jahrhundert n. Chr. Die Schlussbemerkung (Kolophon) in LXX (10,31) besagt, dass das Buch im vierten Jahr des Königs Ptolemäus von Ägypten und seiner Frau Kleopatra überbracht worden sei, wahrscheinlich doch nach Alexandria. In Frage kommen dabei Ptolemäus IX. und damit das Jahr 114 v. Chr. oder Ptolemäus XII., was auf das Jahr 77/78 führt. Das erstere Datum gilt als das wahrscheinlichere. Außerdem ist da zu lesen, dass das Buch im gleichen Jahr von einem gewissen Lysimachos, Sohn des Ptolemäus ins Griechische übersetzt worden sei.

Hinsichtlich der Vorgeschichte der vorliegenden Erzählung gehen die Meinungen der Forscher auseinander. Erich Zenger verzichtet ausdrücklich auf eine Quellenscheidung und sieht nur in den Bemerkungen über das Purimfest (3,7; 9,20-32) sekundäre Ergänzungen. Hans Bardtke[02] setzt drei Quellen voraus. Die eine erzählte von der Verstoßung der Königin Vasthi durch Xerxes und könnte auch schon etwas über die Judenverfolgung enthalten haben. Die Kenntnisse über den persischen Hof, die das Buch verrät, werden auf diese Quelle zurückgeführt. Eine zweite Quelle handelt von dem Gegensatz zwischen dem Juden Mordechai und dem Perser Haman, eine dritte enthielt die Geschichte von Ester. Ein Unbekannter habe aus diesen drei Quellen das vorliegende Esterbuch geschaffen, um damit einem heidnischen Fest, das auch auf Juden anziehend gewirkt habe, ein jüdisches Fest entgegenzusetzen. Bardtke schreibt deshalb auch 9,20-28 diesem selben Verfasser zu. Danach wäre das Buch Ester von vornherein für das Purimfest konzipiert worden. Im Großen und Ganzen, aber nur summarisch, findet sich diese Erklärung auch bei Helmer Ringgren[03]. Einen ganz andern Weg geht Ernst Haag[04]. Er rechnet mit einer Grundschrift und drei Bearbeitungen, die er durch eine genaue Untersuchung sprachlicher Unterschiede und inhaltlicher Spannungen herausarbeitet. Übrigens müssen sich die beiden Erklärungen nicht gegenseitig ausschließen. Wenn nämlich auch ältere Quellen, wie Bardtke meinte, zusammengearbeitet worden sein sollten, so kann dieses so entstandene Buch sehr wohl von einem Späteren im Sinne von Haag überarbeitet worden sein.

So unterschiedlich die literarkritischen Theorien zum Esterbuch auch sein mögen, so klar ist doch die Absicht, die mit diesem Buch verfolgt wird: die Wahrung der jüdischen Identität als Volk Gottes in der Zerstreuung, der Diaspora, unter den Völkern, und dies auch angesichts drohender Pogrome und bei aller Loyalität gegenüber einer heidnischen Obrigkeit. Von einer Rückkehr ins gelobte Land, von der heiligen Stadt und vom Tempel ist hier keine Rede. Bei genauerer Betrachtung findet man eine Reihe wichtiger Anspielungen an die Aussagen anderer biblischer Bücher, die zu einem vertieften Verständnis des Buches Ester führen. Mordechai ist laut 2,5 ein Nachkomme des Benjaminiten Kisch, und das war der Vater von Israels erstem König Saul (I.Sam 9,1-2). Saul führte einen Krieg gegen Agag, den König der Amalekiter, (I.Sam 15,1-35). Haman, der Feind der Juden, wird Est 3,1.10; 8,3.5; 9,24 „der Agagiter” genannt. Die Amalekiter gehörten zu Israels Todfeinden. Sie werden auf Amalek, einen Enkel Esaus zurückgeführt (Gen 36,12). Ex 17,8-16 wird die Amalekiterschlacht erzählt auf dem Zug durch die Wüste besiegten die Israeliten die Amalekiter, und am Ende wie Jahwe Mose an, in ein Buch zu schreiben, dass Jahwe Amalek unter dem Himmel austilgen wolle, dass man seiner nicht mehr gedenke. Das steht noch einmal ausdrücklich Dt 25,17-19. Der Gegensatz zwischen Israel und Amalek ist also in dem Gegensatz von Mordechai und Haman abgebildet. Es geht dabei um die Auseinandersetzung zwischen Israel – inmitten heidnischer Völker – und den heidnischen Völkern. Agag kommt noch in den Bileam-Sprüchen Nu 24, 7 als großer König vor, aber größer wird der künftige König Israels sein, welcher die feindlichen Völker vernichten wird (Vers 8). Man beachte: weder die Amalekiterschlacht noch der Auftrag an Bileam richtet sich gegen Jerusalem und den Tempel, sondern gegen das durch die Wüste wandernde Gottesvolk. So wandert nun das Gottesvolk durch die „Wüste” der Völkerwelt, allezeit bedroht. Statt des Namens Agag, den der hebräische Text Nu 24,7 bietet, findet man in LXX den Namen „Gog”. Hesekiel 38,1-39,24 weissagt der Prophet den Angriff von Gog aus Magog mit vielen Völkern aus dem Norden gegen Israel. Jahwe hat sie zu diesem Kriegszug bewegt, um ihnen dann Vernichtung zu bereiten. Gog-Haman ist der Antijahwist. Denn die Feindschaft der Völker gegen Israel ist die Feindschaft gegen Jahwe. Die ganze Geschichte ist auch eine Parallele zur Josefsgeschichte. Jedenfalls Gen 39-41. Jedenfalls wird Josef 41,43 der Zweite in Ägypten wie Mordechai Est 10,3 der Zweite im Perserreich wird. Man könnte bei dieser Parallelität mancherlei Einzelheiten ausfindig machen. Schließlich spielen auch die in Est genannten Termine eine Rolle. Am 13. Nisan, also am Tage vor Pesach (Est 3,12) wurde das Dekret zur Ausrottung der Juden erlassen. Das ist eine Parallele zum Auszug aus Ägypten (Ex 12). Der Termin für die Ausrottung sollte der 13. Adar sein (nach unserm Kalender fällt der Termin in den März). Dies ist der Tag des Nikanorfestes, das zur Erinnerung an den Sieg der Juden, der Makkabäer, am 13. Adar 161 (I.Makk 7,26-50 II.Makk 14,1-15,30). Auch Nikanor wollte die Juden ausrotten, aber er erlebte eine Niederlage Das Dekret wiederum, welches den Juden das Recht der Selbstverteidigung gegen die Ausrottung gestattete, ist vom 23. Siwan datiert, siebzig Tage nach Pesach. Haag meint, dies sei der Tag, an dem der Makkabäeraufstand mit der Erlangung der Autonomie für die Juden beendet worden sei. Dieses Datum kommt aber in den Makkabäerbüchern nicht vor. Der 23. Ijar wird I.Makk 13,51 als der Tag genannt, an dem die syrische Besatzung aus der Zitadelle von Jerusalem vertrieben, die heilige Stadt also befreit wurde. Der Siwan ist der dritte Monat, der Ijar hingegen der zweite. Der 23. Siwan ist jedenfalls als besonderer Tag, gar als Feiertag nicht erkennbar. Jedenfalls ist die Makkabäerzeit der historische Hintergrund des Buches Ester.

Die Synagoge liest das Buch seit dem frühen Mittelalter am Purimfest. Es ist ein Freudenfest, das den Sieg über den Verfolger Haman feiert. Der Termin ist der 14. und 15.Adar. Das ist der 12.Monat des jüdischen Kalenders und fällt in die Zeit von Mitte Februar bis Mitte März unseres Kalenders. Das Fest wird sehr ausgelassen gefeiert und erinnert an das in den gleiche Zeit fallenden Karneval. Unklar ist der Name Purim. Es dürfte mit dem akkadischen Wort Pur zusammenhängen, das Los bedeutet. Der hebräische Ausdruck dafür kommt zwar im Buche Ester vor, hat aber keine besondere Bedeutung für das Ganze.

Übersetzung

Ausgangstexte dieser Übersetzung sind die Biblia Hebraica Quinta Stuttgart 2004 – Deutsche Bibelgesellschaft und Rahlfs- Hanhart, Septuaginta Editio altera Stuttgart Deutsche – Bibelgesellschaft

Die Verse der nur in LXX stehenden Stücke des Buches Ester sind mit kleinen lateinischen Buchstaben jeweils nach der Verszahl der hebräischen Bibel bezeichnet.

1. Kapitel

(1a) Im zweiten Jahr der Herrschaft von Artaxerxes[05] dem Großen am ersten Tage des Monats Nisan schaute Mardochaios, der Sohn des Jairos, des Sohnes des Semeios, des Sohnes des Kis aus dem Stamme Benjamin ein Traumgesicht, (1b) er war ein Jude, der in der Stadt Susa wohnte und am Hofe des Königs diente; (1c) er gehörte aber zu den Exulanten, die Nabuchodonosor[06], der König von Babylon mit Jechonja[07], dem König von Judäa weggeführt hatte[08]. (1d) Und dies war der Traum: Und sieh, Stimmen und Lärm, Donner und Erdbeben, Tumult auf Erden; (1e) und sieh, zwei große Drachen waren bereit, sie gingen beide vor, um zu kämpfen, und sie hatten eine mächtige Stimme; (1f) und mit ihrer Stimme bereiteten sie jedes Volk vor zum Kriege, um das Volk der Gerechten zu bekämpfen. (1g) Und siehe, ein Tag der Finsternis und Dunkelheit, Drangsal und Angst, Trübsal und große Verwirrung auf Erden; (1h) und das ganze gerechte Volk wurde verwirrt, sie fürchteten sich vor dem Unglück und bereiteten sich, um sich zu verteidigen und schrieen zu Gott. (1i) Und von ihrem Schreien war es, dass aus einer kleinen Quelle ein großer Fluss wurde, viel Wasser; (1k) Licht und die Sonne ging auf, und die Geringen wurden erhöht und verschlangen die Stolzen. (1l) Und nachdem Mardochaios erwacht war und dieses Traumgesicht bedacht hatte und was Gott tun wollte, nahm er es sich zu Herzen, und mit ganzem Verstande wollte er es verstehen bis zur Nacht. (1m) Und Mardochaios ruhte im Hof mit Gabatha und Tharra, den beiden Eunuchen des Königs, die den Hof bewachten (1n) und hörte ihre Pläne und ihre Absichten, und er bekam heraus und erfuhr, dass sie bereit waren, Hand an den König zu legen, und er berichtete dem König von ihnen; (1o) und der König verhörte die beiden Eunuchen, und nachdem sie gestanden hatten, wurden sie hingerichtet. (1p) Und der König schrieb diese Worte zur Erinnerung, und Mardochaios schrieb wegen dieser Worte; (1q) und der König befahl dem Mardochaios, bei Hofe zu dienen und gab ihm deswegen Geschenke. (1r) Und Aman[09] der Sohn des Burgäers Amadathos war bei dem König angesehen; und er suchte, dem Mardochaios und seinem Volk Böses anzutun wegen der beiden Eunuchen des Königs.

Und es geschah in den Tagen von Achaschverosch[10]; er Achaschverosch beherrschte von Hodu[11] bis Kusch [12] einhundertsiebenundzwanzig Provinzen. (2) In diesen Tagen, als der König auf dem Thron seiner Herrschaft saß, der sich im Schloss zu Schuschan[13] befand. (3) Im dritten Jahr seiner Herrschaft veranstaltete er ein Bankett für alle seine Fürsten und seine Diener; die Streitmacht von Persien und Medien, die Vornehmen und Fürsten der Provinzen vor ihm. (4) Während er den Reichtum der Herrlichkeit seines Königtums und den Glanz der Zierde seiner Größe sehen ließ; viele Tage, einhundertundachtzig Tage. (5) Und als diese Tage um waren, veranstaltete der König für das ganze Volk im Schloss von Schuschan ein Gastmahl, vom Großen bis zum Kleinen ein Gelage sieben Tage lang; im hof des Gartens des Palastes des Königs. (6) Feines Leinen und Pupur, gehalten von Byssus- und Purpurschnüren an silbernen Ringen und Alabastersäulen; Liegen von Gold und Silber auf Mosaikboden, Bahat und Alabaster und Dar und Socheret[14]. (7) Und zu trinken gab es in goldenen Gefäßen und die Gefäße waren unterschiedlich; und viel Wein des Königreiches gemäß der Hand des Königs. (8) Und zum Trinken aus einem Krug gab es keinen der nötigte; denn so hatte der König über alle die vielen seines Hauses bestimmt, dass jeder nach Belieben tun solle, Mann für Mann. (9) Auch ein Trinkgelage der Königin Vaschti, sie veranstaltete ein Bankett der Frauen; im königlichen Hause, das dem König Achaschverosch gehörte. (10) Am siebenten Tage, als das Herz des Königs gut war vom Wein[15]; da sprach er zu Mehuman, Bista, Charbona, Bigta und Abagta, Setar und Charkas, sieben Eunuchen, die vor dem König Achaschverosch dienten, (11) dass sie die Königin Vaschti mit der königlichen Krone vor den König bringen sollten, um den Völkern und den Fürsten ihre Schönheit zu zeigen, denn sie war von gutem Aussehen. (12) Die Königin Vaschti weigerte sich, auf das durch die Eunuchen überbrachte Wort des Königs zu kommen; und der König wurde sehr zornig, und sein Zorn brannte in ihm. (13) Und der König sprach zu den Weisen, welche die Schicksale kannten; denn so kam eine Angelegenheit des Königs vor alle, die Gesetz und Recht kennen. (14) Und am nächsten stand ihm Karschna, Schetar, Admata, Tarschisch, Meres, Marsna, Memukan; sieben Fürsten von Persien und Medien, die Nächsten des Angesichts des Königs, die an der Spitze des Königreichs saßen. (15) „ Was ist nach dem Gesetz mit der Königin Vaschti zu tun, da sie nicht das durch die Eunuchen überbrachte Wort des Königs befolgt hat?” (16) Und Memukan redete vor dem König und den Fürsten: „Nicht nur gegen den König hat sich Königin Vaschti vergangen, sondern gegen alle Fürsten und gegen alle Völker in allen Provinzen des Königs Achaschverosch. (17) Denn die Rede der Königin wird hinausgehen zu allen Frauen, um ihre Herrn in ihren Augen verächtlich zu machen; mit einem Befehl hatte der König Achaschverosch gesagt, dass man die Königin Vaschti vor ihn bringen solle, und sie ist nicht gekommen. (18) Und heute werden sich die Fürstinnen von Persien und Medien allen Fürsten des Königs widerspenstig zeigen[16] ; das gibt gerade genug Verachtung und Zorn. (19) Und der Ausspruch des Königs wird gehört werden in seinem ganzen Reich, denn er ist bedeutsam; und alle Frauen werden ihren Herren Ehre erweisen große und kleine. (219 Und in den Augen des Königs und der Fürsten war die Rede gut; und der König handelte nach der Rede Memukans. (22) Und der König schickte Briefe in alle Provinzen, Provinz um Provinz in ihrer jeweiligen Schrift und an Volk um Volk in ihrer jeweiligen Sprache, dass jeder Mann in seinem Hause Herr sei und alle seine Frauen bei ihm unterwürfig mache[17].

2. Kapitel

(1) Nach diesen Geschichten, als der Zorn des Königs Achaschverosch nachgelassen hatte, dachte er an Vaschti und an das, was sie getan hatte und was über sie entschieden wurde. (2) Und es sprachen die Pagen des Königs, die ihm dienten: „Man soll für den König junge Jungfrauen von schönem Aussehen suchen. (3) Und der König bestelle Aufseher in allen Provinzen des Königreichs, und sie sollen alle jungen Jungfrauen von schönem Aussehen im Schloss zu Schuschan im Frauenhaus versammeln in die Hand von Hege, dem Eunuchen des Königs, der die Frauen bewacht und ihre Massagen zu verabfolgen. (4) Und ein Mädchen, das gut ist in den Augen des Königs, werde an Vaschtis Stelle zur Königin erhoben;” und die Rede war gut in den Augen des Königs, und er handelte so. (5) Ein jüdischer Mann war in Schuschan im Schloss; und sein Name war Mardochaj ben Jair ben Schimi ben Kisch, ein Benjaminit. (6) Der war aus Jeruschalajim verschleppt worden mit der Verschleppung, die Verschleppt worden war mit Jechonja, dem König von Juda, den Nebukadnezar, der König von Babel, verschleppt hatte. (7) Und er hatte Hadassa erzogen, das ist Ester, die Tochter seines Onkels, denn sie hatte weder Vater noch Mutter; und das Mädchen war von schöner gestalt und gutem Aussehen, und als ihr Vater und ihre Mutter gestorben waren, nahm sie Mardochaj als seine Tochter. (8) Und es geschah, als er das Wort und die Weisung des Königs hörte und als viele Mädchen in Schuschan im Schloss versammelt wurden in die Hand von Hege; da wurde auch Ester in das Haus des Königs aufgenommen in die Hand von Hege, der die Frauen bewachte. (9) Und in seinen Augen war das Mädchen gut, und erfuhr Gunst vor ihm, und er eilte, ihr ihre Massagen und ihren Anteil zu geben und ihr sieben auserwählte Mädchen aus dem Hause des Königs zu geben; und er versetzte ihre Mädchen in den guten Teil des Hauses der Frauen. (10) Ester gab weder ihr Volk noch ihre Herkunft an; denn Mardochaj hatte ihr aufgetragen, was sie nicht berichten solle. (11) Und Tag für Tag ging Mardochaj vor den Hof des Hauses der Frauen, um zu erfahren, wie es Ester ging[18] und was mit ihr geschah. (12) Wenn Mädchen für Mädchen an die Reihe kam, zu König Achaschverosch zu kommen, nachdem für sie nach dem Gesetz der Frauen zwölf Monate abgelaufen waren, denn sie waren so erfüllt mit Massagen: sechs Monate mit Myrrhenöl und sechs Monate mit Frauenmassage. (13) Und damit kam das Mädchen zum König; alles, was sie sagte, wurde ihr gegeben, um mit ihr aus dem Haus der Frauen zum Haus des Königs zu gehen. (14) Sie ging, und am Morgen kehrte sie wieder in das Haus der Frauen zurück in die Hand von Schaaschgas, dem Eunuchen des Königs, der die Nebenfrauen bewachte; sie kam nicht wieder zum König, auch wenn er an ihr Gefallen gefunden hatte und sie beim Namen gerufen wurde. (15) Und als die Reihe kam an Ester, die Tochter Abichails, des Onkels von Mardochaj, der sie als seine Tochter angenommen hatte, zum König zu kommen, da forderte sie keine Sache außer dem, was hege gesagt hatte, der Eunuch des Königs, der die Frauen bewachte; und Ester erfuhr Gnade in den Augen aller, die sie sahen. (16) Und Ester wurde beim König Achaschverosch im königlichen Hause aufgenommen im zehnten Monat, das ist der Monat Tebet; im siebenten Jahr seiner Herrschaft. (17) Und der König liebte Ester mehr als alle Frauen, und sie erfuhr mehr Gnade und Gunst von ihm als alle Mädchen; und er setzte die königliche Krone auf ihr Haupt und machte sie zur Königin an Vaschtis Statt. (18) Und der König veranstaltete ein großes Bankett für alle seine Fürsten und seine Diener, ein Bankett Esters; und er erließ eine Steuersenkung für die Provinzen, und er gab ein Geschenk, wie es der Hand des Königs entsprach. (19) Und als er die Mädchen wieder versammelte, da saß Mardochaj im Tor des Königs. (20) Und Ester gab weder ihre Herkunft noch ihr Volk an, wie ihr Mordechaj aufgetragen hatte; und Ester befolgte das Wort Mordechajs, wie es gewesen war, als sie zur Erziehung bei ihm war.(21) In diesen Tagen da saß Mordechaj im Tor des Königs; und er erzürnte Bigtan und Teresch, zwei Eunuchen des Königs von den Hütern der Schwelle, und sie suchten die Hand auszustrecken gegen König Achaschverosch. (22) Und die Sache wurde Mordechaj bekannt, und er berichtete der Königin Ester; und Ester sagte es dem König im Namen von Mordechaj. (23) Und die Sache wurde untersucht und gefunden, und die beiden wurden am Holz aufgehängt[19]; und es wurde im Tagebuch vor dem König aufgeschrieben.

3. Kapitel

(1) Nach diesen Geschichten machte der König Achaschverosch den Haman ben Hamdata, den Agagiter[20] groß und erhob ihn; und er setzte seinen Stuhl über alle Fürsten, die bei ihm waren. (2) Und alle Knechte des Königs, die im Tor des Königs waren, verbeugten sich und fielen vor Haman nieder, denn so hatte es der König für ihn befohlen; und Haman verbeugte sich nicht und fiel nicht nieder. (3) Und die Knechte des Königs, die im Tor des Königs waren, sprachen zu Mardochaj: „Warum übertrittst du den Befehl des Königs?” (4) Und es geschah, als sie Tag für Tag auf ihn einredeten und er nicht auf sie hörte; und sie berichteten dem Haman, um zu sehen, wie die Angelegenheiten Mardochajs stünden, denn er hatte ihnen erzählt, dass er Jehud sei. (5) Und Haman sah, dass sich Mordechaj weder verbeugte noch vor ihm niederfiel; und Zorn erfüllte Haman. (6) Und in seinen Augen war es zu wenig, allein gegen Mardochaj die Hand auszustrecken, denn man hatte ihm von dem Volk Mardochajs erzählt; und Haman suchte, das ganze Volk der Jehuden zu vertilgen, das sich im Reich Achaschveroschs befand, Hamans Volk. ( 7) Im ersten Monat – das ist der Monat Nisan – im zwölften Jahr des Königs Achaschverosch; man warf das Los[21], nämlich das Orakel vor Haman, von Tag zu Tag und von Monat zu Monat: am zwölften, nämlich des Monats Adar[22]. (8) Und Haman sagte zu König Achaschverosch : „Es gibt ein Volk, zerstreut und abgesondert[23] unter den Völkern in allen Provinzen deines Reiches; und ihre Ordnungen sind anders als das ganze Volk, und die Anordnungen des Königs befolgen sie nicht, und es ist dem König nicht gemäß, sie auf sich beruhen zu lassen. (9) Wenn es dem König gut erscheint, so soll geschrieben werden, sie zu vernichten; und zehntausend Talente werde ich in die Hände der Vollzugsbeamten abwägen, um sie in die Schatzkammer[24] des Königs zu bringen. (10) Und der König entfernte seinen Siegelring von seiner Hand, und ergab ihn dem Haman ben Hamdata, dem Agagiter, dem Feind der Juden, (11) Und der König sprach zu Haman: „Das Silber wird dir gegeben[25]; und das Volk, um mit ihm zu verfahren, wie es gut ist in deinen Augen. (12Und die Schreiber des Königs wurden gerufen im ersten Monat an dessen dreizehnten Tag,[26] und es wurde alles so geschrieben, wie es Haman befahl an die Satrapen[27] des Königs und an die Statthalter[28] von Provinz zu Provinz und an die Fürsten von Volk zu Volk jeder Provinz in ihrer Schrift und jedes Volk in ihrer Sprache[29]; im Namen des Königs Achaschverosch wurde geschrieben und mit dem Siegelring des Königs versiegelt. (13) Und die Briefe wurden durch die Hand von Läufern[30] in alle Provinzen des Königs gesandt, dass alle Jehuden an einem Tage, dem 13. des zwölften Monats, dem Monat Adar; vertilgt, getötet und vernichtet werden sollten vom Knaben bis zu Greis, Kind und Frauen; und dass ihr Gut zu plündern sei. (13a) Es ist die Abschrift des Briefes, die der Großkönig Artaxerxes den Statthaltern der einhundertundsiebenundzwanzig Länder von Indien bis nach Äthiopien und denen, die den Toparchien vorstanden, so schrieb: (13b)” Obwohl ich über viele Völker herrsche und den ganze Erdkreis regiere, will ich, nicht durch den Hochmut der Macht erhoben, sondern angemessener und mit Freundlichkeit immer umgehend, dass die Untertanen ein ruhiges Leben führen und unsere Herrschaft und Sicherheit bis zu den Grenzen gesichert und erneuert werde der für alle Menschen erwünschte Friede. (13c) Als ich mit meinen Ratgebern beriet, wie das bis zu den Grenzen durchzuführen sei, da zeigte der Mit Bedacht von uns ausgewählte und durch unveränderte gute Gesinnung und feste Treue ausgezeichnete und an Ehren zum zweiten Mann der Reiche ernannte Aman,(13d) dass in allen Stämmen des Weltkreises ein feindliches Volk untermischt sei, das den Gesetzen jedes Volkes entgegen sei und die Gesetze der Könige missachte, sodass die zur Wohlfahrt von uns eingerichtete Regierung nicht tadellos durchgeführt werden kann.(3e) Da wir also erfuhren, dass nur dieses Volk in steter Feindschaft mit dem Menschen lag, fremd der geltenden Gesetzlichkeit, unbeständig und krankhaft, unseren Angelegenheiten das Schlechtere zufügend, Schlechtes und nicht zum Wohlbefinden des Reiches beitragend, (13f) deshalb befehlen wir, dass diejenigen, die uns angezeigt werden von denen, die von Haman aufgeschrieben worden sind, der über die Angelegenheiten eingesetzt und unser zweiter Vater ist, mit Frauen und Kindern am vierzehnten des zwölften Monats Adar dieses Jahres durch die Schwerter ihrer Feinde ohne Erbarmen und Rücksicht mit der ganzen Wurzel zu vernichten, (13g) so dass die seit langem und gegenwärtig Feindlichen an einem Tage gewaltsam in den Hades hinab gehen, damit uns künftig die öffentlichen Angelegenheiten in Ruhe und ungestört beständig leistet. (14) Eine Abschrift des Schriftstücks sollte als Anordnung von Provinz zu Provinz gegeben werden, veröffentlicht für alle Völker, dass sie für diesen Tag bereit seien. (15) Nach dem Wort, des Königs zogen die Läufer eilig los, und die Anordnung war im Schloss zu Schuschan geben worden, und der König und Haman saßen um zu trinken[31], und die Stadt Schuschan war erregt.

4. Kapitel

(1) Und Mardochaj erfuhr alles, was getan worden war, und er zerriss seine Kleider und kleidete sich in Sack und Asche und kam heraus in die Stadt und stieß einen gewaltigen und heftigen Schrei aus. (2) Und er kam bis vor das Tor des Königs, denn man konnte nicht in das Tor des Königs mit einem Sack bekleidet kommen. (3) Und in jeder einzelnen Provinz, einem Ort, wo das Wort des Königs und sein Befehl eintraf, war große Trauer bei den Jehuden und Fasten und Weinen und Klage; Sack und Asche waren für die vielen ausgebreitet. (4) Und es kamen Esters Dienerinnen und ihre Hofdamen und berichteten ihr, und die Königin wand sich heftig bebend; und sie schickte Kleider, um Mardochaj anzuziehen und den Sack von ihm zu entfernen, und er nahm es nicht an. (5) Und Ester rief nach Hatach von den Höflingen des Königs, der vor sie gestellt war[32], und sie gab ihm Befehl bezüglich Mardochajs; zu erfahren, was das sei und warum das sei. (6) Und Hatach ging hinaus zu Mardochaj; auf den Platz der Stadt, der vor dem Tor des Königs liegt. (7) Und Mardochaj erzählte alles, was ihm begegnet war; und die genaue Angabe des Silbers, die Haman für die Schatzkammern des Königs abzuwägen zugesagt hatte für die Vernichtung der Jehuden. (8) Und er gab ihm eine Abschrift von dem Schreiben der Anordnung, welche in Schuschan erlassen worden war, um sie zu vertilgen, um sie Ester zu zeigen und um ihr zu berichten; und um ihr aufzutragen, zum König zu gehen, um ihn anzuflehen und vor ihm für ihr Volk zu bitten. (9) Und Hatach ging weg; und er berichtete Ester die Worte Mardochajs. (10) Und Ester redete mit Hatach und befahl ihn zu Mardochaj: (11) „Alle Knechte des Königs und das Volk der Provinzen wissen, dass jeder Mann und jede Frau, die zum inneren Hof kommen, ohne gerufen zu sein nach einer Anordnung zu sterben haben außer demjenigen, zu dem der König sein goldenes Szepter ausstreckt, und der bleibt am Leben; und ich wurde nicht gerufen, zum König zu kommen seit dreißig Tagen. (12) Und man berichtete dem Mardochaj Esters Worte. (13) Und Mardochaj sagte, man solle Ester antworten: „ Denk nicht in deiner Seele, im Haus des Königs würdest du, anders als alle Jehuden, entrinnen. (14) Denn wenn du dich ganz still verhältst in dieser Zeit, dann wird von einem andern Ort Befreiung und Rettung für die Jehuden erstehen, und du und das haus deines Vaters werden zugrunde gehen; und wer weiß, ob du nicht zu einer Zeit wie dieser zur Herrschaft gelangt bist, (15) Und Ester sagte, dass dem Mardochaj geantwortet werden solle: (16) „Geh, versammele alle Jehuden, die in Schuschan, die in Schuschan auffindbar sind, und fastet um meinetwillen, und esst nicht und trinkt nicht drei Tage und Nächte lang, und einen Tag will auch ich und meine Mägde so fasten; dann werde ich zum König gehen, obgleich es nicht dem Gesetz entspricht, und wenn ich zugrunde gehe, gehe ich zugrunde. (17) Und Mardochaj entfernte sich und tat alles, was ihm Ester befohlen hatte. (17a) Und er betete zum Herrn, indem er an alle Taten des Herrn erinnerte und sprach:(17b) „ Herr Herr, König aller Mächte, denn in deiner Macht ist das All, und es gibt keinen, der dir widerstehen kann, wenn du Israel retten willst; (17c) denn du hast den Himmel und die Erde geschaffen und alles Wunderbare unter dem Himmel, und du bist der Herr des Alls, und es gibt keinen, der sich gegen dich, den Herrn, stellen kann. (17d) Du weißt alles; du weißt auch, dass ich weder aus Hochmut, noch aus Anmaßung noch aus Ruhmsucht so gehandelt habe, nämlich vor dem stolzen Haman nicht niederzufallen, denn es hätte mir gefallen, zur Rettung Israels seine Füße zu küssen. (17e) Aber ich habe es getan , damit nicht die Ehre eines Menschen über die Ehre Gottes gestellt werde, und ich werde vor keinem niederfallen außer vor dir, meinem Herrn, und ich werde es nicht im Stolz tun. (17f) Und jetzt, Herr, Gott, König. Gott Abrahams, verschone dein Volk, denn sie blicken auf uns zum Vertilgen und möchten die vernichten, die von Anfang an dein Erbe sind; (17g) Übersieh nicht deinen Anteil, den du dir aus Ägypten erlöst hast; (17h) Erhöre mein Gebet, und sei barmherzig mit deinem Erbe, und verwandle unsern Kummer in Freude, damit wir leben und deinem Namen lobsingen, und verstopfe nicht den Mund, derer, die dich preisen. (17i) Und ganz Israel hat mit seinen Kräften geschrieen, weil ihr Tod vor ihren Augen stand. (17k) Und die Königin Ester floh zum Herrn im Todeskampf, entkleidete sich und legte die Gewänder ihrer Herrlichkeit ab und zog Kleider der Angst und des Kummers an und statt der stolzen Duftwässer streute sie Asche und Schmutz auf ihr Haupt und erniedrigte ihren Leib sehr, und an jedem Ort der Welt, wo sie fröhlich gewesen war, raufte sie sich ihre gekräuselten Haare aus und betete zum Herrn, dem Gott Israels und sprach (17 l):”Mein Herr, unser König, du bist einer, hilf mir, der einen, die keinen Helfer außer dir hat, denn meine Gefährdung ist in meiner Hand[33] (17m) Ich habe von meiner Geburt an in meinem väterlichen Stamm gehört, dass du, Herr, Israel aus allen Völkern und unsere Väter aus all ihren Vorfahren zum ewigen Erbe genommen und für sie getan hast, was du geredet hattest. (17n) Und jetzt haben wir vor dir gesündigt, und du hast uns in die Hände unserer Feinde gegeben, weil wir deren Götter verehrt haben.; du. Herr bist gerecht. (17o) Und jetzt sind wir nicht zufrieden in der Bitternis unserer Knechtschaft, aber sie haben ihre Hände uf die Hände ihrer Götzenbilder gelegt, zu beseitigen die Zusage deines Mundes und dein Erbe zu zerstören und den Mund derer, die dich loben und die Ehre deines Hauses und deines Altars verehren, zu zerbrechen (17p) und den Mund der Völker für die Tugenden der Törichten zu öffnen und dass bewundert werden die fleischlichen Reiche in Ewigkeit. (17q) Überlass, Herr, dein Szepter nicht den Nichtsen, und lass sie nicht über unsern Sturz lachen, sondern wende ihren Plan gegen uns ab und stelle den bloß, der das gegen uns angefangen hat. (17r) gedenke, Herr, und erkenne zur Zeit unserer Bedrängnis, und ermutige mich, König der Götter und Beherrscher aller Mächte! (17s) Gib dein wohlklingendes Wort in meinen Mund vor dem Löwen und wandle sein Herz zum Abscheu wider uns zu streiten zu seinem Ende und derer, die ihm gleichgesinnt sind. (17t) Uns aber rette durch deine Hand, und hilf mir, der Einsamen und die nichts außer dir, Herr, hat. (17u) Du hast Erkenntnis von allem und weißt, dass ich die Herrlichkeit der Gottlosen hasse und das Ehebett mit unbeschnittenen und jedem Fremden verabscheue. (17w) Du kennst meine Zwangslage, denn ich verabscheue mein Abzeichen des Hochmuts[34], das an Tagen meines öffentlichen Erscheinens auf meinem Haupte ist; ich verabscheue es wie einen Menstruationslappen und trage es nicht an den Tagen meiner Ruhe. (17x) Und deine Magd hat nicht am Tische Hamans gegessen und hat weder das Bankett des Königs verherrlicht noch den Libationswein getrunken. (17y) Auch wurde deine Magd nicht erfreut seit den Tagen meiner Veränderung bis jetzt außer über dich, Herr, Gott Abrahams. (17z) Gott der Kräfte über alle, erhöre die Stimme der Verzweifelten und erlöse uns aus der Hand der Gottlosen; und erlöse mich aus meiner Furcht!”

5. Kapitel

(1) Und es geschah am dritten Tage, und Ester kleidete sich königlich und stellte sich in den inneren Hof des Hauses des Königs gegenüber vom Hause des Königs; und der König saß auf dem Thron seiner Herrschaft im königlichen Hause gegenüber der Tür des Hauses. (1a) Und da sie offensichtlich eindrucksvoll war und Gott, den Wächter über alle und den Retter angerufen hatte, erhielt sie zwei Mägde, an die eine lehnte sie sich zierlich an, die andere aber folgte nach, ihre Kleidung erleichternd[35], und sie war gerötet in höchster Schönheit, und ihr Angesicht war heiter und freundlich, aber ihr Herz war von Furcht gequält. (1c) Und nachdem sie alle Türen durchschritten hatte, stand sie vor dem König, und er saß auf seinem königlichen Thron, und er war gekleidet mit dem Gewand seines öffentlichen Auftretens, ganz mit Gold und Edelsteinen und er war sehr furchterregend. (1d) Und als er sein von Herrlichkeit flammendes Angesicht erhob, und erblickte mit höchstem Zorn, und die Königin fiel nieder, und sie wechselte in einem Ohnmachtsanfall die Farbe und fiel auf den Kopf der vorangegangenen Magd. (1e) Und Gott wandelte den Geist des Königs in Sanftmut, und erschreckt sprang er von seinem Thron und nahm sie auf seine Arme bis sie wieder zu sich gekommen war und tröstete sie mit friedvollen Worten und sagte zu ihr: (1f) „ Was ist, Ester? Ich bin dein Bruder, sei ruhig, du sollst nicht sterben, denn unsere Anordnung betrifft nur die Allgemeinheit; komm her!” (2) Und es geschah als der König die Königin Ester im Hof stehen sah erfuhr sie Gnade in seinen Augen; [36]und der König streckte das goldene Szepter, das in seiner Hand war, gegen Ester aus, und Ester trat näher und berührte die Spitze des Szepters.[37] (2a) Und sie sprach zu ihm: „Ich sah dich, Herr, wie einen Engel Gottes, und mein Herz wurde verwirrt vor deiner Herrlichkeit; denn du bist wunderbar, Herr, und dein Anblick ist voller Gnaden.” (2b) Als sie aber redete, fiel sie in Ohnmacht, und der König erschrak, und seine ganze Dienerschaft stand ihr bei. (3) Und der König sprach zu ihr: „was ist mit dir, Königin Ester, und was forderst du? Bis zur Hälfte des Königreichs wird dir gegeben.[38]” (4) Und Ester sprach: „Wenn es dem König gut erscheint; dann kommt der König und Haman heute zu einem Bankett, das ich ihm ausrichten werde.” (5) Und der König sprach: „ Eilt zu Haman, damit Esters Sache getan wird!!” Und der König und Haman kam zum Bankett, das Ester ausgerichtet hatte. (6) Und der König sagte zu Ester beim Weintrinken: „Was ist deine Bitte, und ich gebe es dir; und was ist dein Wunsch – bis zur Hälfte des Königreiches, und er wird geschehen. (7) Und Ester antwortete und sprach: „Ich bitte und begehre: (8) Wenn ich Gnade in den Augen des Königs gefunden habe und wenn es für den König gut ist, meine Bitte zu gewähren und meinen Wunsch zu erfüllen. Dann wird der König und Haman zu dem Bankett, das ich für sie anreichte, und morgen werde ich mich dem Wort des Königs entsprechend verhalten. (9) Und Haman ging an diesem Tage fröhlich und guten Mutes weg; und als Haman den Mardochaj im Tor des Königs sah und er nicht aufstand und nicht vor ihm zitterte, und Haman ergrimmte gegen Mardochaj.(10) Und Haman machte sich stark[39] und ging in sein Haus; Und er schickte aus und ließ seine Freunde kommen und seine Frau Seresch . (11) Und Haman zählte ihnen seine Ehrung, seinen Reichtum und seine vielen Söhne auf; und alles, womit der König ihn groß gemacht hatte und womit der König ihn über die Fürsten und Diener des Königs erhoben hatte. (12) Und Haman sagte: „Die Königin Ester hat auch zu dem Bankett, das sie ausgerichtet hat, niemand mit dem König kommen lassen außer mir; und auch für morgen bin ich mit dem König zu ihr eingeladen. (13) Und all dies ist für mich nicht angemessen, solange ich den Jehuden Mardochaj im Tor des Königs sitzen sehe. (14) Und seine Frau Seresch sprach zu ihm und alle seine Freunde: „ Mach ein Holz von fünfzig Ellen Höhe, und sprich am Morgen mit dem König, und hängt den Mardochaj daran auf, und gehe fröhlich mit dem König zum Bankett”; und die Sache erschien Haman gut, und er machte das Holz.

6. Kapitel

(1) In dieser Nacht floh der Schlaf[40] den König; und er sagte, man solle das Buch der Denkwürdigkeiten, das Tagebuch, bringen, und es geschah, dass dem König vorgelesen wurde. (2) Und er fand geschrieben, was Mardochaj über Bigtan und Teresch, die beiden Höflinge des Königs, Wächter der Schwelle, gemeldet hatte; welche versucht hatten, die Hand gegen König Achaschverosch auszustrecken. (3) Und der König sprach: „ Welche Ehrung und Größe wurde dem Mardochaj dafür erwiesen?” Und die Pagen des Königs, die ihm dienten, sagten: „Mit ihm wurde nichts gemacht. (4) Und der König sagte: „Wer ist im Hof?” Und Haman war in den äußeren Hof des Königs gekommen, um den König zu sprechen, um Mardochaj am Holz aufzuhängen, das für ihn errichtet worden war. (5) Und die Pagen des Königs sagten ihm: „Sieh, Haman steht im Hof.” Und der König sagte: „ Er soll kommen!” (6) Und Haman kam, und der König sprach zu ihm: „Was ist mit dem Mann zu tun, an dessen Ehrung der König Gefallen hat?” Und Haman sagte in seinem Herzen: „An wem hat der König mehr Gefallen als an mir, um mir Ehre im Überfluss zu erweisen?” (7) Und Haman sagte dem König: „Ein Mann, dessen Ehrung König gefällt, (8) dem soll man ein königliches Gewand bringen, mit dem der König bekleidet war, und ein Pferd, auf dem der König geritten ist und auf dessen Haupt eine königliche Krone gesetzt wird. (9) Und es werde das Gewand und das Pferd in die Hand eines Mannes der Vornehmen, gegeben, der dem König dient und er[41] soll den Mann bekleiden, dessen Ehrung dem König gefällt; und er[42] läßt ihn reiten auf einem Platz der Stadt, und man ruft vor ihm aus: So wurde er zu einem Mann gemacht, dessen Ehrung dem König gefällt.” Und der König sagte zu Haman: „ Nimm eilig das Gewand und das Pferd, wie du gesagt hast, und mache es so mit dem Jehuden Mardochaj, der im Tor des Königs sitzt; lass keine Sache weg, von allem, was du gesagt hast!” (11) Und Haman nahm das Gewand und das Pferd und bekleidete Mardochaj, und er ließ ihn[43] reiten auf einem Platz der Stadt und rief vor ihm aus: „ So wurde er zu einem Mann gemacht, dessen Ehrung dem König gefällt.” (12) Und Mardochaj kehrte zum Tor des Königs zurück, und Haman beeilte sich, in sein Haus zu kommen, trauernd, und mit bedecktem Haupt. (13) Und Haman erzählte seiner Frau Seresch und allen seinen Freunden alles, was ihm widerfahren war; und seine Weisen[44] und seine Frau Seresch sagte: „ Wenn Mardochaj, vor dem du angefangen hast zu fallen vom Samen der Juden ist, vermagst du nichts gegen ihn, sondern du wirst vor ihm gänzlich fallen.” (14) Während sie mit ihm sprachen, nahten Höflinge des Königs, und sie eilten, Haman zu dem Bankett zu bringen, das Ester veranstaltete.

7. Kapitel

(1) Und der König kam und Haman, um mit der Königin Ester zu trinken. (2) Und der König sagte auch am zweiten Tage des Weinbanketts zu Ester: „Was sind deine Wünsche, Königin Ester, und es wird dir gegeben werden; und was sind deine Forderungen bis zur Hälfte des Reiches, und es wird geschehen.” (3) Und die Königin Ester antwortete und sprach „Wenn ich Gnade gefunden habe in den Augen des Königs, und wenn es für den König gut ist: meine Seele[45] werde mir auf meine Bitte gegeben und mein Volk auf meine Forderung. (4) Denn wir wurden verkauft[46], um vertilgt und umgebracht und vernichtet zu werden; und wenn wir als Sklaven und als Mägde verkauft würden, dann hätte ich mich still verhalten, denn diese Not wäre eine Belästigung des Königs nicht wert”. (5) Und der König Achaschverosch sprach zur Königin Ester und sagte: „ Wer ist das und wo ist er, dessen Herz davon erfüllt ist, so zu handeln?” (6) Und Ester sagte: „ Ein feindlicher Mann und Widersacher ist dieser böse Haman; und Haman wurde von Schrecken erfüllt vor dem König und der Königin. (7) Und in seinem Zorn stand der König vom Weinbankett auf in den Garten des Palastes; und Haman stellte sich hin, um seine Seele[47] von der Königin Ester zu erbitten, denn er fürchtete, dass das Übel vom König für ihn beschlossen war. (8) Und der König kehrte aus dem Garten zurück in das Haus des Weinbanketts, und Haman war bei dem Lager, auf dem Ester war, niedergefallen, und der König sprach: „ Etwa auch, um die Königin bei mir im Hause zu vergewaltigen?” Das Wort kam aus dem Munde des Königs, und man verhüllte Hamans Gesicht[48]. (9) Und Charbona, einer von den Höflingen des Königs sagte: „sieh auch das Holz, das Haman für Mardochaj, der Gutes für den König gesprochen hatte, zubereitet hat, das im Hause Hamans steht, fünfzig Ellen hoch; und der König sagte: „ Hängt ihn daran auf!” (10) Und sie hängten Haman an das Holz, das er für Mardochaj errichtet hatte; und der Zorn des Königs ließ nach.

8. Kapitel

(1) An diesem Tage gab der König Achaschverosch der Königin Ester das Haus Hamans, des Bedrängers der Jehuden; und Mardochaj kam vor den König, denn Ester hatte berichtet, was er für sie war. (2) Und der König entfernte seinen Siegelring, den er Haman überlassen hatte und gab ihn Mardochaj; und Ester setzte Mardochaj über das Haus Hamans. (3) Und Ester fuhr fort und redete vor dem König und fiel zu seinen Füßen nieder; und sie weinte und flehte ihn an, das Böse des Agagiters Haman und den Plan, den er gegen die Jehuden ersonnen hatte, aufzuheben. (4) Und der König streckte das goldene Szepter gegen Ester aus; und Ester erhob sich und stand vor dem König. (5) Und sie sprach: „Wenn es für den König gut ist, und wenn ich Gunst vor ihm gefunden habe, und die Sache ist angemessen vor dem König, und ich gut bin in seinen Augen, dann möge er schreiben, um die Schriftstücke mit den Plänen des Agagiters Haman ben Hamdata ungültig zu machen, die der geschrieben hat, um die Jehuden zu vernichten, die in allen Provinzen des Königs sind. (6) Denn wie soll ich das Übel, das mein Volk finden wird, ertragen und ansehen? Und wie soll ich den Untergang meiner Verwandtschaft ertragen und ansehen? (7) Und der König Achaschverosch sprach zur Königin Ester und zum Jehuden Mardochaj: „ Sieh, Hamans Haus habe ich Ester gegeben, und ihn, der seine Hand gegen die Jehuden ausgestreckt hat, hat man am Holz aufgehängt. (8) Und ihr sollt im Namen des Königs betreff der Jehuden schreiben, , dass es in euren Augen gut ist, und sollt es siegeln mit dem Siegelring des Königs; denn ein Schreiben, das im Nehmen des Königs geschrieben und mit dem Siegelring des Königs gesiegelt ist, ist nicht rückgängig zu machen. (9) Und sie riefen die Schreiber des Königs zu dieser Zeit im dritten Monat, das ist der Monat Siwan, am dreiundzwanzigsten Tage, und alles wurde geschrieben, wie es Mardochaj befahl, an die Jehuden und an die Satrapen und Statthalter und Fürsten der Provinzen von Hodu [49] bis Kusch, einhundertundsiebenundzwanzig Provinzen, von Provinz zu Provinz in ihrer Schrift und von Volk zu Volk in ihrer Sprache;, und zu den Jehuden in ihrer Schrift und in ihrer Sprache. (10) Und er schrieb im Namen des Königs und siegelte mit dem Siegelring des Königs; und er schickte die Briefe durch berittene Boten, die auf königlichen Pferden ritten, den Jungen von Rennstuten. (11) „Gestattet hat der König den Jehuden in jeder Stadt, sich zu versammeln und für ihre Seele einzustehen, um die ganze Macht eines Volk und einer Provinz, welche sie bedrängt haben, zu vertilgen, umzubringen und zu vernichten, Kinder und Frauen, und ihre Beute zu plündern. (12) An einem Tage in allen Provinzen des Königs Achaschverosch; am dreizehnten des zwölften Monats, das ist der Monat Adar”[50]. (12a)Dies ist die Abschrift des folgende Briefes: (12b) „ Der Großkönig Artaxerxes grüßt die Obersten der Länder von Indien bis Äthiopien in den einhundertsiebenundzwanzig Satrapien und die uns wohlgesinnt sind. (12c) Viele sind durch die Freundlichkeit der Wohltäter ständig überheblich geworden und haben nicht nur versucht, unsere Untertanen schlecht zu behandeln, sondern haben auch Anschläge gegen ihre Wohltäter unternommen. (12d) (13) Eine Abschrift des Schreibens war öffentlich als Gesetz zu erlassen für Provinz um Provinz für alle Völker; und dass die Juden an diesem Tage bereit seien, sich an ihren Feinden zu rächen. (14) Die Boten, die auf königlichen Pferden ritten, zogen auf ein Wort des Königs eilig und schnell los; und das Gesetz war im Palast von Schuschan erlassen worden. (15) Und Mardochaj ging weg vom Angesicht des Königs in einem königlichen Gewand: Purpur und Leinen und ein großer goldener Kranz, und ein Mantel aus Byssus und Purpur; und die Stadt Schuschan jubelte und freute sich. (16) Und für die Jehuden gab es Licht und Freude, Frohsinn und Ehre. (17) Und von Provinz zu Provinz, von Stadt zu Stadt, an jedem Ort, wo das Wort des Königs und sein Gesetz eintraf, war Freude und Frohsinn bei den Jehuden, Bankett und ein guter Tag; und viele von den Völkern des Landes bekannten sich zum Judentum, denn dein Schrecken vor den Jehuden war auf sie gefallen.

9. Kapitel

(19) Im zwölften Monat, das ist der Monat Adar, an seinem dreizehnten Tag kam das Wort des Königs an und seine Weisung, um vollzogen zu werden; an diesem Tage hofften die Feinde der Jehuden, Macht über sie zu erlangen, und es wurde umgekehrt, indem nämlich die Jehuden Macht über ihre Bedränger erlangten. (2) Die Jehuden versammelten sich in ihren Städten in allen Provinzen des Königs Achaschverosch, um ihre Hand gegen diejenigen auszustrecken, die auf ihr Übel aus waren; nicht ein Mann stand gegen sie. Denn der Schrecken von ihnen war auf alle Völker gefallen. (3) Und alle Fürsten der Provinzen und die Satrapen und die Statthalter und die Dienstleute der Königin, die zum König gehörten[55], standen den Jehuden bei; denn es war der Schrecken vor Mardochaj auf sie gefallen. (4) Denn Mardochaj war groß im Hause des Königs, und die Rede von ihm lief durch alle Provinzen; denn der Mann Mardochaj war bekannt und groß. (5) Und die Jehuden schlugen alle ihre Feinde mit Schwertschlag und Tod und Vernichtung; und sie handelten an ihren Hassern nach ihrem Belieben.[56] (6) Und im Palast in Schuschan töteten und vernichteten die Jehuden fünfhundert Mann. (7) Und den

Parschandata und den

Dalfon und den

Aspata. (8) und den

Porata und den

Adalja und den

Aridata. (9) und den

Parmaschta und den

Arisaj und den

Aridaj

und Jisata[57].

(10) Zehn Söhne von Haman, dem Sohn Hamdatas, des Feindes der Juden, erschlugen sie; und sie streckten ihre Hand nicht nach Beute aus[58]. (11) An diesem Tage kam eine Aufstellung der Getöteten in den Palast von Schuschan vor den König. (12) Und der König sagte zur Königin Ester im Palast von Schuschan: „ Die Jehuden haben fünfhundert Mann umgebracht und vernichtet und die zehn Söhne Hamans[59], was werden sie in den übrigen Provinzen tun; und was ist deine Bitte, und ich werde es dir geben, und was ist noch dein Wunsch, und es wird geschehen?” (13) Und Ester sagte: „ Wenn es für den König gut ist, lasse er auch morgen die Juden, die in Schuschan sind, nach der heutigen Anordnung handeln; und die zehn Söhne Hamans sollen am Holz aufgehängt werden[60]. (14) Und der König sagte, dass es so zu tun sei, und es wurde eine Anordnung in Schuschan erlassen; und die zehn Söhne Hamans hängte man auf. (15) Und die Jehuden, die in Schuschan waren, versammelten sich auch am vierzehnten Tage des Monats Adar, und sie töteten in Schuschan dreihundert Mann;[61] und nach der Beute streckten sie ihre Hand nicht aus.[62] (16) Und die übrigen Juden, die in den Provinzen waren, versammelten sich und standen für ihre Seele ein und hatten Ruhe vor ihren Feinden[63], und von denen, die sie gehasst hatten, wurden fünfundsiebzigtausend umgebracht[64]; und sie streckten ihre Hand nicht nach Beute aus[65]. (17) Am dreizehnten des Monats Adar; und es war Ruhe am vierzehnten desselben, und man machte ihn zum Tag eines Trinkgelages und der Freude. (18) Und die Jehuden, die in Schuschan waren, versammelten sich am dreizehnten desselben und am vierzehnten desselben, und Ruhe war an seinem fünfzehnten, und man machte ihn zum Tage eines Trinkgelages und der Freude. (19) Deshalb begehen die persischen Jehuden, die in den Städten Persiens wohnen, den vierzehnten des Monats Adar mit Freude und Trinkgelage und als einen guten Tag; und jeder schickt eine Gabe[66] an seinen Nächsten. (20) Und Mardochaj schrieb diese Vorgänge auf; und er sandte Briefe an alle Jehuden, die in allen Provinzen des Königs Achaschverosch waren, die Nahen und die Fernen.[67] (21) Um zu bekräftigen, dass sie den vierzehnten Tag des Monats Adar begehen und seinen fünfzehnten Tag; Jahr für Jahr. (22) Entsprechend den Tagen, an denen die Jehuden Ruhe[68] vor ihren Feinden hatten und dem Monat, in dem sich für sie der Kummer zur Freude wendete und die Trauer zu einem guten Tag; sollen sie die Tage des Trinkgelages und der Freude begehen und jeder seinem Nächsten eine Gabe schicken und Geschenke für die Armen. (23) Und die Juden nahmen das an[69], was sie zu tun begonnen hatten; und alles, was Mardochaj ihnen geschrieben hatte. (24) Denn der Agagiter Haman ben Hamdata, der Bedränger, hatte gegen die Jehuden geplant, sie zu vernichten; und das Pur, das ist das Losorakel, war gefallen, sie zu verwirren und zu vernichten. (25) Und als sie[70] zum König kam, sagte er, mit dem Brief wende sich der böse Plan, den er gegen die Juden gefasst hatte, gegen sein eigenes Haupt ; und man hängte ihn[71] am Holz auf. (26) Deshalb nannten sie diese Tage „Purim” nach dem Namen des Pur[72], deshalb, wegen aller Worte dieses Briefes und um des willen, was sie gesehen hatten und was ihnen zugestoßen war. (27) Und die Juden nahmen es auf und bestätigten es für sich und für ihre Nachkommen und für alle, die sich ihnen anschließen würden[73] und nicht abzuweichen, diese beiden Tage zu begehen wie er ihnen geschrieben hatte und zu ihrer Zeit; Jahr für Jahr. (28) Und dieser Tage sollte gedacht und sie sollten begangen werden Geschlecht für Geschlecht, Sippe für Sippe, Provinz für Provinz und Stadt für Stadt; und diese Tage des Purim sollten unter den Juden nicht abgeschafft werden, und ihr Gedächtnis sollte bei ihren Nachkommen nicht aufhören. (29) Und die Königin Ester, die Tochter Abichails und der Jehud Mardochaj[74] schrieb mit aller Kraft[75], diesen zweiten Brief des Purim zu bestätigen. (30) Und er schickte die Briefe an alle Jehuden in den einhundertundsiebenundzwanzig Provinzen des Reiches Achaschveroschs; Worte des Friedens und der Treue. (31) Um diese Tage des Purim zu ihren Zeiten, wie es der Jehud Mardochaj und die Königin Ester für sie bestimmt hatten, für sich selbst und für ihre Nachkommenschaft festzulegen; Worte des Fastens[76] und ihres Klagens[77]. (32) und Esters Wort bestätigte diese Worte des Purim; und es wurde in ein Buch geschrieben.

10. Kapitel

(1) Und der König Achaschverosch bestimmte Frondienst[78] für das Land und die Inseln des Meeres.[79] (2) Und alle Taten seiner Kraft und seiner Macht und die Angabe der Größe Mardochajs, den der König groß gemacht hatte, ist das nicht aufgeschrieben im Tagebuch der Könige von Medien und Persien? (3) Denn der Jehud Mardochaj war der Zweite nach dem König Achaschverosch und ein Großer für die Jehuden und beliebt bei der Menge seiner Brüder; und er erstrebte Gutes für sein Volk und verkündete Heil für seine ganze Nachkommenschaft. (3a) Und Mardochaios sprach: „ Dies ist von Gott geschehen. (3b) Denn ich gedenke des Traumes[80], den ich wegen dieser Sachen geschaut habe; denn deren Wort ist nicht vergangen. (3c) Die kleine Quelle ist zum Fluss geworden, und es gab ein Licht und eine Sonne und viel Wasser; der Fluss ist Ester, die der König heiratete und zur Königin machte. (3d) Die beiden Drachen aber sind ich und Haman. (3e) Die Völker aber, die sich versammelt haben, um den Namen der Judäer zu vernichten. (3f) Aber mein Volk, das ist Israel, die riefen zu Gott und wurden gerettet; und der Herr rettete sein Volk, und der Herr erlöste uns von allen diesen Übeln und verrichtete die Zeichen und die großen Wunder, die unter den Völkern geschahen. (3g) Deshalb schuf er zwei Lose, eins für das Volk Gottes und eins für alle Völker; (3h) Und sie kamen zur Stunde und zum Zeitpunkt und zum Tage des Gerichts vor Gott und unter allen Völkern, (3i) und Gott gedachte seines Volkes und gab seinem Erbe recht. (3k) Und sie werden diese Tage haben im Monat Adar, am vierzehnten und am fünfzehnten dieses Monats mit Versammlung und Freude und Fröhlichkeit vor Gott für die Geschlechter in Ewigkeit in seinem Volk Israel.

(3 l) Im vierten Jahr der Herrschaft des Ptolemaios und der Kleopatra überbrachte Dositheos, der sagte, er sei Priester und Levit, und sein Sohn Ptolemaios das vorliegende Schreiben des Purimfestes, von dem sie erklärten, es sei von Lysimachos, dem Sohn des Ptolemaios in Jerusalem übersetzt worden.

[01] E.Z., Einleitung in das Alte Testament, 4. Aufl., Stuttgart 2001 Seite 270
[02] Kommentar zum Alten Testament „Der Prediger, das Buch Esther“, Gütersloh 1963, Berlin 1972 Seite 248 -252
[03] Das Alte Testament Deutsch Band 16, Göttingen/ Berlin 1967 Seite 374
[04] Biblische Enzyklopädie Band 9, Das hellenistische Zeitalter, Stuttgart 2003 Seite 119 – 125
[05] E: Artaxerxes Longimanus (464-424 v.Chr.)
[06] E: Auch Nebukadnezar genannt ( 605-562)
[07] E: Jojakin (598-597)
[08] E: 597, das sog. erste Exil
[09] V: 10,3b
[10] E: Haman
[11] E: Xerxes I. (485/86 – 465), aber vergleiche Est 1,1a!
[12] E: Indien
[13] E: Nubien
[14] E: Susa
[15] E: Bei den hebräischen Bezeichnungen handelt es sich um wertvolle Steine, vielleicht auch Edelsteine, aus denen der Mosaikfußboden zusammengesetzt ist, ohne dass man mit Sicherheit sagen kann, um welches Material es sich handelt
[16] E: Als der König guter Laune war
[17] T: im hebräischen Text steht: „ Sie werden sagen“ . Eine geringfügige Veränderung des Buchstabenbestandes führt zu dem hier sinnvollen „sie werden sich widerspenstig zeigen.“
[18] T: Im hebräischen Text heißt es: „ und rede mit ihm gemäß der Sprache seines Volkes“ , was in diesen Zusammenhang nicht passt. Die Übersetzung folgt deshalb einer Konjektur
[19] Ü: Wörtlich: „ Um Esters Frieden zu erkennen“
[20] V: Gen 41,10-13
[21] V: I.Sam 15, 8-33
[22] E: Hier steht das aus dem Altpersischen entlehnte hebräische Wort „Pur“ , von dem möglicherweise der Name „Purim“ für das Fest abgeleitet ist
[23] E: Man suchte nach dem Tag und dem Monat und kam auf den Tag vor dem Nikanorfest, siehe Einleitung!
[24] V: Dt 4,5-8
[25] V: Esr 5,17; 6,1; 7,20
[26] V: 5,11
[27] E: Termin des Pesachfestes, siehe Einleitung!
[28] V: 8,9; 9,3 Esr 8,36
[29] V: 8,9; 9,3 Esr 8,36
[30] V: 1,22
[31] V: 8,10.14
[32] V: III.Makk 3,22-24
[33] E: Zum Dienst für sie bestimmt war
[34] E: „ist nahe“
[35] E: Die Krone
[36] E: Wohl: „Ihre Schleppe tragend“
[37] T: Der hier endende Teil des 2. Verses steht nicht in LXX, wo er nach dem in LXX Vorangehenden auch fehl am Platze wäre
[38] T: LXX bietet in Vers folgenden Text: „ Und er erhob den goldenen Stab und legte ihn auf ihre Schulter und umarmte sie und sagte: Rede mit mir!“
[39] V: Mc 6,23
[40] V: Gen 43,31; 45,1
[41] V: Dan 6,19
[42] T: Der hebräische Text bietet die Mehrzahl („sie sollen bekleiden“), die aber nicht passt. LXX liest – wenigstens in den meisten Handschriften – die Einzahl
[43] T: Siehe Anmerkung 35!
[44] T: Siehe Anmerkung 35!
[45] E: gemeint sind seine Freunde als weise Ratgeber
[46] Ü: Leben
[47] V: Dt 32,30 Ri 2,14; 3,8; 4,2;10,7
[48] E: siehe Anmerkung 40
[49] E: Anscheinend verfuhr man so mit zum Tode Verurteilten
[50] E: Indien
[51] V: 9,10.15.16 Jos 7
[52] V: 3,7
[53] Ü: Wörtlich „des Geistes“
[54] V: 9,27
[55] T: Bei den letzten acht Wörtern kann es sich um einen Schreibfehler handeln. Möglicherweise stand in der Vorlage einfach „die Dienstleute des Königs“
[56] V: Neh 9,24
[57] T: LXX führen meistens andere Namen an
[58] V: 8,11 Jos 7
[59] T: Von Hamans zehn Söhnen ist in LXX hier noch keine Rede, wohl weil sich die Angabe hier mit der in Vers 13 und 14 stoßen würde,
[60] V: Jos 8,29 I.Sam 31,9
[61] V: Dt 20,16-18
[62] V: 8,11 Jos 7
[63] T: Manche bringen hier die Konjektur an: „und trösteten sich an ihren Feinden“, d.h. sie rächten sich. Diese Konjektur ist aber nicht nötig und findet sich auch als Lesart in keiner Handschrift und in keiner der alten Übersetzungen
[64] V: Dt 20,16-18
[65] V: 8,11 Jos 7
[66] Ü: Wörtlich „einen Anteil“
[67] V: I.Kön 8,46 Jes 57,19 Jer 25,26
[68] V: Dt 3,20; 12,10;25,19
[69] E: Machten es zu einem dauernden Brauch
[70] E: Ester
[71] E: Haman
[72] E: Der Name kann auch von dem Verbum „pur“ . d.h. „vernichten“ abgeleitet sein
[73] V: 8,7
[74] T: Die Erwähnung Mardochajs an dieser Stelle könnte ein nachträglicher Zusatz sein
[75] E: Mit Nachdruck
[76] V: 4,16
[77] V: 4,1-3
[78] V: Gen 49,15 Ex 1,11 Dt 20,11 I.Kön 5,27
[79] V: Jes 11,11;24,15
[80] V: 1,1a